Die Violetten in Hamburg

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"Wenn Frau Merkel glaubt, sie kann die abgeschalteten Kernkraftwerke einfach wieder einschalten lassen und einfach 110 anrufen, wenn es Protest gibt, ist sie bei uns falsch verbunden", sagte Rainer Wendt, Verbandschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, dem Handelsblatt Online.

(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Landesvorstand Hamburg

(v.l.n.r. Peter Bauer, Holger Roloff, Johanna Kretschmer)Im Dezember 2018 wurde in Hamburg ein neuer Landesvorstand gewählt, um auch in der Hansestadt die Arbeit ab 2019 fortsetzen zu können. Johanna Kretschmer (Vorsitzende/ rechts), Holger Roloff (Sekretär/Mitte) und Peter Bauer (Schatzmeister/links) sind jetzt die entsprechenden Ansprechpartner.

Insgesamt steht in Hamburg bei den Violetten wohl ein Umbruch bzw. eine Erweiterung an. Im Laufe der Jahre haben sich ehemalige Aktive z.B. dem Netzwerk zum Bedingungslosen Grundeinkommen angeschlossen oder haben Commons-Projekte gegründet, um sich noch stärker auf diese jeweiligen Themenschwerpunkte konzentrieren zu können. Dadurch sind Lücken entstanden und es ist in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden, was Aktivitäten sowie die politische Bildungsarbeit anging. Neue Mitglieder sind also herzlich willkommen!!!

Wer eine Möglichkeit sucht sich ehrenamtlich zu engagieren und wie wir meint, dass es Zeit ist – auch auf der Ebene von Politik (= die Kunst das Zusammenleben zu gestalten) – selbst für einen gesellschaftlichen Wandel zu sorgen, findet bei die Möglichkeit.

Es gibt bei uns jede Menge Freiraum für alle, sich mit ihrem Wissen, Können oder Ressourcen einbringen und Erfahrungen sammeln möchten. Wer sich als Webmaster betätigen möchte und mit WordPress(!) auskennt (unsere Seite hier bräuchte mal wieder jemanden), gut Organisieren kann o,ä., darf sich besonders angesprochen fühlen. Aber auch wer Lust auf Demos und andere Aktionen hat, kann sich bei uns geradezu austoben. Freie Gedanken, Impulse und unkonventionelle Leute und Querdenker sind eingeladen zusammen neue Ideen für unser Land, Europa und die ganze Welt hinaus zu tragen und sichtbar zu machen. Wohin uns die „Normalen“ gebracht haben sehen wir ja. Probleme, die endlich gelöst werden müssen, gibt es da draußen mehr als genug…

Was es schon alles an Ideen und Konzepten bei uns gibt, findet man ganz oben unter „Konzepte und Archiv“ bzw. auf der Bundeshauptseite und den Seiten des aktiven Landesverbandes Hessen und bei Links zu diversen Artikeln hier auf der Seite.

Die Violetten haben es übrigens geschafft, die notwendige Hürde zu nehmen und 4000 Unterstützungsunterschriften zu sammeln, um im Mai 2019 an der Europawahl teilnehmen zu dürfen. Wir werden also auf dem Stimmzettel stehen! Dafür herzlichen Dank an alle, die bereits an uns glauben und ebenfalls von der Bedeutung von Spiritualität im politischen Wirken überzeugt sind.

i.A. des Landesvorstandes Hamburg

Holger Roloff

(Die Violetten – Landessekretär Hamburg)

[ Kontakt: Tel: 040-32510786   +++   Email: holgerroloff (bei) gmx.de ]

+++ Bundes-Seite: hier  +++  Hessen-Seite: hier +++ Hamburg-Seite: hier +++

 

 

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Hand in Hand für Tierrechte

Am Samstag den 27. Oktober 2018 (12:00 – 17:00 Uhr) findet am Jungfernstieg im Zentrum Hamburgs eine große Aktion für Tierrechte statt.

Wenige Tage vor dem 25. Weltvegantag wollen Tierrechtsaktivisten ein Zeichen setzen und einen symbolischen Rekordversuch starten. Es wird versucht, die bislang längste Menschenkette für Tierrecht zu bilden – 1.800 Meter rund um die innere Binnenalster!

Dem soll 15:00 Uhr ein Marsch durch die Innenstadt folgen. Wer für die Lobbyisten der Agrarindustrie, Massen-tierhaltung und Tierquälerei nichts übrig hat und auch denkt, dass Tiere mehr Rechte zugesprochen bekommen sollen, kann sich an diesem Tag energetisch mit Gleichgesinnten verbinden und viel Spaß haben. Natürlich gibt es Info-stände, diverse Gimmicks, Flyer, Plakate etc. Eigene Transparente, Kostüme usw. sind willkommen!

Aufgerufen haben Organisationen, die sich für Tierschutz einsetzen, darunter die Albert Schweizer Stiftung, PETA Deutschland, Animal Rights Watch, das Deutsche Tierschutzbüro mit seiner Anti-Tiertransport-Kampagne namens »Truck You«, Animal Equality Deutsch-land, Sea Shepherd Deutschland, die Ärzte gegen Tierversuche u.a.

 

Sei dabei beim Rekordversuch in Hamburg!

offizielle Homepage: Tierrechtsaktivistenbündnis

genauer Ort: 20354 Hamburg, Jungfernstieg

Details/Beschreibung: hier und hier

facebook: Hand in Hand für Tierrechte


Die Demo war ein großer Erfolg! Tausende waren gekommen. Es war zumeist sonnig, doch schon merklich kühl, und die Stimmung unter mehreren tauend Teilnehmern prächtig. Die Demo  erregte visuell und von den Sprechchören her in der City Hamburg sehr viel Aufmerksamkeit. Hier die ersten Eindrücke:

Bericht der Hamburger MOPO (hier)

Wenn Werbung für Kuhmilch ehrlich wäre (Video)

Milch gesund oder nicht? Eine Ärztin packt aus (Video)

Mehr zum Thema Milchprodukte wird hier erläutert (Video)

Milch – die bittere, historische und medizinische Wahrheit (Video) Tipp: darunter bei „MEHR ANSEHEN“ finden sich Links zu  diversen Vorträge von Ärzten und Wissenschaftlern – hier einer in deutscher Sprache als Beispiel (Video)

Umfangreiche Infoquelle zum Thema Milch (Videoliste)

So einfach wie bei der weinenden Kuh Emma kann die Lösung sein (Video) …einfach loslassen und SEIN lassen. Die eigene Gesundheit sagt Danke (s. hier) und Emma ganz bestimmt auch.

Milch ist alles andere als gesund (Video)

Wie die kapitalistische Wirtschaftsform das Insekten- und Artensterben produziert und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört (Video)

Einfache, erhellende Fragen an den Wissenschaftler Mark Benecke – zu Tieren und Menschen und Gesellschaft (Video)

Können Veganer die Umwelt retten? Hier gibt es wissenschaftliches Basiswissen unterhaltsam vermittelt durch maiLab (Video) und hier eine Reaktion darauf (Video) und hier auch (Video)

Langsam tut sich was in der offiziellen Ernährungsempfehlung – Kanada ist dabei anderen Ländern eine Nase voraus (Video)

Kapitalismus ist eine durch und durch auf Gewalt basierende Gesellschaft, was im Alltag systematisch ausgeblendet bleibt. Deutlich wird das als Entfremdung auch im menschlichen Verhalten gegenüber  Tieren (Video)

Das menschliche „Gesundheitssystem“ verdient oft seinen Namen nicht. Es wird vermehrt kommerziellen Interessen unterworfen – mit dramatischen Folgen für alle Beteiligten (hier)

Klimawende von unten – mit Buch-Download als PDF (hier)

Artensterben nimmt weltweit dramatische Ausmaße an und könnte die ganze Menschheit mit dahin raffen – neue Studienergebnisse zeigen, warum wir aus der Dynamik des Kapitalismus raus müssen (Video) Es bleibt kein Zweifel: Wir müssen uns politisch und ökonomisch einmischen!!! Aktuell mindestens 1200 Arten in unmittelbarer Gefahr (hier)

AWAKE2PARADISE – eine Doku (2019) die endlich die richtigen Fragen stellt und versucht ganzheitliche Antworten auf die grundlegenden, existenziellen Fragen der Welt zu finden (hier)

So nach und nach gibt es in Sachen Tierschutz Erfolge, wie bei IKEA (hier)

Musiker wie DIE  ÄRZTE bringen es 2019 kurz, knackig und humorvoll auf den Punkt (Video)

Warum die Lösung für alles – angesichts einer übermächtigen Problemlage – eine spirituelle Lösung ist – ein Kommentar von Rüdiger Lenz/Tagesdisis 20.03.2019 (hier)

 

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Digitalisierung im Kapitalismus

Die Hamburger Lesekreis der exit!-Redaktion lädt am 18. Oktober 2018 zu einem Vortrag ein:

DIGITALISIERUNG IM KAPITALISMUS.

 

Das Thema hat gleich mehrere, hoch relevante Aspekte. Einerseits sind die Wertschöp-fungsketten maßgeblich von der Digitalisierung von Arbeits- und Handelsprozessen betroffen. Das Verhältnis Mensch-Natur wird auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben. Andererseits beeinflusst die neue Technik auch die sozialen Beziehungen der Menschen zueinander sowie den Umgang mit der universellen Größe Zeit. Die Menschen werden konformiert bis zur inneren Schmerzgrenze der körperlichen und psychischen Belastbar-keit. Das hat negative Langzeitkonsequenzen bis in unsere neuronalen Strukturen hinein. Hinzu kommen die totale Überwachung und Kontrolle des „gläsernen Menschen“, einer falsch verstandenen Vorstellung von dem, was wir uns unter Transparenz wünschen. Die Art und Weise der Digitalisierung folgt unter kapitalistischem Vorzeichen der Logik der Durchsetzung autoritärer Konzepte.

Referent ist Werner Seppmann (Infos), Autor des Buches „Kritik des Computers: Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen“ (Mangroven-Verlag, 2017).

Zitat: „Es geht bei der kapitalistischen Verwen-dungsweise des Computers um mehr als die skandalösen Erfassungs- und Kontrollaktivitäten, denn sie führt zu problematischen Veränderungen in vielen Lebensbereichen: Durch die Verallgemei-nerung digitaler Techniken erodieren zivilisatorische Standards, veröden Alltagsbeziehungen und wird ein marktkonformer Lebensrhythmus durchgesetzt. Die Persönlichkeitsstruktur wird durch die „Computer-Praxis“ so umgeformt, dass sie mit der ununterbrochenen Tätigkeit der Märkte und Informationsnetze übereinstimmt. Digital flankierte Anpassungsprozesse sind die aktuellen Mechanis-men, mit denen der Kapitalismus sich jene Menschen schafft, die er für sein reibungsloses Funktionieren auf hochtechnologischer Grundlage benötigt.“ [Klappentext des Buches]

Wann: Donnerstag 18. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Wo: Centro Soziale / Sternstraße 2, 20357 Hamburg (hier) und (hier) / nur 3 min. Fußweg von U-Bahn/Feldstraße + (hier)

Info: exit!-Hompage, offizieller Flyer

Holger Roloff, 9. Oktober 2018


weitere Artikel zu diesem Themenkomplex:

Kapitalismus wertkritisch erklärt (hier)

Die Rolle des bürgerlichen Sozialstaates (hier)

Preissteigerung und Werte(verfall) (hier)

Wachsender Überwachungsstaat – warum eigentlich? (hier)

(Ver-)Kommenzialisierung des Gesundheitswesens gescheitert (hier)

Die 4.Dimension als unlösbarer Widerspruch des Kapitals (hier)

Hier mal ein Eindruck davon, was die Digital-Technik (Stichwort KI / Künstliche Intelligenz) im Jahr 2018 schon kann. Dass das nicht ohne Auswirkungen bleiben dürfte liegt nahe, auch wenn man noch nicht konkret sagen kann, wo das hinführen wird (Video)

Debatte um eine Maschinensteuer (hier)

Was stimmt nicht am Umgang und Einsatz moderner Technik unter kapitalistischen Bedingungen? Worin liegt die Entfremdung? Das offenbaren  ungewollt entsprechende Kino-Filme wie z.B. „Transformers“ (Video), „Johnny English – Man lebt nur dreimal“ (Video)

Supermonopole als Lösungs-Vision? – die Idee des deutschen Wirtschaftsministers – eine weitere Illusion des Kapitalismus offenbart die systemischen Grenzen der Weltmarktlogik (Video)

Mehr Technikeinsatz in der Warenproduktion erzeugt im 21. Jhd. langfristig den Trend einer stetig sinkenden Profitrate. Es ist gesamtgesellschaftlich immer weniger zum Verteilen da. Altersarmut und leere Staatskassen sind die Folge. Aktuell hält die Simulation der Mehrwertproduktion durch den Verkauf von fiktiven „Finanzprodukten“ im Bankensektor die Realwirtschaft durch Rückflüsse noch künstlich am Laufen – doch eine unbegrenzte Ausweitung solcher Geschäfte sowie der Verschuldung im Kreditwesen als Kompensationsmechanismen sind nicht dauerhaft durchzuhalten. Ein Kommentar von Susan Bonath zeigt diesen Zusammenhang für Tagesdosis 22.10.2018 am Bsp. der Renten auf (hier)

Zum Marktversagen (allen voran der Telekom) kommt das Totalversagen der deutschen Politik hinzu – sichtbar z.B. in Sachen Ausbau eines Internet-Breitbandnetzes (Video)

Der erste Quantencomputer wird 2019 in Las Vegas offiziell vorgestellt. Vor nur zehn Jahren war das noch reine Theorie. Damit beginnt eine neue Stufe der technischen Entwicklung, die wiederum weitere nach sich ziehen wird, samt gesellschaftlichen Folgen, die heute noch gar nicht abzusehen sind – Bericht in der FA (hier)

Die technologische Entwicklung erzeugt die historische Notwendigkeit, unsere Gesellschaft zu verändern. Ein BGE ist der erste Schritt in diese Richtung. Selbst Dirk Müller – als bekannter Vertreter des Kapitalismus – sieht das ganz klar auf uns zukommen (Video) und hier (Video)

Komplexe Systeme (wie Kapitalismus) erreichen innere Kipppunkte – der kleinste Teil hat mit dem großen Ganzen zu tun. Es geht nicht so weiter wie bisher! Ein Vortrag vom deutschen Physiker Harald Lesch (Video)

Selbst Naturwissenschaftler sprechen sich inzwischen für ein BGE aus – hier erläutert der Physiker Harald Lesch, was er im eigenen Umwelt beobachtet (Video)

Showdown für den Kapitalismus – jetzt wird selbst Zweiflerin in den USA allmählich, wer am Ende Recht behält – ein Kommentar von Jeff Cohen für Tagesdosis 13.2.2019 (hier)

Bargeld retten oder abschaffen? – Moderne Technik, Computer und Internet sollen unter dem hochgradig manipulierenden Begriff „finanzielle Inklusion“ zur Bargeldabschaffung eingesetzt werden (hier)

Wie reflektieren Künstler diesen Zeitgeist? So wie z.B. NEUSCHNEE (Video)

Die Sündenbock-Propaganda der Markt-Mythologen – ein Kommentar von Susan Bonath bei Tagesdosis 2.3.2019 analysiert und hinterfragt die neuen Hartz IV-Konzepte (hier)

Die Digitalisierung hat schwerwiegende Folgen für den Medienbereich. Der Versuch der Zensur von unliebsamen Inhalten klopft so durch die Hintertür und über Umwege an – wie Artikel 13 – der indirekt als Zensur-Schlüssel dienen soll. Doch mit so massiven Protesten hat man wohl nicht gerechnet (hier)

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Die Rolle des bürgerlichen Sozialstaates

Zum Repertoire der typischen Beteuerungen, die von Politik und Medien immer wieder zu hören sind, gehören die Loblieder auf den „deutschen Sozialstaat“. Das hat nicht nur Tradition, sondern wurde historisch geradezu zum Maßstab erhoben, an dem sich andere Länder zu messen hätten.

Hinter diesem Mythos, der einem Vorhang gleich, als grauer Nebel vor den sozialen Realitäten hängt, lassen sich wirkliche Zusammenhänge und Disproportionen der Sozialverhältnisse wunderbar verschleiern. In den Rest des öffentlichen Bildes werden bunte Warenberge geschoben, so dass jeder sein Gewissen und emotionale Löcher durch Konsum leicht stopfen kann, solange man noch das nötige Kleingeld hat, um konsumieren zu können. Das Erwachen begingt erst dann, wenn einen selbst das Gespenst des sozialen Abstiegs erreicht, wenn die Angst sich nähert, abgehängt zu sein und die Armut Dank Ebbe im eigenen Portemonnaie nicht mehr zu leugnen ist. Spätestens dann beginnt der eigene Simulationsmodus, um das Wohlstandsbild auch Außen aufrecht zu erhalten (vgl. hier).

„Marktwirtschaft“ – also die kapitalistische Produktions- und Lebensweise – das sagen selbst ihre schärfsten Kritiker – ist zwar die bislang erfolgreichste, produktivste und am höchsten entwickelt gesellschaftliche Form, welche die Menschheit bisher entwickelt hat. Aber das ist eine relative Aussage. Sie bedeutet keineswegs, dass Kapitalismus an an sich gut und eine sachlich kluge Art zu wirtschaften wäre. Produktion ist eben keineswegs zu verwechseln und gleichzusetzen mit gesellschaftlichem Fortschritt an sich. Sich damit zu befassen, wie die Zusammenhänge tatsächlich strukturell zusammenhängen, wäre Aufgabe der Soziologie und kritischen Theorie. Dem kommt sie oft allerdings nicht ausreichend nach.

Buchcover Der soziale Staat

Es gibt positive Ausnahmen, die Klartext sprechen. In diesem Sinne weist die Tageszeitung JUNGE WELT auf eine bemerkenswerte Buchveröffentlichung der Soziologie hin. Publiziert im Hamburger VSA-Verlag werden die neuesten soziologischen Erkenntnisse durch die Autoren Renate Dillmann und Arian Schiffer-Nasserie veröffentlicht. Diese Publikation lüftet den Vorhang des Nebels auf und flutet die Schattenwelt der kleinbürgerlichen Idylle mit der notwendigen Menge Licht. Titel: „Der soziale Staat: Über nützliche Armut und ihre Verwaltung – Ökonomische Grundlagen – Politische Maßnahmen – Historische Etappen“.

Was darin zum Vorschein kommt ist die im Alltag millionenfach gefühlte Wahrheit, dass Arbeitslosigkeit und Armut zum System dazu gehören. Der Kapitalismus schaffte es zwar historisch in der Zeit des Fordismus (Keynianistisch-fordistischer Wohlfahrtsstaat nach dem II. WK) zum Erfolgsmodell zu werden (=“soziale Marktwirtschaft“) und damit den Eindruck zu erwecken, man wäre in Sachen Modernisierung auf gutem Wege. Doch das täuschte, denn sozialer Fortschritt war kein unabhängig anvisiertes humanistisches Ziel des Westens, sondern ein Zugeständnis im Wettstreit mit dem Realsozialismus im Osten. Bereits mit Rückkehr der Massenarbeitslosigkeit in den 1970er Jahren bekam das Bild Risse. Der Keynianismus scheiterte im Westen und wurde durch den Neoliberalismus als politischen Verwaltungsdenken in Wirtschaft und Politik abgelöst. So begann ab 1980 die Globalisierung. Damit kehrte auch echte Armut zurück, was bei gleichzeitigem Anstieg des materiellen Wohlstandes insgesamt natürlich ein offenkundiger Widerspruch war.

Mit dem Scheitern des Marxismus im Osten 1989 fiel das ideologische Gegenmodell weg und somit auch der Grund für das Kapital im Westen, weiterhin derartige Zugeständnisse zu machen. Sozialer Fortschritt kostet immer Geld. Das ist eine Binsenweisheit. Nichtsdestotrotz verstanden sich neoliberale Ideologen mit ihrer marktkonformen Rhetorik bestens darauf, die prekärer werdenden Verhältnisse begrifflich so darzustellen und zu verdrehen, dass es ab den 1990er Jahren so erschien, als wenn Reformen unabdingbar wären. Der Gürtel sei nun enger zu schnallen. Der Sozialstaat sei zu reformieren, sprich abzubauen. Eine Politik der Sparsamkeit (Austeritätspolitik) sei nun alternativlos und das geeignete Mittel der Wahl, um weiteren Fortschritt zu erzielen. Das verdrehte natürlich die Tatsachen. Scheinbare Gründe zur Rechtfertigung zauberte man locker aus dem Ärmel, wie ein Zauberer weiße Hasen. Auf den versprochenden Fortschritt warten wir bis heute. Der ist eher in China zu sehen, als hierzulande. Globalisierung wurde öffentlich nicht mehr dargestellt als Folge politischer Entscheidungen, aufgrund der Krise des Kapitalismus des 1970er Jahre, sondern als unabänderbare Naturkatastrophe, gegen, die man nichts machen könne. Welche Farce…

Das Ergebnis dieser Politik ist hinlänglich bekannt. Welche Rolle der bürgerliche Sozialstaat historisch inne hatte, lässt sich aus heutiger Sicht also eindeutig und selbstkritisch reflektieren. Genau das haben die Autoren gemacht. Wer Wesen, Bedeutung und Charakter des Sozialstaates verstehen will, findet es selten so gut auf den Punkt gebracht wie in diesem Buch. Schon der genannte JUNGE WELT-Artikel verschafft einem eine Vorahnung davon.

Verwaltete Armut– der genannte Artikel in JUNGE WELT (hier als PDF)

Holger Roloff, 05. Oktober 2018


weitere Beiträge zu diesem Themenkomplex:

Berichte und Infos rund und das Thema „Hartz System“Gegen-hartz.de

Kapitalismus wertkritisch erklärt (hier)

Selbst eine Organisation wie Oxfam verfehlt mit seiner Analyse die Rolle des bürgerlichen Staates und kommt zu zweifelhaft positiven Ergebnissen, wie ein Beitrag in der Tageszeitung JUNGE WELT offen legt (hier)

Der Staat ist um Teilung von Menschen und Macht bemüht, um den Status quo seiner selbst aufrecht zu erhalten (hier)

Der Teufel und die Horrormärchen (hier)

Des armen (Raub)Ritters neue Ideen (hier)

Wachsender Überwachungsstaat – warum eigentlich? (hier)

(Ver)Kommerzialisierung des Gesundheitssystems gescheitert (hier)

Digitalisierung im Kapitalismus (hier)

Die Zukunft des Kapitalismus, sein Wesen, sein Charakter, Konkurrenz, Sozialabbau, austauschbare Politiker – ein Kommentar von Susan Bonath zum inneren Zusammenhang von allem in unserer Gesellschaftsform bei Tagesdosis 5.11.2018 (hier)

Arbeitszwang als Bedingung zur Kapitalsteigerung ist charakteristisch für Faschismus – wie der zur irrationalen Normalität wird offenbart dieser Beitrag von Susan Bonath (hier)

Licht und Schatten zum Thema Asyl (hier)

Klassenbewusstsein in Frankreich, Tiefschlaf in Deutschland – Susan Bonath über die „Gelbwestenbewegung“ 10.12.2018 KenFM (hier)

Massenmigration als Flucht vor Massenarbeitslosigkeit – der Mensch als Ware Arbeitskraft im Spiel westlicher Politik – ein Beitrag von Rainer Ruppig für Tagesdosis 11.01.2019 (hier)

Aufgabe, Sinn und Zweck des Staates offenbaren sich stets in seiner Rechtsprechung – Untertanen zu erziehen, um die Ausbeutungsverhältnisse auch aus Sicht der juristischen Seite aufrecht zu erhalten (hier)

Zum Verteilungsirrsinn im Kapitalismus„Arme haben freie Wahl – Hamsterrad oder Hungerstrafe“ eine Sachbestandsaufnahme von Susan Bonath für Tagesdosis 21.01.2019 (hier)

Selbst Naturwissenschaftler sprechen sich inzwischen für ein BGE aus – hier erläutert der Physiker Harald Lesch, was er im eigenen Umwelt beobachtet (Video)

Trotz der angeblichen „Segnungen des Sozialstaates“ ist in Deutschland für viele Menschen nichtmal ein vollwertiges, gesundes Essen als garantiert, z.B. wenn man seine Arbeit verliert – berichtet die Frankfurter Allgemeine (hier)

Oxfam und Transparency International legen neue Zahlen vor – sie zeigen die großen Trends unserer Zeit auf – Tagesdosis 02.02.2019 (hier)

Sozialdemokraten, Nationalisten und ihre Mär vom Staat – ein Kommentar von Susan Bonath für Tagesdosis 11.02.2019 (hier)

Ohne Analyse keine Lösung – ein Kommentar von Susan Bonath, der auf die inneren, antagonistischen Widersprüche im Kapitalismus verweist (hier)

Es wird gern so getan als sei nicht genug Geld für soziale Verbesserungen da, doch bei so überflüssigen Dingen auf der Ausgabenseite wie militärischer Aufrüstung (welches Nachbarland soll uns eigentlich angreifen?) oder auf der Seite entgangener Einnahmen wie bei den kriminellen Cum-Ex-Geschäften, macht der Staat was? NICHTS – die ARD berichtet (hier)

Die Sündenbock-Propaganda der Markt-Mythologen – ein Kommentar von Susan Bonath bei Tagesdosis 2.3.2019 analysiert und hinterfragt die neuen Hartz IV-Konzepte (hier)

Was machen neoliberale Think Tanks, wer finanziert sie, welchen Einfluss üben sie aus und wie lenken sie angebliche „Systemkritiker“ – Kommentar/Susan Bonath (hier)

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