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Atomausstieg
Atomausstieg selbst gemacht

"Wenn Frau Merkel glaubt, sie kann die abgeschalteten Kernkraftwerke einfach wieder einschalten lassen und einfach 110 anrufen, wenn es Protest gibt, ist sie bei uns falsch verbunden", sagte Rainer Wendt, Verbandschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, dem Handelsblatt Online.

(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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Eine Gruppe von Freunden, die im Bereich Kunst, Design, Film und Politik tätig ist, hat sich im letzten halben Jahr intensiv mit der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) beschäftigt. Aus diesem Interesse heraus entstand sehr bald die Idee, das BGE ...

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Wer sind wir?

  Die Violetten sehen sich als Vertreter und Sprachrohr einer wachsenden Zahl von spirituellen Menschen an. Von all jenen, die sich der geistigen Dimension unserer Welt bewusst sind und die ihre ganzheitliche und nicht nur rein materialistische Weltanschauung auch in der ...

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Medien

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    Hier weisen wir den Weg zu alternativen Medien, die (im Gegensatz zur Main-Stream-Presse) darüber berichten, was sich bereits alles in der Gesellschaft gewandelt hat und wo gerade welche Menschen (-Gruppen) wie aktiv sind.   "Wir sind gleichzeitig Sterbebegleiter einer alten und Geburtshelfer ...

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Freiheit für die Vielfalt!  – Petition für Saatgut-Freiheit

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Gefahr für Saatgut durch neue Gesetze Auf EU-Ebene wird eine neue Saatgutverordnung verhandelt, von der wieder einmal die Agrarkonzerne profitieren werden. Alte und seltene Sorten sollen dadurch in die Illegalität getrieben werden. Die bunt gesprenkelte Paradeiser, die violetten Erdäpfel, der gschmackige ...

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BGE-Aktion! JETZT unterzeichen und verbreiten!!!

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Es ist soweit: Jetzt können wir hier die Europäische Bürgerinitiative (EBI) zum Grundeinkommen offiziell unterzeichnen (rechts oben auf der EBI-Webseite die Sprache auswählen).   Ziel dieser EBI ist es, bis zum 14. Januar 2014 eine Million Unterschriften zu sammeln. Dann kommt es zu einer ...

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HARTZ-IV-REBELLIN AUS ALTONA

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Europa`s bürgerliche Demokratie badet im Blut

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"Die Demokratie muß gelegentlich in Blut gebadet werden" lautete mal ein Albumtitel der deutschen Rock-Band VERSAUTE STIEFKINDER. Dass dieser Titel leider bittere Realität ist, zeigten uns bereits die Bilder aus Griechenland. Jetzt ist Spanien dran, wie selbst die Mainstreammedien nicht ...

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Die 4.Dimension als unlösbarer Widerspruch des Kapitals

Der Globale Schuldenberg wächst – berichtete gestern das Handelsblatt  (hier und als PDF). Bemerkenswert daran ist, dass sich die Schuldensumme, die sich beispielsweise im führenden Land – der Wirtschaftsmacht USA, in 200 Jahren angesammelt hat, allein von 2006 – 2016 mehr als verdoppelt hat! (Stand Ende 2013 hierStand 2016 hier und als Grafikbild und die aktuelle US-Schuldenuhr hier). Das deutet an, wie dramatisch der Befund hinsichtlich des „Gesundheitszustandes“ des Kapitalismus mittlerweile sein muss.

 

Stand der US-Schulden bis Dezember 2013

Der Slogan „Zeit ist Geld“ führt sich selbst ad absurdum

Die extreme Ausdehnung von Krediten und die Zirkulation dieser Gelder an den Finanzmärkten sind historisch zum eigentlichen Fundament, zur Stütze/Krücke der kapitalistischen Weltwirtschaft geworden (anstatt zum Mittel der kaufmännischen Zwischenfinanzierung) und halten das System so noch künstlich, über seinen inneren Totpunkt hinaus, am Laufen. Die ursprünglichen Verwertungszyklen sind völlig aus dem Takt gekommen.

Das gilt ebenso für Deutschland. Nur durch die imperialistische Austeritäts-Politik von Frau Merkel und der EU ist Deutschland 2016 in der Lage gewesen, wenigstens einen Teil der eigenen  Schulden zu tilgen. Eine Milliarde ist jedoch nur ein Tausendstel von einer Billion!!! Selbst wenn etliche Milliarden getilgt werden können, nimmt sich dieses Zwischenergebnis also sehr bescheiden aus… Als Privatperson oder einzelnes Unternehmen müßte man da kaufmännisch und rechtlich gesehen, wegen hoffnungsloser Überschuldung, längst Insolvenz anmelden.

 

Daraus lassen sich objektiv sieben Schlüsse ziehen

 

1.  Das typische, oft zu hörende Argument, Geld sei doch eigentlich genug da – man müsse es nur anders verteilen, ist genau genommen falsch. Das Geld existiert zwar nominell (sogar weit mehr als genug) – aber nur als Schuldenberg und wurde nie real über kapitalistische Mehrwertproduktion erarbeitet. Es fehlt diesem Geld die eigentliche „Substanz des Kapitals“ (Karl Marx/Robert Kurz) – die dahinter steckende, menschliche Arbeit. Es bleibt dadurch fiktives Geld/Kapital. Es würde für die westlichen, führenden Industriestaaten in der 4.Dimension ZEIT folglich 400 Jahre brauchen, das alles real abzuarbeiten, was aber ein Widerspruch in sich ist, weil die kapitalistische Art zu wirtschaften wiederum nur durch genau dieses Kreditgeld überhaupt noch am Laufen gehalten werden konnte. Dazu addiert sich die extrem ungleiche Verteilung dieses „fiktiven Geldes“. Es fließt in der Masse den wenigen Kapitaleignern zu, die (mangels Anlagemöglichkeiten in den drei physisch-räumlichen Dimensionen der „Realwirtschaft“) notwendigerweise vorrangig damit spekulieren, anstatt das Geld lieber (sinnigerweise) den breiten Bevölkerungsmassen quasi nach dem „Helicopterprinzip“ einfach zu schenken (z.B. als allmähliche Auszahlung als BGE / freies Lebensgeld / projektorientiertes Arbeitsgeld etc.). Die breite Masse der Menschen hätte wenigstens noch Bedarf und vor allem dann auch die nötige Kaufkraft, die durch Arbeit nicht mehr zu erlangen ist (Prozessinnovation trifft betriebliche Rationalierung trifft gesättigte Märkte = Massenarbeitslosigkeit und Billiglohnsektor). Die davon erzeugte wertmäßige Lücke (= Einkommenslücke) wird historisch betrachtet deshalb immer größer. Nur – Geld verschenken ist natürlich nicht der Sinn des Kapitalismus. Dem geht es weder um Menschen, noch um ein gutes Leben an sich. Andernfalls wären Artikel in Tageszeitungen wie diese nicht existent (s.hier) und (s. hier).

2. Um es noch deutlicher am konkreten Beispiel Deutschland zu machen: Laut HANDELSBLATT konnten 2016 immerhin stolze 18 Mrd. EURO an Schulden getilgt werden. Doch selbst wenn sich dieses zweifelsfrei enorme Ergebnis ungetrübt Jahr für Jahr wiederholen ließe, würde es angesichts von 2140 Mrd. Staatsverschuldung (da sind die Privathaushalte und  Firmen noch nicht mit drin!) ganze 119 Jahre dauern, bis man wieder schuldenfrei wäre. Und selbst dann hätte das nur ein einziges Land von weltweit über 200 Ländern geschafft…und zwar logischerweise auf Kosten der anderen. Grund: nicht jedes Land kann Exportüberschüsse haben…irgendein anderes muss dann in gleicher Höhe Importüberschüsse hinnehmen, was immer wieder zu Debatten führt (vgl. hier und hier). Nur woher käme das dafür nötige Kleingeld, wenn nicht wiederum aus Kreditschulden? Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ein antagonistischer Widerspruch, der dem kapitalistischen Weltsystem in seine (abstrakte) Inwertsetzung und seinen Kategorien (Ware, Geld, (Lohn-)Arbeit, Markt, Preise usw.) untrennbar eingeschrieben ist. Alle anders lautenden Erklärungen basieren auf logischen Zirkelschlüssen (s. hier) oder Ideologen nehmen Tautologien zu Hilfe („die Wirtschaft wird wachsen, weil sie wachsen muss“).

3. Um es noch weiter auf die lokale Ebene von Kommunen runter zu brechen – die HAMBURGER MORGENPOST berichtete bereits vor Jahren (Ausgabe vom 9. November 2009, „Der Schuldenwahnsinn“), dass selbst wenn die Stadt Hamburg es jemals schaffen würde, die enorme Summe von 100 Mio. EURO stetig pro Jahr aufzubringen und abzuzahlen, bräuchte es bis zum Jahre 2285, um endlich wieder schuldenfrei zu sein…und da waren die Zinseffekte noch nicht mit eingerechnet. Real würde es also deutlich länger brauchen. Und übrigens…die Stadt war bislang weit von derartigen Zahlungsmöglichkeiten entfernt. Sie ist dramatisch verschuldet (s. hier HH Schuldenhistorie) und hat inzwischen sogar noch große Bürgschaften an die Pleitebank HSH Nordbank (s. hier) sowie Kredite von unfaßbaren 16,2 Mrd. EURO vergeben (s. hier). Auch in Hamburg wächst die in Pkt.1 erwähnte Lücke (s. hier) und (als PDF). Erst in der jetzigen Niedrigzinsphase von 2017 kann die Stadt anfangen etwas zurückzuzahlen.

4Nach 400 Jahren kapitalistischer Gesamtentwicklung und ca. 150-200 Jahren Modernisierungs- und Industrialisierungsgeschichte bräuchte es also ab jetzt nochmal einen unaufhaltsamen, krisenfreien, stetigen Aufschwung, sozusagen eine Megakonjunktur von 300 bis 400 Jahren, um dann von einem Null-Schuldenstand aus wieder „normal wirtschaften“ zu können. Diese zeitliche Perspektive diskreditiert sich angesichts des historisch erreichten Zustandes des Kapitaverhältnisses von heute jedoch wohl von selbst.

5. Der Gesundheitszustand des Kapitalismus muss längst als pathologisch angesehen werden, genauso wie das dazugehörige regressive, die Wirklichkeit ignorierende Alltagsbewusstsein. Nur das macht es irgendwie noch möglich, den eigenen Zustand bequem zu ertragen und seinem Alltagsgeschäft einfach weiter nachzugehen…nicht zuletzt auf Kosten (= Inkaufnehmen) des damit verbundenen weltweiten Leids.

6. Jede Partei, jeder Politiker, der uns etwas anderes weiß machen will, lügt entweder (aus eigener Interessenslage und Angst heraus) oder ist in die Riege der postfaktischen Vertreter seiner Zunft einzuordnen. Man darf sie natürlich höflich auf den Fehler im Argument ansprechen. Den-/demjenigen steht es dann aber frei, sich selbst wahlweise in die Kategorie „Freude über neue Einsichten“ oder „Verharren in sturer Ignoranz“ einzuordnen.

7. Aus diesem strukturellem Dilemma kommt man nur durch eine andere Inwertsetzung und somit durch eine Transformation des ganzen Wertesystems heraus. Auch eine sozialistische Revolution, wie im 20. Jahrhundert programmatisch, würde heute im 21. Jahrhundert keine Lösung mehr darstellen. Alle derartigen Ansätze wären wertseitig, als auch sozial und ökologisch betrachtet, zu kurz gedacht.

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Fazit: Die Berücksichtigung der 4.Dimension im Universum – der Zeit – ist entscheidend und stellt sich heute klar als ein Grundroblem und unlösbarer Widerspruch im Kapitalismus dar.

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Der neue Maßstab

Auf der Höhe der Zeit argumentiert folglich nur, wer die große Zeitlinie, und somit den Ablauf der Geschichte und den dabei historisch erreichten Entwicklungsstand der aktuell noch bestehenden Gesellschaftsform im Blick hat. Daraus lässt sich dann alles andere ableiten. Dann – im Zusammenhang betrachtet – ergeben plötzlich auch alle Krisenerscheinungen in ihrer Ablaufreihenfolge einen Sinn. Deshalb läßt sich sagen: nur das kann hinsichtlich der Zukunft des Kapitalismus bzw. besser  gesagt jenseits dessen, um der Erde und der Menschheit eine lebenswerte Zukunft zu schenken, der gültige Maßstab im Jahr 2017 sein. Sowohl die Fakten als auch die Zusammenhänge sind im Internet-Zeitalter bekannt. Niemand kann später ernsthaft behaupten, er hätte von nichts gewußt oder hätte das unmöglich ahnen oder wissen können. Ein paar Klicks genügen, um das nötige Wissen zu erlangen.

Anhand dieses empirisch basierten, neuen Maßstabes läßt sich prüfen, welche Qualität Aussagen haben und wie sie politisch einzuordnen sind.

Daraus ergibt sich dann, wer für eine echte Partei neuen Typs wie DIE VIOLETTEN als potentieller Partner für gemeinsame Verlautbarungen und Aktionen in Frage kommt. Je größer dabei die gemeinsame Schnittmenge an Einsichten, desto größer die Chance dafür – desto klarer, ehrlicher und offener können die Verlautbarungen formuliert sein.

In Bezug auf Teilaspekte wie Schutz der Natur, soziale Verbesserungen, Wohnen, Essen, Gesundheit usw. darf man dabei im Sinne einer Übergangszeit für die Transformation der gesellschaftlichen Gesamtverhältnisse ruhig sehr großzügig sein, sollte sich aber nie in eine Position drängen lassen, die den  eigenen Einsichten, Grundhaltungen, Zielen und Handlungen widerspricht.

Hinter den einmal historisch erreichten Bewusstseinszustand zurück zu fallen sollte stets vermieden werden, egal um welchen Lebensbereich es geht.  Das würde spirituell gesehen die eigene Energie schwächen und letztlich auch zu unerwünschten Ergebnissen führen…ein Fehler vieler früherer sozialer Bewegungen, Revolutionen und gut gemeinten Bemühungen, die Lage in der Welt zu verbessern. Nicht selten war in unzeitgemäßen oder gar anbiedernden  Zugeständnissen an ein geringeres Massenbewusstsein der Grund für ein Scheitern zu finden.

 

Holger Roloff, 05.Apil 2017

 

PS: Es gibt noch einen geradezu belustigenden Aspekt am Ausgangsartikel im HANDELSBLATT. Mitten im Artikel ist wie üblich (s. PDF-Version) Werbung platziert. Die zielt auf Kapitalanleger ab. Das unterstreicht und zeigt indirekt, wie wenig sich dem normalen Denken der Leser bzw. von so genannten „Wirtschaftsfachleuten“, sich dieser strukturelle Zusammenhang im Kapitalismus scheinbar erschließt. Der Inhalt des Artikels legt Fakten dar, die völlig im Gegensatz zur in der Anlegerwerbung offerierten Möglichkeit von „verbesserten Wachstumsaussichten“ stehen…man müsse eben nur den Kunden die Daten transparent darlegen, „zeigen, was damit passiert“ usw. – so die Werbebotschaften. Selten herrscht so viel intellektuelle Dunkelheit gespart mit dem Humor des Universums, wie an solchen Orten. Kein Wunder, dass man inzwischen ganz offen vom „postfaktischen Zeitalter“ spricht.

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Nachtrag vom 8. April 2017: wie die HH MOPO berichtet naht das totale HSH-Desaster (hier) und (als PDF)

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Wie falsche Spiritualität zur Ideologie wird

Ein aktuelles Beispiel von rechter Ideologie beschreibt der Autor Jürgen Meier heute in JUNGE WELT online mit seinem Beitrag „Intellektueller Faschismus“ (hier). Dabei zeigt er die Verbindung auf, zwischen einem falschen Verständnis von Spiritualität (basierend auf einer neuartigen Thymos-Ideologie – Begriffsherkunft s. hier) in Kombination mit Sozialdarwinismus (Infos hier), was in der Summe zu einer völkischen Vorstellung der Gesellschaft führt (Infos hier und hier). Der Rückgriff auf den Thymosbegriff von Platon läßt diese Ideologie im Glanze der griechischen Philosophie erscheinen, was typisch für die Neue Rechte in der BRD (hier) ist. So versucht sie, die darauf aufbauenden Argumentationsketten intellektueller erscheinen zu lassen, was Einfallstore und ein Mehr an Attraktivität für empfängliche Gemüter im akademischen Betrieb und in politischen und wirtschaftlichen Kreisen bieten soll.

Das kennen wir aus der Geschichte des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts leider nur allzu gut. Die Parallelen zum Aufkommen der Nazi-Ideologie sind nicht zu übersehen. Auch die musste den damaligen Eliten erst irgendwie schmackhaft gemacht werden – übrigens sehr gut dargestellt in dem Film „Hitler – Aufstiegs es Bösen“ (Trailer hier).

Headline des Junge Welt Artikels

Dem Autor gelingt es in besagtem Artikel aufzuzeigen, wie das Denken der heutigen Rechten samt der Partei AfD  funktioniert und auf welchen gedanklichen Grundlagen (Mustern) es steht. So wie damals die  Franzosen (vorm 1. WK) und danach die Juden (vorm 2. WK), nehmen heute der Muslime, völlig undifferenziert zu einem Begriff wie „Islamismus“ zusammengefasst, die Stellvertreterfunktion dessen ein, was es zu bekämpfen gelte. Hauptsache „das Fremde“ als vermeintliche Ursache aller Probleme werde gebannt. Gesellschaftliche Zusammenhänge und die Krise als geschichtlich erreichter und systemimmanenter Zustand des Kapitalismus werden dabei kategorisch ausgeblendet. Solche Kausalitäten sollen auf keinen Fall ins Bewusstsein gelangen.

Kapitalismus erzeugt objektive Gedankenformen, welche die Grundlagen darstellen, um in einem warenförmigen und auf Geld fokussiertem System überhaupt leben zu können. Ideologien sind der notwendige Normalzustand des Denkens. Gerät das System aber anhand seiner eigenen Widersprüche in die Krise und bleiben dabei die tatsächlichen Ursachen unreflektiert oder werden nur in sehr verkürzter Form wahrgenommen (mit Begriffen wie Finanzkrise, Bankenkrise, Kreditklemme usw., bei denen die historische Dimension fehlt oder stark beschnitten ist), dann bietet die Normalität der herrschenden Ideologie keinen ausreichend erscheinenden Ausweg mehr (Bankenregulierung, Einführung von Hartz IV, Negativzins) und die systemimmanenten, unterschwellig vorhandenen Ängste treten an die Oberfläche. Ideologien sind ihrem Wesen nach stets eine intellektuelle Fehlleistung des menschlichen Denkens. Ihr Charakter kann in Krisenzeiten sogar in offene Destruktion, Ausgrenzung und zunächst rhetorische Gewalt umschlagen, die dann letztlich auch physisch auftritt (z.B. brennende Flüchtlingsheime), wenn sie zumindest in den eigenen Reihen oder gar der Öffentlichkeit als ausreichend legitimiert erscheint (man denke historisch auch an sowas wie die Reichskristallnacht, Bücherverbrennungen u.a.).

Das ist – insbesondere heute im Jahr 2017 – aber keineswegs zwingend so, dass Denkmuster einen derart destruktive Ausdruck finden müssen, wie es das Beispiel des Rechtspopulisten Marc Jongen im genannten Artikel zeigt. Man muss keineswegs automatisch zum Islamhasser, Ausländerfeind, Rassisten, Chauvinisten, Sexisten usw. werden. Das sind alles nur ideologische Reflexe auf das, was man selbst nicht versteht, für minderwertig hält oder als Gefahr betrachtet. Das funktioniert wiederum nur durch eine eigene Verdrängung von Realität.

Ignoranz ist gegenwärtig (mal wieder) im bürgerlichen Alltagsbewusstsein zum Normalzustand geworden. Das lässt sich auch daran erkennen, dass politisches Kabarett z.B. in Deutschland seit Jahren Hochkonjunktur hat und sich an all den Widersprüchen, ungelösten Problemen, dem „realen Irrsinn des Alltags“ und  besagter Ignoranz seitens von Politik und Wirtschaft abarbeitet (z.B.  Sendung Extra 3). Das darüber im Publikum überhaupt gelacht werden kann, offenbart, dass  durchaus noch ein – zumindest in Teilen – kritischer Abstand zur Gesellschaft existiert. Nur bleibt der oft unausgesprochen. Nur die geduldeten Hofnarren dürfen das. Genau an diesem Rest an kritischem Kollektivbewusstein können Bürgerbewegungen und eine Partei neuen Typs wie DIE VIOLETTEN im Sinne einer Aufklärung und Emanzipation ansetzen.

Wer einigermaßen ein Gesamtverständnis vom Kapitalismus als Gesellschaftsform hat und diese in den Ablauf der Geschichte einzuordnen vermag, wird auch wissen, dass die Eigenlogik von Geld, Warenkonsum, Arbeitswelt, Marktkonkurrenz, Globalisierung und der Ausbeutungsverhältnisse  selbst genug Ursachen für alle Krisen liefert. Artikel und Buchhinweise dazu finden sich hier auf unserer Internetseite mehr als genug.

Echte Spiritualität ist in diesem Sinne gekennzeichnet von einem ganzheitlichen Verständnis des Universums und unserer Welt. Somit auch von gesellschaftlichen Zusammenhängen, der Philosophiegeschichte, der Entwicklung der Gesellschaftsformen und ihrer dazugehörigen kollektiven Bewusstseinszustände. Der gesellschaftliche Wandel muss daher zunächst einer des  Kollektivbewusstseins sein. Nur durch selbstkritische Einsichten und den Mut zu echten Veränderungen können wir gemeinsam etwas verbessern.

Dabei gilt es vor allem, nicht wieder hinter frühere Erkenntnisse und Einsichten zurückzufallen. Vergangene geistige Fehlleistungen in neuer Art zu reproduzieren ist charakteristisch für sämtliche Rechts- und manchmal auch Linkspopulisten. Auch dazu finden sich hier auf den Seiten Artikel mit entsprechenden Kritikpunkten. Der Artikel von Jürgen Meier zeigt uns, dass es immer noch einen Teil der Menschheit gibt, der nicht gelernt hat bzw. beabsichtigt, sich wirklich befreien zu wollen, der nicht bereit ist, emotional und gedanklich loszulassen und sich von den bestehenden Konventionen und Machtgegebenheiten zu lösen. Wirkliche Freiheit kann nur in einer klassenlosen, (möglichst) herrschaftsfreien Gesellschaftsform existieren. Wenn dadurch die Angst verschwindet und ein echtes – auch strukturell-kooperatives – Miteinander gelebt wird, verschwinden auch Gewalt, Ausgrenzung und die dazu gehörige Rhetorik unserer heutigen Zeit, weil die dahinter liegende Denkform keine Grundlage mehr hat.

Link zum Junge Welt Artikel  und als PDF

Holger Roloff, 24. März 2017

 

weitere Artikel zu diesem Themenkomplex:

Die Sache und ihr Abbild – wie Ideologie entsteht (hier)

Gibt es ein Zurück zur D-Mark? (hier) und (als PDF)

Die hohe Kunst der Selbsttäuschung – eine Einschätzung des Buches „Freiheit statt Kapitalismus“ (Sahra Wagenknecht)  (hier) und (als PDF)

Widersprüche und Denkformen in der Krise (hier) und (als PDF)

Bargeld – retten oder abschaffen? (hier) und (als PDF)

Mehr Zucker für die Kanzlerin (Ankündigung hier) und (Artikel als PDF)

Alles nur ein falsches Spiel? Ein Buchvergleich (hier) und (als PDF)

Krise und Bewusstseinswandel -Interview mit Pinchbeck bei SEIN.de (hier)

Rainer Mausfeld: „Warum schweigen die Lämmer?“ – Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements (Vortrag per Video hier)

Was passiert, wenn jemand auf einem von Ideologie getragener Posten in der Politik mit der Realität konfrontiert wird? Aktuelles Beispiel: Arbeitsministerin Andrea Nahles, deren bekanntermaßen sehr ignorantes Weltbild (besonders hinsichtlich der von ihr vertretenden Arbeitsontologie) gerade einen Schock erleben musste (hier) und (als PDF)

 

 

 

 

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Licht und Schatten zum Thema Asyl

Heute gibt es ein Beispiel dafür, wie kontrovers in der Partei DIE VIOLETTEN Diskurse geführt werden. Das gehört gewissermaßen zur violetten Methodik. Die Wahrheit zu erkennen ist nie leicht. Alle Mitglieder bemühen sich bekanntermaßen, offen dafür zu sein, sehr unterschiedliche Argumente und Sichtweisen zu hören, um sich kreativ zu streiten und so unterbeleuchtete Schattenfelder letztendlich zu erkennen und doch noch mit einem Stück Mehr an Wahrheit auszuleuchten. Erst dann fließen  Erkenntnisse in Konzepte ein. Redaktionelle Textbeiträge geben daher nicht die Sicht der Partei, sondern jeweils nur temporäre Meinungsäußerungen der Autoren im Sinne gedanklicher Anregungen wieder.

Der folgende Text „Licht und Schatten zum Thema Asyl“ (Holger Roloff) ist so verfasst, dass er sich auf einen redaktionellen Beitrag auf der Bundesseite  der Partei DIE VIOLETTEN bezieht. Dieser Ausgangsbeitrag von Autor Jochem Kalmbacher trägt den Titel „Verbesserung der Asylsituation“ und zeigt eine Sichtweise, wie man an das Thema heran gehen kann und welche Schlussfolgerungen bezüglich einer möglichen violetten Politik daraus gezogen werden können ( siehe hier)

Da dem Autor Holger Roloff die darin vorgestellte Analyse jedoch deutlich unzureichend und einseitig erschien, versucht er sich im Folgenden an einer erweiterten Sicht bzw. anderen Haltung.

Das Thema ist sicher alles andere als einfach und wirft die generelle Frage auf, ob es im Rahmen der Kategorie „bürgerlicher Politik“ überhaupt eine zufrieden stellende Lösung geben kann. Es liegt die Einsicht nahe, dass Politik schon (seiner Form nach) Bestandteil des Problems ist und stets ein Gefühl von Unzufriedenheit hinterläßt, egal wie sehr man sich bemüht, dem Thema gerecht zu werden.

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Lieber Jochem,

Du hast es bestimmt gut damit gemeint, mal ein Statement zu aktuellen Thema „Asyl“ abzugeben. Leider ist der Text entweder sehr unglücklich formuliert oder entspringt einer viel zu engen Sichtweise oder einer Haltung, die dem Thema (im violetten Sinne) nicht gerecht zu werden vermag.

Eine Frage der Perspektive in einer 4D Welt

Die in dem Text aufgemachte Perspektive ignoriert völlig die (4.) historische Dimension des gesamten Flüchtlingsthemas. Sie argumentiert allein aus der Sichtweise eines europäischen, gut situierten Wohlstandsbürgers, der sich durch die juristischen Gesetze beschützt wähnt und dessen heile Welt, Ruhe, Ordnung und Wohlbefinden durch die unzureichende Anwendung und Umsetzung der Gesetze gestört wird. Es liest sich, als wenn es hier nur um einen Mangel an preußischer  Korrektheit in deutschen Amtsstuben und in der Politik ginge, was kritisiert werden müsste. Das mag manchen durchaus aus der Seele sprechen, wäre dann aber nichts als eine Anbiederung an die Vertreter des post-faktischen, ignoranten Teils im Bürgertum. Solche Darstellungen erfreuen bestenfalls PEGIDA-Anhänger, CDU/CSU- und AfD-Wähler, aber nicht jemanden, der eine violette Antwort sucht.

Das strahlt dieser Text summa summarum leider aus…auch wenn es vielleicht nicht so gemeint war. Vielleicht kannst Du ja ggf. nochmal selbst ein paar korrigierende Anmerkungen dazu machen…?!

Dabei ist es ganz einfach, die Sachlage richtig zu sehen:

https://youtu.be/jyD0Anyn4hs

So bezieht sich die Darstellung leider ausschließlich positiv auf Kategorien wie „Politik“ und das „bürgerlich-staatliche Gewaltmonopol“ sowie die Existenz von Abgrenzungen der Menschen durch die Form von „Nationalstaat“ und Hoheitsgebieten wie der „EU“, ohne zu reflektieren, wie deren kausale Verstrickungen und Mitschuld an den Fluchtursachen aussieht und wie an deren Süd-Grenzen mit Zäunen und Gewalt gegen Menschen vorgegangen wird, was eine Verletzung der Menschenwürde nach unserer Verfassung darstellt (da steht ja die Würde des Menschen(!) ist unantastbar…nicht des Bürgers(!), der zwingend irgendwelche Papiere haben muß, um überhaupt Mensch zu sein). Von direkten und indirekten Verbindungen und finanzieller Unterstützung der ISIS durch den europäischen Kapitalismus und dessen internationaler Partner ganz zu schweigen. Hinzu kommen die damit induzierten Parolen, die die Lage zusetzlich ideologisch anheizen:

https://youtu.be/vN6GRuB2L4Y

 

Eine Frage der Haltung

Schon mal darüber nachgedacht, dass das ganze Asylrecht vielleicht nur ein moralisches Feigenblatt des Westens darstellen könnte? So gesehen würde das ganze Bild samt Frontex und Bekämpfen von Schleusern nämlich Sinn ergeben. Leider. Das war keine Asylpolitik, sondern eine Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge. Es ist Angela Merkels einziges Verdienst ihrer gesamten Amtszeit, das mit ihrer gescholtenen „Wir schaffen das!“-Mentalität wenigstens etwas abgemildert zu haben, wofür sie aus eigenen Reihen aber sofort massiv Kritik einstecken mußte (was übrigens auch nicht heißt, dass ihre Asylpolitik richtig gewesen wäre – dazu unten mehr).

Die Verlogenheit und Heuchelei des Westens ist kaum zu übersehen. Der Diskurs um das Asylrecht ist nichts weiter als eine Maske, die man der Fratze der herrschenden Gesellschaftsform aufsetzt, um deren wahren Charakter nicht ins Gesicht schauen zu müssen. So gewann man 2015/2016 wunderbar Zeit für weitere Waffengeschäfte mit dem arabischen Raum. Immer getreu dem Motto: Geschäft ist Geschäft. Macht ist Macht. Recht bleibt Recht. Siehe („Koalition der Heuchler“ hier ) und („Waffenminister Gabriel“ hier)

Spirituell gesehen wäre meiner Auffassung nach genau das Gegenteil richtig. Es bedarf langfristig eines entschlossenen Bruches mit den gesellschaftlichen Konventionen sowie – bis dahin – wenigstens eines politischen Grundtenors, der es wagt, ungewöhnliche Schritte zu gehen, auch wenn man dann vielleicht nicht wieder gewählt wird. Oder vielleicht doch? Gerade deshalb?

https://youtu.be/VUIFgJHLBTw

Ehrlichkeit bedeutet: man muss sich entscheiden – Wahrheit oder Lüge. Die besagten Konventionen basieren auf Angst und Gewalt. Deshalb brauchen sie diese Lügen, für ihren eigenen Fortbestand. Deshalb fürchten alle Nationalstaaten seit jeher die Wahrheit – manche stärker (z.B. derzeit Türkei), manche etwas weniger… Die Unterschiede sind durchaus im Alltag spürbar aber ihrem inneren Wesen nach identisch.

 

Violettes Handeln und die Abgrenzung zum Pseudo-Bunt der FDP

Dem Aspekt der Verbundenheit aus der „Violetten Präambel“ kommt im Ausgangstext somit zu wenig Aufmerksamkeit zu, was man allein schon sprachlich daran erkennt, dass in dem Text nicht einmal der Begriff „Solidarität“ vorkommt.

Christian Lindner (FDP) ist in diesem Sinne übrigens auch keine gute Referenz, auf die man positiv verweisen kann. Sein Verständnis von „Freiheit“ schließt die oben beschriebene, auf struktureller Gewalt basierende Herrschaftsform vollständig ein. Schließlich ist er Vertreter genau jenes Neoliberalismus, den seine Partei maßgeblich in Deutschland etabliert hat, (man erinnere sich an das berühmte Lambsdorff Papier 1982 hier) – „FDP und die Krise des Liberalismus – Wer braucht noch die FDP?“ (siehe hier)…was im weiteren Verlauf maßgeblich zu der heutigen internationalen Krisensituation geführt hat. Und selbst heute, wo die bürgerliche Presse dieser gescheiterten Politikrichtung längst ein Betten zur letzten Ruhe zugesteht – „Der Tod des Neoliberalismus“ (siehe hier), setzt die FDP weiter auf den alten Kurs. Dabei verstehen immer mehr Ökonomen ihr eigenes System nicht mehr und wundern sich, warum es nicht mehr funktioniert („IWF-Ökonomen rechnen mit dem Neoliberalismus ab“ hier).

Dieses Scheitern ist Bestandteil der Fluchtursachen

Jenseits dieser Einsichten versucht Herr Linder – uneinsichtig wie eh und je – im Gemisch bunter Farbgebung – per „Marketing“ –  den Leichnam Neoliberalismus via FDP wieder zu beleben. Da darf man sich durch das Violett-nahe Magenta nicht täuschen lassen. Die Bemalung der Maske ist Bestandteil der Farce, die sich dahinter verbirgt.

 

Was wäre die echte Alternative in Sachen Asyl gewesen?

Wenn die bürgerliche Politik wirklich an ehrlicher Solidarität und dem unkomplizierten, schnellen Schutz durch Asyl interessiert gewesen wäre, dann hätte man das, anstatt das Feld Schleusern zu überlassen oder gar auf deren Boote zu schießen, diplomatisch und organisatorisch sehr leicht in geordnete Bahnen und Fluchtwege lenken können, indem die Bundesregierung und die ganze EU offizielle Einreisewege für alle Flüchtlinge angeboten hätte.

Anstatt sich nur unsichere Fluchtrouten samt tödlicher Katastrophen im Mittelmeer anzuschauen, hätte Europa mit Flugzeugen gezielt und sicher Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten abholen können. Dann hätte auch niemand seine Papiere weggeworfen, denn man will ja die Chance haben, sicher an Bord so einer Maschine zu kommen, wozu Dokumente dienen.

Das wäre eine sinnvolle Rettungs-Politik für diese Menschen gewesen – mit lauter positiven Folgen. Ebenso unkompliziert konnte man straffällig gewordene Personen auch wieder leicht mit diesen Flugzeugen zurückfliegen, wenn diese durch ihr Verhalten den Transportservice und das Gastrecht meinen mißbrauchen zu können und so quasi darum bitten, zurück zu wollen. Dieser Art von Bitte kann man dann – soweit möglich – entsprechen. Das ist nachvollziehbar oder zumindest diskutierbar. Gilt für ISIS-Anhänger ebenso. Alle heutigen „Abschiebeprobleme“ sind also hausgemacht.

https://youtu.be/zeT_5VvGNlM

 

Spirituelle Bedeutung und EU-Politik

In der ganzen Flüchtlingssituation steckte spirituell gesehen eine riesige, einmalig-historische Chance, nämlich eine große Verbundenheit zu Ländern wie Syrien, Tunesien, Marokko usw. aufzubauen. Das zu erkennen und strukturelle Antworten zu geben, wäre eine kluge, weitsichtige (violette) Sicherheits- und Außenpolitik gewesen!

So verbindet man Völker auf positivem Wege, durch bewußte, bedingungslose Hilfe, wenn sie gebraucht wird. Das merken sich Menschen über viele Generationen und kolportieren solche Erfahrungen, denn die meisten wollen eh in ihre Heimat zurückkehren. Negative Erfahrungen werden natürlich ebenso im kollektiven Gedächtnis gespeichert. Insofern ist der Teil der im Ausgangstext geübten Kritik an der Asylpolitik natürlich auch völlig richtig. Man muss sie jedoch völlig anders denken und argumentativ aufziehen. Ganzheitlich.

Zu letzterem gehört natürlich auch die EU-Außen- und Wirtschafts-Politik, die neoliberal darauf ausgerichtet war, die Wirtschaft vieler heutiger Fluchtländer systematisch auszubeuten, den Menschen die Lebensgrundlagen zu rauben und eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung zu verwehren (was als Argument für sich allein gilt und nicht etwa zu verstehen wäre als Positivierung des Kapitalismus).

Dafür stärkte die EU stets die Position der Konzerne des Westens, damit die Geldströme überwiegend immer in unsere Richtung fließen. Die Flüchtlinge folgen diesen Strömen nur.

Das ist das, was mit den Lügen kaschiert werden soll. Schon Ende der 90er Jahre war vereinzelt zu erfahren, dass für jeden Dollar Entwicklungshilfe für Afrika durch den Westen 150 Dollar aus dem Kontinent wieder herausgeholt wurden. Das verschweigt Herr Lindner natürlich. Wie gesagt – ein guter Bezugspunkt würde anders aussehen.

Holger Roloff

Die Violetten, Hamburg, 21.01.2017

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Weitere Artikel-Links zum Thema vom Januar 2017:

Erpressung lohnt sich – deutsche Aufrüstung in der Türkei (PDF hier)

Hochrüsten statt helfen – deutsche Aufrüstung und die Vorgaben durch die NATO-Strategie – die andere Seite der Flüchtlingskrise   (PDF hier)

Ausbau des Überwachungsstaates – Aufrüstung im Inneren (PDF hier)

Pamela Anderson stellt sich der Realität und besucht ein Flüchtlingslager (hier)

Nachtrag vom 03.04.2017 gefunden bei JUNGE WELT online:

Zitat des Tages 

“Das Programm von Martin Schulz könnte tödlich für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit sein und individuelle Aufstiegschancen in der Mitte der Gesellschaft kosten.” (FDP-Chef Christian Lindner im Tagesspiegel am Sonntag über Verlautbarungen des SPD-Kanzlerkandidaten)

eigene Anmerkung: …nicht dass Herr Schulz tatsächlich der soziale Held wäre, der er vorgibt zu sein (das müßte er erst noch durch Taten beweisen) – oder dass das Argument von Herrn Lindner – soweit sie die Wettbewerbsfähigkeit betrifft, immanent nicht richtig wäre, …darum geht es nicht. Sondern  dieses Zitat entlarvt vielmehr dessen Art zu denken (vgl. auch oben) und die damit verbundenen, systembedingten Ängste. Es zeigt, welche Prioritäten er setzt. Humanismus und sozialer Fortschritt stehen bei ihm als FDP-Mann eben hinten an. Das Diktat des Marktes kommt bei ihm vor allem anderen, getreu dem alt bekannten Motto „Sozial ist, was Arbeit schafft.“…und das stellt das Verhältnis Mensch-Natur auf den Kopf.

Kategorial ausgedrückt gilt vielmehr, dass alle, die stoffliche Natur verändernden Tätigkeiten (=“konkrete Arbeit“) den notwendigen gesellschaftlichen Aufwand darstellen. Notwendig war dieser Aufwand aber nur, solange die stoffliche Seite noch unterentwickelt war, also vor vielleicht 200 Jahren bzw. erneut nach den Zerstörungen des 2.Weltkrieges. Warum aber sollte man den heute, in einer ausgesprochenen Überflussgesellschaft, erhöhen, in der wir an diesem Überfluss leiden???

Genau wegen solcher Widersprüche ist die dahinter stehende Haltung und Denkform eine Ideologie. Wer mehr dazu wissen möchte, vor allem, wie solche Gedanken zustande kommen, seien alle Artikel hier zum Themenkomplex Ideologie empfohlen.

 

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Vortrag in Hamburg zur Weltkrise

Aus aktuellem Anlass gibt es an dieser Stelle wieder einen Veranstaltungstipp. Der Wirtschaftsautor Tomasz Konicz ist anläßlich der Veröffentlichung seines Buches mit dem Titel „Kapitalkollaps – Die finale Krise der Weltwirtschaft“ am Donnerstag den 10. November 2016 in Hamburg zu Gast. Er wird in seinem Vortrag eine Analyse des gegenwärtigen Entwicklungsstandes der kapitalistischen Weltkrise vornehmen und Zusammenhänge aufzeigen, die sich gemeinhin dem Alltagsbewusstsein entziehen. So besagt eine seiner Thesen, dass alle –  meist einzeln wahrgenommenen Krisen – eine gemeinsame Ursache haben.

Auch die aktuelle US Wahl wird dabei eine Rolle spielen. Der Wert des US-Dollars wird bekanntlich nicht mehr, wie in der Vergangenheit, durch die ökonomische Stärke der USA bestimmt, sondern durch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten die weltweit größte Militärmaschinerie besitzen. Es ist also durchaus von geopolitischer Bedeutung, wer ab Januar 2017 zukünftig an der Spitze stehen soll und was der oder diejenige dann nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem militärisch vor hat.

Datum: 10. November 2016

Beginn: 20:00 Uhr

Ort: Centro Soziale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, schräg links gegenüber der U-Bahn Feldstraße, dann rechts neben der Kneipe „Feldstern“ (hier)

Organisiert: wird die Veranstaltung vom EXIT-Lesekreis Hamburg (hier)

Seite des Autors: (hier)

Ergänzung 1: Passend – und als Vorbereitung zu diesem Vortrag – melden sich zur US Wahl weitere Stimmen, die man zur Kenntnis nehmen sollte. So z.B. der farbige US-Bürgerrechtler und Journalist Mumia Abu-Jamal, der den scheidenden Präsidenten Obama kritisch aus Sicht der schwarzen Unterschicht in den USA beleuchtet – Beitrag „Not my President“ in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier) und (als PDF).

Ergänzung 2: Ebenfalls passend zum Thema schreibt der deutsche Autor Arnold Schölzel über die geopolitische Weltlage sowie die Verbindung von Politik und Militär – Beitrag „Ende von Demokratie“ – auch in JUNGE WELT (hier) und (als PDF).

Nachtrag vom 20.November 2016: Der Autor Gerd Bedszent schreibt über die Ursachen des US-Wahlergebnisses, die aktuelle Lage Ende 2016 und die Aussichten auf Erfolg der Politik des neuen US-Präsidenten Donald J. Trump (hier) und (als PDF).

Nachtrag vom 09.Dezember 2016: Robert Kurz erläuterte bereits 2005 in seinem Buch „Das Weltkapital“ was Kapitalismus als Weltsystem bedeutet, wie Krise, Globalisierung und Wertabspaltung strukturell und historisch zusammenhängen – hier im Gespräch 2006 (Video hier)

Nachtrag vom 18.Dezember 2016: erneut sehr offene und klare Einblicke vermittelt uns Europäern der Journalist und US-Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal – diesmal über  den angehenden Präsidenten Trump in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier)

Die Innenseite des Klassenkampfes…zur Sozialpsychologie des Faschismus… eine Analyse aus aktuellem Anlass von Götz Eisenberg: (hier)

Das Establishment übt sich in Leugnung…ein Interview zur Lage in der Eurozone und der Darstellung in den Medien mit Yaris Varoufakis beim FREITAG online (hier) und (als PDF)

Warum unsere deutschen Regierungsparteien zu den Leugnern gehören und eine postfaktische, asoziale Innen- und imperialistische Außenpolitik betreiben, begründet auch diese legendäre Bundestagsrede von Gregor Gysi (Video hier)

Diktatur der Alternativlosigkeit – dem Kapitalismus als Gesellschaftsform der warenproduzierenden Moderne wird von der Zivilgesellschaft der Prozeß gemacht – Bericht bei JUNGE WELT (hier)

Vertrauen verzockt zur Lage der Welt Anfang 2017 – ein Kurzbeitrag in der bundesweiten Tageszeitung JUNGE WELT (hier) und (als PDF)

Die Ursache allen Übels – eine Gesellschaft, die auf Geld basiert – Harald Lesch Rede (hier)

Gregor Gysi Rede über die aktuelle historische Lage und die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung der  Politik (hier)

Zukunft, Entwicklung und die Rolle der Medien – Vortrag R.D.Precht (Video hier)

Vom Verfallsdatum des Kapitalismus – Ein Vortrag von Robert Kurz gehalten bereits 2009 (hier)

Deutscher Target-Saldo steigt auf mehr als 800 Milliarden Euro – damit wird sogar das Hoch der Euro-Krise von 2012 überschritten – Bericht in der FAZ (hier)

 

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