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"Wenn Frau Merkel glaubt, sie kann die abgeschalteten Kernkraftwerke einfach wieder einschalten lassen und einfach 110 anrufen, wenn es Protest gibt, ist sie bei uns falsch verbunden", sagte Rainer Wendt, Verbandschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, dem Handelsblatt Online.

(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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Archiv für die Kategorie „Holgers Welt“

Wachsender Überwachungsstaat – warum eigentlich?

Warum ist das neue BND-Gebäude größer als die ehemalige Stasi-Zentrale in der DDR?

R.D.Precht – hier in einem kurzen Interview – zeigt seine eigene Staatsgläubigkeit (Etatismus), stellt aber auch kritische Fragen. (Video) Die Realität und Irrationalität dahinter lauten in Wahrheit, dass die warenförmige Gesellschaftsform (kapitalistische Produktions- und Lebensweise), ideologisch oft beschönigend noch als „Marktwirtschaft“ bezeichnet, nur künstlich durch Gewaltorgane aufrecht erhalten werden kann. Diesen Teil des Sachverhaltes deutet Herr Precht bestenfalls wage und indirekt an, läßt ihn ansonsten aber lieber ungenannt. So ist selbst diese kleine und berechtigte Kritik am Staat und dem BND nur eine Scheindebatte, getreu dem Motto, man möge doch die Kirche im Dorf lassen – sie solle nur nicht so groß ausfallen.

Zusammenhänge tarnen

Solche heiligen „Kirchen“ und Scheindebatten finden wir derzeit überall (oft entlarvt durch Karikaturen z.B. hier und hier). Damit versuchen Politik, Lobbyismus und Mainstreammedien offenbar den eigentlichen Entwicklungszusammenhang hinter den äußeren Erscheinungen zu verdecken bzw. aus dem öffentlichen Bewusstsein zu drängen. Ein Zufall ist das jedenfalls nicht. Andernfalls würde nicht so viel in derartige Kampagnen investiert werden, sowohl von privaten  Interessenverbänden als auch von Seiten des Staates. Die Debatten würden auch viel breiter geführt werden.

BND-Gebäude kontra Stasi-Gebäude 1

Je größer die aus der grundlegenden Krise des Kapitalverhältnisses erwachsenden Widersprüche und Probleme werden, desto weniger Transparenz, Offenheit und Vertrauen ist der bürgerliche Staat offensichtlich gewillt, seinen Bürgern zuzugestehen. Anstatt die Konsequenzen aus den Skandalen der letzten Jahre zu ziehen (NSU-Skandal etc.) und diese Behörden endlich allesamt einzumotten (…und was würden da für Gelder freigesetzt!), setzt man ihnen sogar noch kostenaufwendig größere Gebäude hin. So meint man wohl politische Stabilität zementieren zu können.

Wiederholt sich hier etwa Geschichte?

Das erinnert geschichtlich betrachtet sehr stark an die jüngere Vergangenheit – die DDR-Zeit und die Stasi. Dieses Ministerium für Staatssicherheit hat zu allem möglichen geführt – nur nicht zu mehr Vertrauen in der Bevölkerung, mehr Stabilität und mehr Sicherheit. Ganz im Gegenteil. Die spürbare, innere Energie des Misstrauens und Spitzeltums trugen maßgeblich zum Vertrauensverlust in der Bevölkerung,  zur Destabilisierung und damit zum unvermeidlichen Ende der DDR bei.

Materialschlacht vs. Terrorgefahr

Und heute? Mehr Kameras, Big Data, Vorratsdatenspeicherung, Flächenüberwachung und Denunziantentum verhindern weder Terrorismus, noch die Gedankengänge, die zu ihm führen. Diese Materialschlacht um mehr Sicherheit ist verloren, bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Man hat die Konsequenzen so einer Entwicklung nicht richtig zu Ende gedacht. Man opfert den bescheidenen Rest an bürgerlicher Freiheit und die alternativen Möglichkeiten lieber dem Populismus – orientiert am Vierjahresrhythmus der Wahlen – stets den eigenen Karriereweg vor Augen. Warum gibt es da eigentlich kein Feedbacksystem, welches solchen Fehlentwicklungen einen wirkungsvollen Riegel vorschiebt? Eigentlich sollten das mal Gesetze leisten. Doch die werden einfach schrittweise so geändert und angepasst, dass sie der neuen Überwachungsdoktrin folgen. So wird die Konformität umgekehrt proportional wieder hergestellt.

BND-Gebäude kontra Stasi-Gebäude 2

Seit die Regierungsdoktrien der westlichen Staaten meint, mehr Frieden, Ruhe und Ordnung  mit einem Mehr an Überwachungsstaat erreichen zu können, haben Kriege und Gewalttaten in Form von Terrorakten weltweit erkennbar zugenommen. Sie wurden zum Exportartikel. Die zersplitterten Grüppchen oder gar Einzeltäter agieren inzwischen autonom aus ihrer eigenen ideologischen Denkform heraus und damit so spontan und überraschend, dass kein Geheimdienst der Welt sie alle von ihren Taten abhalten könnte.

Vertrauen kostet nichts – man schenkt es

Wie wäre es denn damit, es mal mit dem Gegenteil zu versuchen, endlich mit offenem Visier zu agieren und ebenso offene Debatten zu führen, sich also bewusst gegenseitig in die Karten schauen zu lassen?*

Einhergehend mit strukturell gesicherter, sozialer Sicherheit und Basisdemokratie auf allen Entscheidungsebenen, anstatt von Lobbyismus beeinflusster politischer Elfenbeinturm-Gesetze, könnten wir gemeinsam gewalttätigem Denkformen den Nährboden entziehen. So schwer wäre es also nicht, strukturell gefestigte Sicherheit zu generieren.

Menschen, die spüren dass man sie hört, dass sie wahrgenommen und selbst etwas aktiv mitzubestimmen haben, entwickeln auch nicht den Wunsch, sich destruktiv Gehör verschaffen zu müssen. Nur manche (und auf jeden Fall noch zu viele) US-Amerikaner glauben bis heute, man könne fast jedes Problem mit einer Waffe lösen – sie müsse nur groß genug sein. Analog ist es mit dem Überwachungsstaat, Polizei, Geheimdiensten, Militär und NATO. Deren Anteil zur Destabilisierung wächst. Das lässt erahnen, was wir in Zukunft als Ergebnis erhalten werden.

BND-Gebäude kontra Stasi-Gebäude 3

Denn – man erntet stets dass, was man zuvor ausgesäht hat. Die Ausrichtung der bürgerlichen Politik könnte gegenwärtig falscher nicht sein. Allen voran die westlichen Staaten haben es sogar geschafft, das nach der Wende 1989 endlich wachsende Vertrauensverhältnis zu Russland wieder tief zu erschüttern. Das dient allein der Rüstungsindustrie und NATO-Strategie (wir erinnern uns – Stichwort Ost-Erweiterung) – aber niemals dem Frieden.

Die Kritik an dieser Ausrichtung dieser Art Außenpolitik ist also sachlich berechtigt und erklingt inzwischen auch aus allen politischen Lagern. Eine bewusste Friedenspolitik sähe anders aus, würde auf Entspannung, Solidarität, vertrauensbildende Maßnahmen und Völkerverständigung setzen. Das hat auch eine Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Jugend durchaus alles mal gelernt – als Mitglied der FDJ (Freie Deutsche Jugend) in der DDR. Wo ist das geblieben? Vergessen? Verdrängt? Der Karriere geopfert? Solche Fragen bleiben heute in den Medien kategorisch in der Schublade…bis sie irgendein ahnungsloser Esel in 20 Jahren dort mal findet. Für eine andere Politik im Hier und Jetzt ist es dann zu spät.

Hoffen wir also, dass der Wind sich vorher dreht und versuchen selbst aktiv etwas dazu beizutragen.

Holger Roloff, 05. April 2018

PS: * = in einer auf Marktkonkurrenz basierenden Gesellschaftsordnung wie dem Kapitalismus ist das natürlich nicht wirklich möglich…man muss sich schon grundlegend als Lebensweise was Neues einfallen lassen. Wie das geht, findet man hier auf den Seiten in anderen Artikeln ansatzweise dargestellt.

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Das StasiMuseum im heutigen Berlin (hier)

Das neue BND-Gebäude in Berlin (hier) und (hier) Es gleicht optisch einer modernen Festung, in der selbst schon die ersten Verbrechen an der Öffentlichkeit verübt worden sind (s. hier) – in voller  Stasi-Tradition, muss man leider sagen…

Die staatliche Gewalt nimmt im Alltag viele Formen an und richtet sich leider auch gern gegen Schwächere. Dazu gesellen sich unterlassene Hilfeleistung und Kontroll-Wahn – oft gepaart mit fragwürdigen Konzepten. Öffentlicher Nahverkehr könnte und sollte anno 2018 bsw. eigentlich längst kostenlos sein. Doch was passiert stattdessen? …die Hamburger MoPo berichtet (hier)

Auch direkte Polizeigewalt ist in vielen Ländern einschließlich Deutschland immer wieder ein Thema. Deren Thematisierung zu verbieten ist keine Lösung, sondern Ausdruck davon, wie auch Karikaturisten wissen – siehe (hier)

Der Aufbau der bürgerlichen, also kapitalistischen Gesellschaftsordnung wurde oft von Künstlern anschaulich dargestellt – historisch (hier), modern (hier) und prinzipiell (hier). Die stabilisierende Rolle der Gewalt wird dabei deutlich. Eine bewusst gestaltete, humane Gesellschaft würde anders strukturiert aussehen – gleichwertig, gleichberechtigt, klassenlos, emanzipatorisch, am Gemeinwohl orientiert, basisdemokratisch, Individualität respektierend, in sich selbst so friedlich und gewaltfrei wie möglich.

Auch in der Musik sind der bürgerliche Staat und seine Erscheinungsformen, sein Wesen und Charakter unendlich oft thematisiert und dargestellt worden – wie z.B. in diesem Videoclip am Bsp. der Geschichte von Chile und seine Verstrickung mit den USA und Westeuropa (Video) oder hier mit einem Album-Cover (hier)

Wie junge Menschen bereits im Bildungssystem konditioniert und domestiziert werden zu Sklaven für das warenförmige System, auf Gewalt basierende Autoritäten und Konsum als Ersatz für Liebe und Anerkennung durch die Gesellschaft (hier)

Wie junge Menschen bereits im Bildungssystem konditioniert und domestiziert werden zu Sklaven für das warenförmige System, auf Gewalt basierende Autoritäten und Konsum als Ersatz für Liebe und Anerkennung durch die Gesellschaft (hier)

Überwachungsstaat, Demokratieabbau und Zensur gehen Hand in Hand – gut getarnt als Datenschutz per neuer DSVGO ab 2018 Dirk Müller beleuchtet den eigentlichen Zweck (Video)

Auch EXOMAGAZIN.TV diskutiert die Widersprüche und Entwicklungen in Sachen Datenschutz und BND sowie den Beginn eines Kontrollzeitalters (Video)

Wer in Zusammenhängen denken kann, läßt sich auch nicht vor den falschen Karren spannen. Diese Filmszene gilt quasi universell für alle Nationalstaaten (Video)

Kapitalismus ist ein totalitäres System. Es bedeutet stets Ausbeutung, Zwang und systematische Verarmungslogik – z.B. innerhalb des Hartz IV-Systems. Der Mythos von der friedlichen Koexistenz (= soziale Marktwirtschaft) ist eine Illusion. Der Klassenkampf wird nicht nur von Firmen und Konzernen, sondern auch vom Staat aus gegen die Menschen geführt (Audio)

Russisches Kunstprojekt: Miss Kapitalismus klärt auf! (Video)

Demonstrationen Gegen das umstrittene Polizeigesetz (hier)

Die Rebellion muss leider ausfallen – eine Reflexion im Spiegel von Sibylle Berg, die soziale Kausalitäten aufdeckt (hier) und als (PDF)

Näheres zum umstrittenen neuen Polizeiaufgabensetz (hier)

Präventiv in den Knast – die Rückkehr der Schutzhaft in Deutschland (hier)

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Allgemeiner Hinweis: alle namentlich gekennzeichneten Artikel auf dieser Webseite sowie alle ergänzenden Links, Bilder, Artikel, Wortbeiträge und Videos beinhalten keine Inhaltedieser Webseite bzw. repräsentieren nicht die direkten Inhalte der Partei DIE VIOLETTEN, sondern es handelt sich um externe Informationen, die den Charakter von Zitaten haben. Jeder Besucher dieser Seite soll sich durch Vergleichsmöglichkeiten und Quellen, auf die manchmal argumentativ Bezug genommen wird, selbst Gedanken machen, um eigene Einsichten gewinnen zu können.

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Wesen und Irrationalität der warenförmigen Gesellschaftsform

Wesen und Charakter einer warenförmigen Gesellschaft sind durch diverse Artikel auf diesen Seiten schon mehrfach analysiert und beschrieben worden. Das Wesen besteht in seiner abstrakten Inwertsetzung. Das bedeutet, das alles durch Tauschverhältnisse geregelt und bestimmt wird. Der Konsequenz dessen, sind sich die westlichen Gesellschaften lange Zeit nicht klar gewesen. Manche Leute sind es bis heute nicht, berufsbedingt, weil sie selbst davon profitieren oder weil sie einfach zu bequem sind, zu faul zum Denken, lesen, diskutieren – oder zu feige aufzustehen, sich sich zu positionieren und zu wehren. Da schwimmt man lieber mit dem Strom.

Das Ziel so einer Gesellschaft, bezüglich ihrer Inwertsetzung, ist nicht ein gutes Leben an sich, wie man vielleicht vermuten würde. Die gesellschaftliche Bestimmung und der Sinn einer Sache in einer Tauschgesellschaft, messen sich nicht an  deren konkreten Nutzen, sondern werden allein bestimmt durch ein gesamtgesellschaftliches Verhältnis, genannt der Wert oder genauer „die kapitalistische Wertform“. So findet als höchste Abstraktionsform (Zahlen) das Wesen der warenförmigen Gesellschaftsform einerseits ihren konkreten Ausdruck in der Geldform (Zahlen auf Münzen, Scheinen, Konten, Aktien, Schuldscheinen usw.), sowie andererseits in der Arbeit, deren Wesen folglich ebenso darin besteht, abstrakt zu sein. Das Zusammenspiel der Elemente Ware/Geld/Arbeit ermöglicht wie gesagt die nahezu beliebige Austauschbarkeit aller Waren und setzt dabei eine sehr spezielle Dynamik in Gang, innerhalb eines sich geschichtlich permanent verändernden Prozesses – dem Kapital. Weil Geld jedoch nur Quantitäten messen kann (durch Preisgrößen), verwundert es auch nicht, dass die alles bestimmenden Zahlen wachsen und wachsen müssen, egal ob das der Sache auf der Ebene der stofflichen Größen nach überhaupt Sinn hat (Gebrauchswert, Nutzen kontra Umwelt) oder nicht. Das Kapital aus sich selbst zu vermehren ist der dem System immanent eingeschriebene Zwang und irrationale Selbstzweck, der letztlich direkt lebensfeindlich, tödlich und sogar explizit mörderisch werden kann (in der Soziologie bezeichnet als „Der Todestrieb bürgerlicher Subjektivität“, Robert Kurz, vgl. hier), von Amokläufen, über Kriege bis hin zur industrialisierten Menschenvernichtungsmaschine  im Dritten Reich. Arbeit besitzt die Tendenz zum Töten. Selbst normale bürgerliche Ökonomen haben das inzwischen erkannt (vgl. Peter Fleming, Wirtschaftswissenschaftler an der Cass Business School of London, s. Bericht bei WELT online vom 08.02.2018 – hier)

Das Leben, so es denn im Kapitalismus wenigstens zeitweise historisch stressfrei gelang, war und ist nur ein Abfallprodukt dieses Prozesses, aber eben nicht der eigentliche Zweck. Selbst die Menschen sind als Arbeitskräfte nur Waren auf dem „Arbeitsmarkt“ und werden für den Prozess der Profitproduktion an- und verkauft. Dabei strebt das Kapital stets tendenziell zur höchsten, durchsetzbaren Ausbeutungsrate, im Idealfall zur Kinderarbeit, da die sich am wenigsten dagegen wehren können. Jeder hat Angst, am Markt von anderen überrundet zu werden. Auch die produktiven Kapitalisten (Unternehmer) sind von dieser Angst getrieben. Es betrifft uns alle. Echte Selbstbestimmung des Menschen wäre gewiss etwas anderes. Stattdessen herrscht die Diktatur des Marktes.

5 Buchtitel Kapitalismuskritik

Das so konstruierte Sein ist keineswegs „natürlich“, „schon immer da gewesen“ und „ewig weiter so existent“, auch wenn uns die bürgerlichen Apologeten der Marktwirtschaft das gerne weiß machen möchten (z.B. „Das Ende der Geschichte“, Francis Fukuyama, „Mehr Kapitalismus wagen“, Friedrich März usw.), sondern lediglich eine Phase innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit insgesamt. Der Kapitalismus, also die alles bestimmende Konsum- und Warengesellschaft, erlebte eine Geburtsphase (noch als Sklaverei, s. hier und hier), eine Aufstiegsphase (Industrialisierung, Modernisierung), eine Hoch- und Wohlstandszeit (Keynianistischer Wohlfahrtsstaat nach dem 2.WK, soziale Marktwirtschaft) und sie erlebt gerade ihre Niedergangsphase (Krisenkette seit 1970, Globalisierung seit 1980, Zusammenbruch des Ostens 1989,  Hochtechnologiezeit und Internet seit 1990), die irgendwann mit ihrem Ableben enden wird. Dieser Lebenszyklus/Verlauf ist aber auch das einzige was aus einer übergeordneten Perspektive betrachtet, mit den allgemeinen Gesetzen im Universum übereinstimmt. Der Kapitalismus im Inneren wird adäquat durch das Wertgesetz beschrieben, ist hochgradig widersprüchlich, irrational und stimmt keineswegs mit den allgemeinen Gesetzen im Universum überein. Je mehr wir uns als Menschen dessen bewusst werden, desto klarer sehen wir, was wirklich ist. Die gesamte Modernisierungsgeschichte wäre auch anders denkbar und möglich gewesen.

Durch das genannte gesamtgesellschaftliche Verhältnis, den abstrakten Wert, werden umfassende gesellschaftliche Mechanismen in Gang gesetzt, deren innere Gesetzmäßigkeiten durch die Funktionslogik des Geldes bestimmt werden. Dem soll alles untergeordnet werden.

„Man sollte nie vergessen, Kapitalismus war in erster Linie immer auch ein System der Zumutungen.“ (Robert Kurz).

Durch diese geschichtlich gesehen sehr spezielle Art von Wirtschaft und dessen Wesen nach abstrakte Inwertsetzung ist das Leben in der realen Geschichte bestimmt worden, samt genannter Zumutungen im Alltag. Dessen sind sich die meisten Menschen, die in so einer Gesellschaft leben, jedoch nicht unmittelbar bewusst. Fehlendes und falsches Bewusstsein wird langfristig aber zum Problem, weil die Ursachen unerkannt bleiben. Die ebenfalls auf diesen Seiten zu findenden Artikel zum Thema Ideologien legen Zeugnis davon ab, warum (s. hier). Ergänzen lässt sich, dass der Philosoph Erich Fromm bereits in den 1960er Jahren, als das Aufkommen einer Konsum-Zwangsgesellschaft diskutiert wurde, dem Kapitalismus tiefgehend analysierte und all die mentalen Zusammenhänge aufdeckte, die bis heute Gültigkeit besitzen (vgl. Vortrag hier). Seit dem ist es insgesamt leider immer schlimmer geworden.

Solange noch geschichtlich wenigstens auch reale Verbesserungen im Alltag spürbar waren (bis rein in die 1970er Jahre), war das zumindest nach dem 2. Weltkrieg in Zentraleuropa nicht so stark ins Gewicht gefallen (davor schon! zwei Weltkriege berichten davon). Der Wettstreit zwischen Ost und West trug dazu bei, soziale Zugeständnisse zu machen. Und man redete sich die Verhältnisse einfach schön. Doch scheitert jemand im Alltag (was im Turbokapitalismus der Globalisierung ab 1980 zunahm) und fühlt sich nicht anpassungs- oder leistungsfähig genug, meint der Einzelne vielleicht zu schwach zu sein und gibt sich selbst die Schuld, anstatt das gesellschaftliche SEIN, d.h. konkret das sozial-ökonomische Formprinzip dahinter kritisch zu hinterfragen. Dann ist man hoffnungslos gefangen in der Matrix aus Arbeit, Leistung, Geld und Konsum. Jeder hält das ja für normal. Damit ebenso, dass mitten im materiellen Überfluss allein 100.000 Menschen täglich an Hunger sterben…viele weitere durch übermäßigen Konsum, durch die Produktion der Waren, also Arbeit…alles normal hier. Das alles im Bewusstsein ausblenden zu können, geht nur durch Ideologien.

Ideologien sind in so einer Gesellschaft deshalb der Normalzustand, das „notwenig falsche Bewusstsein“ (Karl Marx), um in einer Warengesellschaft leben zu können. Die damit verbundenen Ketten des Alltags und der Herrschaftsverhältnisse legen sich die Bürger als warenförmig Handlungssubjekte quasi selber an, wenn sie alles unreflektiert annehmen. Sie verinnerlichen das wie Automatismen. Doch wie ist das möglich? Lassen wir uns etwa manipulieren?

Das beginnt schon mit einem Bildungssystem, welches darauf abzielt, arbeits- und konsumwillige Besitzstandsbürger heranzuziehen, die willig akzeptieren, was Geld und Markt ihnen vorsetzen und diktieren. Das geht einher mit massiver Werbung, die Ausrichtung der Presse auf das Konsum- und Arbeitsverhalten als Grundzustand der Normalität, Konzepte wie „geplante Obsoleszenz“, eingeredete Krankheiten durch veränderte Grenzwerte für bestimmte Kennzahlen, um anschließend mehr Medikamente verkaufen zu können, einer riesigen Armee an Lobbyisten sowie die Hoheit über die Sprache derer, die sich als Repräsentanten der Gesellschaft in den Medien wie z.B. in TV-Talkrunden etc. präsentieren und „streiten“ dürfen.

Das alles wird überlagert von Staat, Exekutive und Justiz samt eines Gesetzeswerkes, welches die Zügel wahlweise locker läßt oder da fest anzieht, wo nötig – die Herrschaftsverhältnisse. Heute ist auch klar zu erkennen, dass Sozialismus in diesem Sinn auch nur eine Art dessen, also ein historischer Ableger des Kapitalismus war. Er war seinem (abstrakt-warenförmigen) Wesen nach identisch. Anders war lediglich das politische Selbstverständnis, das Ziel (immerhin!) und die Art und Weise, wie man sich das Realisieren der warenförmigen Modernisierung vorstellte. Doch das scheiterte an der Dynamik des Weltmarktes sowie an einem Mangel an den zugestadenen bürgerlichen Grundrechten (quasi handwerklich-politische Fehler der Modernisierung im Osten; gleiches gilt heute für Polen, Ungarn und dien Türkei, wo ähnliche Tendenzen zu beobachten sind).

Die Irrationalität(en) in der Arbeits- und Konsumwelt sind so umfangreich und vielschichtig, dass es unmöglich ist, sie an dieser Stelle alle auszubreiten. Im Zuge eines Aufwachens, eines sich selbst bewusst Werdens, um eine andere Haltung einnehmen zu können, sollte man sich jedoch damit mal befasst haben. Das ermöglicht es, nicht nur unmittelbar bessere Entscheidungen für das eigenes Leben zu treffen (Mitzudenken, auch mal „Nein“ sagen zu können, ein anderes Konsum- und Arbeitsverhalten zu zeigen, Empathie zu entwickeln, bewusstere Gestaltung der eigenen Ernährung und Gesundheit, gesellschaftliches Engagement, Solidarität usw.), sondern für eine andere Welt einzutreten getreu dem Motto „Die Welt ist keine Ware“. Es gäbe durchaus andere Möglichkeiten eine Gesellschaft zu gestalten und andere Prinzipien, Wege und Möglichkeiten wirtschaftlich sinnstiftend zu agieren…wenn man das will. Auch dazu findet man hier etliche Artikel auf den Seiten mit entsprechenden Quelle, Buch- und Lesetipp.

Holger Roloff, den 09. Februar 2018

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Es folgt eine Sammlung an Links und Dokumentationen, die das oben genannte an konkreten Beispielen anschaulich machen und vertiefen kann:

Ein nachdenklicher Song über den Irrsinn unserer Wirtschaftsweise von FEVER RAY (Video)

Russisches Kunstprojekt: Miss Kapitalismus klärt auf! (Video)

Was der Konsum mit uns macht – kleiner Animationsfilm mit einem ersten Überblick zu Kritikpunkten (hier)

Waren brauchen Werbung – vor allem, wenn sie eigentlich niemand wirklich braucht, der Produzent aber „anständig“ Geld damit verdienen will (Video)

„Money“ Irrsinn mit Methode – wussten auch schon PINK FLOYD im gleichnamigen Song anno 1974 (Video)

Kinderarmut ist weltweit Gang und Gebe – wird aber höchstens mal wahrgenommen bei uns im Westen als Sarkasmus – hier beim POSTILLION (hier)

Kranke Konsumgesellschaft – über den lebensfeindlichen Irrsinn, die Fremdbestimmung und die Zumutungen in der Arbeits-Konsum-Zwangsgesellschaft als alltäglich verinnerlichter Normalzustand (hier)

Shoppen bis zum Umfallen – über das Entstehen des Massenkonsums und Prestigekäufe, um andere zu beeindrucken – die Geschichte der Waren als Statussymbole (hier)

Die gelenkte Konsumgesellschaft – über die Manipulationen und den Irrsinn der Konsumslogik (hier)

Unser absurdes Bildungssystem – wie der Normalbürger erzogen und erzeugt wird (hier)

Das bürgerliche Glücks-Versprechen des Geldes und der globalen kapitalistischen Produktionsweise wird heutzutage auch wieder philosophisch-kritisch diskutiert – hier bei Scobel/3sat (hier)

Manipulierte Gesellschaft – wie der ideologische Normalzustand erzeugt wird (hier)

Konsum – Eine schmerzliche Wahrheit – wie die Warenproduktion tatsächlich aussieht (hier)

Doku über den Konsumterror von Arte (hier)

EGOnomics – Die irrationale Welt der Manager und Chefs (hier)

Koste es was es wolle – Konsumwahn (hier)

Gesellschafts- und Konsumkritik in legendärem Film von John Carpenter – die entlarvende Brille der Wahrheit hinter den Dingen als Symbol des Erwachens und der Bewusstwerdung (hier)

Kaufen für die Müllhalde – die Geschichte der bewusst geplanten Obsoleszenz, um die Widersprüche der Warenform zu handhaben (hier)

Konsum auf Pump – wie das eigentlich oft im Hintergrund funktioniert analysiert Politkabarettist Volker Pispers in „Wer hat hier die Arschkarte“ (hier)

Bereits vorkapitalistsiche Verhaltensweise hatten dramatisch-verheerende Auswirkungen auf der Erde, wie dieses Sendethema indirekt zeigt: – Frag den Lesch – Wie würde die Erde ohne Menschen aussehen?

Kapitalismus ist wie eine Religion – Kabarettist Volker Pispers arbeitet sich wie immer an den systemimmanenten Widersprüchen ab – mal mehr oder weniger gelungen, aber stets unterhaltsam und mit vielen unausgesprochenen Wahrheiten (hier)

So wie man anfängt die richtigen Fragen zu stellen, kommt die ganze Irrationalität des kapitalistischen Systems zum Vorschein – Pelzig fragt! Pispers antwortet! (hier)

Dafür bietet diese Art Gesellschaft viel Stoff für Depressionen, auf die man nur noch satirisch-nihilistisch und satirisch mit beißendem Spott reagieren kann wie hier Nico Semsrott (Video)

Ein unhaltbarer Zustand – Kritik von Heiner Geissler, der eine neue Wirtschaftsordnung fordert (hier), meint damit aber z.B. nur eine andere „Verteilung des Geldes“. So beklagt er eine ausufernde „Gier nach Geld“, als wenn es im Kapitalismus jemals um etwas andere gegangen wäre, als um Macht und monetären Reichtum. Dass wir längt geschichtlich in einer Phase jenseits der „sozialen Marktwirtschaft“ sind und vor allem warum, entzieht sich seinem Bewusstsein. Anstatt die grundsätzliche Strukturen zu hinterfragen, laufen seine Argumente so nur auf eine bessere Moral innerhalb des Systems hinaus. Seine Matrix des Ganzen hingegen kann damit intakt bleiben (hier).

Nein zum Kapitalismus – diese Gesprächsrunde mit Jean Ziegler und Heiner Geissler zeigt, dass in den Argumenten ebenfalls die zeitliche Dimension der Entwicklung des Kapitalismus völlig ausgeblendet bleibt. Vor allem Herr Geissler versucht immer wieder in die Runde zu werfen, man solle nicht gegen Kapital und Marktkonkurrenz sein („das wäre ja verrückt“), sondern müsse lediglich nur wieder alles in „die Ordnung bringen“…schließlich versucht er, anstatt auf die Möglichkeit echter, kategorialer Änderungen hinzuweisen, sich auf einen weichen Faktor wie Ethik zu berufen. In beiden Ansätzen zeigt sich, wie er trotz seiner Kritik selbst in einer Ideologie (eben der oben genannten Normalität) gefangen bleibt. Er verkennt völlig Wesen und Charakter der kapitalistischen Gesellschaft (hier), was deutlich macht, wie schwierig es dem bürgerlichen Warensubjekt fällt, sich da quasi herauszudenken.

Manche Aktivisten schaffen es bereits zeitweise durch einen Ausstieg den Konsum drastisch zugunsten gewonnener Lebenszeit zu reduzieren (Video hier)

Selbst ein Flußabschnitt steht erstmals in Deutschland zum Verkauf – wird also zur Ware, auf die spekuliert werden könnte (hier)

Alles wird zur Ware – sogar getrocknete Hundewelpen (hier)

Systematischer Irrsinn im Kapitalismus führt zwangsläufig zur Entwertung der Waren und aller anderen Kapitalformen – auch der Arbeit – das führt mittelfristig zum BGE, weil es sonst keine Käufer mehr gibt – langfristig wird alles kostenlos – der Philosoph Andre Gorz im TV-Magazin KULTURZEIT (hier)

Konsumkonditionierung und Terrorismus hängen auf irrationale Weise zusammen im französischen Film  „Nocturama“ (2017) (hier) Hier wird das bürgerliche Subjekt mit seiner inneren Leere konfrontierte was auf den Normalkonsumenten äußerst verstörend wirken muss… Der Film wurde deshalb bei einem Filmfestival schon hoch „offiziell ausgeladen“.

Alike short film – zeigt exemplarisch, was in unserer Art warenförmiger Gesellschaft (mit entfremdeter Arbeit) falsch läuft (Video hier)

Kinderschützer des Tages: Edeka – Bericht über die Widersprüche der internen Firmenpolitik des Handelskonzerns EDEKA in JUNGE WELT (hier) und (als PDF)

Bitte Hassen Sie Jetzt – Adventsgruß 2017 – von Sibylle Berg im SPIEGEL online (hier)

Warum die Zirkulation von Geld keinen Mehrwerts erzeugt zeigt sich durch eine kleine Anekdote, ein literarisches Beispiel, für die Fragwürdigkeit und Irrationalität der Geldlogik (Video)

Kapitalistische Ausbeutung in Deutschland spiegelt sich gelegentlich auch in der Rede eines Gewerkschafters – wie hier im Februar 2018 – am Bsp. Volkswagen: (hier)

Der Selbstoptimierungswahn des Neoliberalismus – gefunden bei JUNGE WELT online (hier)

Arbeit nach Feierabend macht krank – Artikel gefunden bei Ping Spielraum (hier)

Die Irrationalität des kapitalistischen Wertesystems zeigt sich auch im Steuersystem wie z.B. das ARD TV-Magazin brisant berichtet (Video)

In Zeiten wie diesen hat politisches Kabarett Hochkonjunktur, weil es reichlich Stoff gibt, sich an der Irrationalität, Subjektivität und den Widersprüchen des Systems sowie der bürgerlichen Politik und nazistischen Protagonisten abzuarbeiten. Ein Meister seines Fachs ist diesbezüglich Max Uthoff. Er zeigt, wie man das unterhaltsam machen kann (Video)

Damit die Großkonzerne weiter ihre Profite scheffeln können werden technische Entwicklungen unterdrückt und sogar führende Wissenschaftler, wenn sie sich nicht kaufen lassen  wollen,  ermordet – hier ein winziger Einblick in die Hintergründe vom deutschen Wissenschaftler Dr. Klinghardt speziell zum Thema „Freie Energie“-Forschung (Video)

Die Widersprüche und Irrationalität der Binnenwirtschaft setzt sich auch im Außenverhältnis zu anderen Staaten fort – hier am Bsp. der deutschen Griechenlandpolitik und Außen- und Militärpolitik sowie dem Umgang mit Kapital – Bundestagsrede von Gregor Gysi (DIE LINKE): (Video)

Star Trek / Raumschiff Enterprise Parodie bei Die Anstalt vom 27. Februar 2018 – zeigt Irrationalität der bürgerlichen Gesellschaft in Bezug auf das Klimaproblem (Video lang) und (hier Start als Episoden)

Als Folge der kapitalistischen Krisen wiederholen sich Populismus, Protektionismus,  Strafzölle und Handelskriege brechen aus – Bericht beim SPIEGEL (hier)

Groß, größer, am größten – diese Supermarktneuheit 2018 wirkt wie Realsatire – Sch… in Dosen reicht nicht mehr aus – jetzt gibt es Nutella in Eimern – Bericht die Hamburger MOPO (hier)

Kapitalismus ist nicht das natürliche, gesellschaftliche Formprinzip, sondern musste historisch mit staatlicher Gewalt durchgesetzt werden, was sich auch heute noch vielerorts zeigt, z.B. hier in Lhasa, wie der SPIEGEL online berichtet (hier)

Es droht im Zuge der historischen Entwicklung des Kapitalismus ein Ende der Globalisierung und somit der Übergang vom Neoliberalismus zum Neonationalismus – [Analyse bei TELEPOLIS vom Autor  (hier) ] – einhergehend mit einem Angriff seitens China auf die Dominanzrolle des Dollar (hier)

Selbst die wirtschaftlichen und finanziellen Experten verstehen ihr eigenes Wirtschaftssystem nicht und liegen – wie dieses Bsp. aus dem Finanzministerium zeigt – mit ihren Einschätzungen häufig völlig daneben, wie BILD berichtet  (hier)

Was der Kapitalismus mit den Daten der Bürger vor hat? Hier einige Hintergrundinfos von Dirk Müller (Video)

Österliche Nächstenliebe – Fröhliches Foltern! Eine kritische Betrachtung der westlich-christlichen Wertegemeinschaft vom Autor Christian Stöcker – gefunden beim SPIEGEL (hier)

Um das Medium Geld steht es inzwischen auch nicht mehr so gut, was man an der wachsenden Bedeutung von Krytowährungepn ablesen kann (hier). Sie unterliegen der gleichen Krisenhaftigkeit wie der Kapitalismus insgesamt.

Wie denken eigentlich die Kapitalisten? Am besten, man hört ihnen mal zu. Dirk Müller alias „Mr.Dax“ plaudert aus dem Nähkästchen. Eigentlich Kapitalismuskritik pur…wenn es nicht gleichzeitig doch wieder positiviert werden würde. Warum macht er das? Nun, weil er selbst davon profitiert. Dennoch treten hier zahlreiche Teilwahrheiten ans Licht (Video-Interview 17.01.2018)

Der Irrsinn setzt sich natürlich auch im Bankwesen fort – Kapitalismus ist systematischer Betrug – hier packt z.B. bei Domian ein Banker aus (Video)

Warum man stets nur Sündenböcke sucht, anstatt die Ursachen in den Strukturen des kapitalistischen  Systems selbst zu suchen – ein analytischer Wortbeitrag bei KenFM deckt die dahinter liegende ideologische Denkform auf (Audio hier)

Die Domestizierung fürs Kapital kennt inzwischen längst eigene TV-Shows (hier)

Mord für Profit ist leider allgegenwärtig – hier am Bsp. von Wilderei (hier)

Selbst der gesetzliche Mindestlohn reicht vielerorts nichtmal zum Überleben (hier)

Jeffrey Bezos – Chef von Amazon – aktuell reichster Mann der Welt, hat seine Unternehmensstrukturen hinsichtlich der Ausbeutung seiner Angestellten optimiert, erhält Auszeichnungen und läßt sich als innovativ feiern – Bericht zu Protesten seiner Mitarbeiter in JUNGE WELT online (hier)

„Tribute – Das komplexe Subventionsdickicht“ von Fabian Scheidler. Die Verbindung von Kapital und Staat gehört zu den Diskussionspunkten, warum der Kapitalismus immer noch läuft. Entdeckt bei SEIN.de (hier) und (als PDF)

Die BRD ideologisch auf dem Weg zu einem neoliberalen Faschismus – jedenfalls wenn es nach dem Willen von Christian Gräff (CDU-Wirtschaftsflügel) geht. Die Reaktionen darauf leisten endlich Widerspruch und beschreiben schonungslos die Wahrheit (Video) und (hier) Künstler haben das schon längst erkannt, wie in diesem Videoclip (Video)

Die Irrationalität der Kapital-Jünger offenbaren geradezu religiösen Züge – zu sehen in einer Doku „System Error“ (2018) – Bericht im Spiegel (hier)

Willkommen im Ungleichland – wie aus Reichtum Macht wird – die Doku (2018) zeigt, mit was für absurden Argumenten Reiche ihren Status meinen rechtfertigen zu können…(Video)

Unabhängiger Journalist und Friedensaktivist Ken Jebsen spricht im Mai 2018 zum Kriegsende vor 73 Jahren erkennt den wahren Krieg und Irrsinn im Alltag unserer unnatürlichen Lebensweise, die auf Waren, Geld, Konsum und Vermarktung basiert (Video)

Umwelt vs. Dummwelt – die irrationale Politik in Deutschland – Tagesdosis vom 15.05.2018 bei KenFM (hier)

Warum nicht mehr Menschen gegen dieses irrationale System aufstehen, bringt Dirk Müller auf einer Pressekonferenz auf den Punkt (Video)

Die Irrationalität im Kapitalismus ist auch an der Regierungspolitik abzulesen – deutliche, Worte der Abgeordneten Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) im Bundestag im Mai 2018 (Video)

An Mitarbeitern wird gespart, die Produkte sind fragwürdig – ein Blick hinter die Kulissen von modernen Billigläden TEDi und EuroShop bei BILD.de (hier)

Warum eine neue Scheinlösung wie der Bitcoin die Irrationalität nur fortsetzt berichtet der SPIEGEL online (hier)

Die Irrationalität der Warenform wird per Gesetz auch anderen Lebensbereichen aufgezwungen – nur umgekehrt proportional…so werden z.B. Informationen vorenthalten und sogar juristisch ausdrücklich verboten und bestraft, indem man sie als einfach Werbung deklariert – Bsp. Abtreibungen (Video)

Die Irrationalität aus Gründen des Profits zeigt sich z.B. auch bei Medikamenten. So versuchte die Pharmalobby schon vor Jahren Kamille zu verbieten. Andere Mittel – wie dieser Wirkstoff gegen Krebs und alle Tumorarten, wird bis heute aus gleichen Gründen verschwiegen. Dieses natürliche Heilmittel findet man im Fruchtfleisch und den Kernen einer Beere in Australien und ist in seiner Wirkkraft wissenschaftlich sehr gut belegt (Video). Solange jedoch die Pharmafirmen locker 30.000 – 50.000 Euro an einer konventionellen Krebstherapie verdienen, interessiert das nicht. Es braucht Insider und kleine Youtuber, die sich um dieses Heilwissen bemühen.

Irre – weil irrational sind auch die bürgerlichen Politiker – hier analysiert am Bsp. des SPD-Mannes und Möchtegern-EU-Retters Martin Schulz (hier)

Altersvorsorge – Regierungsvorstellung vs. Wirklichkeit als Karikatur (hier)

Warenvernichtung gehört zum ökonomischen Kalkül des Kapitals (hier) und (hier)

Wie Firmen für Profit Menschen töten – am Bsp. des Konzerns NESTLE (Video) Dazu gehören Produkte folgender Marken (hier)

Der Irrsinn in den den Supermärkten mit Billig-Obst und Gemüse liegt in den Produktionsverhältnissen und der doppelten Ausbeutung von Arbeitskräften (hier)

Mythen des Kapitalismus – Spiegel-Bericht – „der ehrbare Hamburger Kaufmann“ (hier)

Die Palette der Handlungsakteure am Markt reicht bekanntlich bin hin zu groß angelegtem, systematischem Betrug – hier ein Fall aus Dresden (hier)

Anstatt Eigenverantwortung zu übernehmen denkt sich das bürgerliche Subjektbewusstsein bekanntlich  gern Verschwörungstheorien aus. Sehr populär ist die Vorstellung von „Chemtrails“. Was technisch, physikalisch und gesellschaftlich dahinter steckt, deckt der Videokanal DetailVerliebt auf (Video)

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Wohlstand neu erfinden

In einem Videogespräch bei Youtube (siehe hier) sind der deutsche Physiker und Autor Harald Lesch im Gespräch mit dem Autor Ernst Ulrich von Weizsäcker (Club Of Rome, deutsche Enquete-Kommision, Bericht s. hier) zu sehen. Die in diesem Gespräch geäußerte Kritik am Neoliberalismus ist absolut nachzuvollziehen.

Anmoderation Gespräch im Rahmen der Reihe Zukunfterde

Leider wird das von den beiden diskutiert auf dem Stand der 1970er Jahre, mit den gleichen Vorschlägen wie damals (Natur-steuer, Maschinenabgabe, soziale Gerech-tigkeit), die historisch bereits als gescheitert anzusehen sind. So greift z.B. der Lösungsansatz einer „Naturverbrauchs-steuer“ (quasi der Natur einen Preis zu geben) viel zu kurz…und selbst diese Idee ließ sich politisch nie durchsetzen.

Grund: In Wahrheit ist Kapitalismus inkompatibel zu Ökologie, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Der Kapitalverwertungsprozess ist eine Spirale und deshalb objektiv gezwungen die Natur wegen seines inhärenten Wachstumszwanges zu zerstören. Das wissen die Konzerne und Staaten auch. Deshalb hadern sie so mit echten Beschlüssen oder gar Maßnahmen. Jeder fortschrittliche Ansatz wurde  immer nur verzögert.

Leider fehlt hier eine dritte Person im Gespräch, die kritische Argumente äußert. Es ist beispielsweise völlig widersinnig, die Schäden von Kohlekraftwerken durch einen Preis (als betriebliche Kosten) zu belegen. Dann würden solche Schäden nur ausgelagert und an Börsen gehandelt werden (wie Emissionsrechte). Da hat die Natur aber nichts davon. Unabhängig davon sprach noch nie etwas dagegen, destruktive Technologien kategorisch zu verbieten oder drastisch zu verteuern, grüne Lösung überproportional zu fördern, den Nahverkehr bewusst zu gestalten, die Anzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge zu begrenzen und von Jahr zu Jahr konsequent zu senken usw. Das hieße aber Umsatzeinbußen, Steuereinbußen, Gewinneinbrüche, mehr Arbeitslose, neue Finanzkrise etc. – und deshalb passiert das nicht. Die verantwortlichen Politiker sind, genau wie Lobbyisten, nur Erfüllungsgehilfen des Kapitals und folgen den objektiven Gesetzmäßigkeiten des Geldes.

Fortschritt kann nur gegen die Interessen des Kapitals durchgesetzt werden!

Stattdessen plädiert Herr von Weizsäcker dafür es so zu machen, „dass kein Kapital vernichtet wird“ und möchte weiter garantieren „die Leistungsträger zu belohnen“. Man solle außerdem darauf achten, dass bei sozialem Ausgleich die „Abstände nach unten nicht zu klein werden“, so Weizsäcker. Das verrät uns alles über das hier zu beobachtende Denken.

Trotzdem ist es interessant zu hören, wie die beiden versuchen die Probleme innerhalb des heutigen Systems lösen zu wollen und dabei halbherzig bleiben – völlig verkennend, dass es ganz andere Wege von Wirtschaft gäbe (allerdings außerhalb von Marktwirtschaft), die solche Widersprüche gar nicht erst aufwerfen bzw. auflösen können (Ressourcenwirtschaft, Peer To Peer Ökonomie, Commons – siehe auch den Dynamikvergleich S.6 im violetten Wirtschaftskonzept).

Echter Wohlstand würde dann entstehen, wenn sich die Menschheit ganzheitlich und sich seiner selbst bewusst als lebendiger Bestandteil der Natur versteht, anstatt Naturgegebenheiten nur betriebswirtschaftlich als „externalisierte Faktoren“ zu betrachten, um sie dann ungehemmt ausbeuten zu können.

Das hieße vor allem, das heute verfügbare Kapital, Technik und Arbeitskräfte konsequent so einzusetzen, dass wir die materiellen Grundlagen immer derart umgestalten, dass wir langfristig unabhängig(er) vom Geld werden. Jeder weitere Schritt der Umgestaltung würde dann weniger Geld kosten, als der zuvor  (beispielsweise durch langlebige, gut reparierbare Produkte und dezentrale Energiestrukturen!). Die besagte Wachstums(zwang)spirale würde den Kurs ändern und beginnen sich nach innen zu bewegen; wir würden anfangen weniger an Ressourcen und Energie zu verbrauchen und alles würde allmählich weniger kosten. Gleichzeitig würde der gesamtgesellschaftliche Arbeitsaufwand sinken, die allgemeine Arbeitszeit sich drastisch verringern (zugunsten neu gewonnener, kostbarer Lebenszeit), das Renteneintrittsalter könnte stetig nach unten gelegt werden und die Natur könnte beginnen sich zu erholen. Die gesellschaftlichen Bewegungsgesetze können sich neu ausrichten. Der Alltag würde sich spürbar entschleunigen. Juristische Gesetze und Regeln würde man entsprechend anpassen. Das wäre eine zukunftsweisende Politik auf Augenhöhe der Zeit! [wie genau das geht und wie es finanziert werden kann ist nachzulesen in „Kartoffeln und Computer“, P.M., 2012]

Als Nebeneffekt würde nachhaltiger Weltfrieden einsetzen, weil der Kampf um die letzten Naturressourcen dem Sparsamkeitsprinzip weichen würde. Außerdem müsste niemand mehr den anderen unter einen finanziellen Druck setzen (monetärer Sparzwang =Austeritätspolitik s. hier), was bislang stets durch Formen von indirekter oder direkter Gewalt durchgesetzt wurde (Schuldner werden bestraft mit Mahngebühren, Beugehaft u.a.). Stattdessen würden nun  Steueroasen genauso austrocknen wie wirtschaftlich bedingte Kriminalität. Spekulanten und Korruption würde systematisch der Boden entzogen. Kriege um Profit wären sinnlos. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen…

Neue Lebensqualität gewinnen

So eine Strategie bedeutet als politisches Ziel die kapitalistische Produktions- und Lebensweise überwinden zu wollen, zugunsten einer Wirtschaftsform, die mit Zeit wieder natürlich umzugehen versteht (alles hat bzw. braucht seine eigene Zeit! – vgl. auch hier). So könnte eine wirklich neue Lebensqualität entstehen! Dann würden sich alle sozialen, ökonomischen, finanziellen und ökologischen Probleme auflösen lassen, weil die Fragen, was im Sinne des Gemeinwohls und gesellschaftlichen Fortschritts überhaupt sinnvoll ist, ganz neu gestellt werden könnten.

Nur wenn niemand mehr von Naturzerstörung profitieren kann, wird sie tatsächlich verschwinden. So einen Zustand muß man bewusst – also auch politisch gewollt – herstellen – der kommt nicht von allein. Das muß man zunächst mal zu denken wagen, dann weiter umfassend denken können, dann konkretisieren und dann schrittweise und gut gestaffelt umsetzen. Dazu müssen die strukturellen Widersprüche, Axiome (s. hier) und Denkweisen des kapitalistischen Wertesystems (alles soll angeblich einen Geldwert = Preis haben) aufgelöst werden (vgl. z.B. hier). Ziel und Weg der gesellschaftlichen Entwicklung können dann komplett neu ausgerichtet werden, anstatt alles der Diktatur des Marktes, d.h. den Geld- und Warenströmen, zu überlassen, was uns ideologisch als „Freiheit“ verkauft wird.

VideogesprächLeider haben weder Herr Lesch noch Herr von Weizsäcker ein Bewusstsein für diesen breiten Katalog an Möglichkeiten. Nur das mit der Zeit taucht mal wage im Gespräch auf, ohne jedoch ernsthaft ausdiskutiert und aufgelöst zu werden. Für uns kann dieses Gespräch dennoch eine Lehrstunde der aktuellen Zeitqualität darstellen, da es helfen kann die eigenen Gedanken zu schärfen. Wenn wir weiter danach streben diese Qualität inhaltlich zu verändern und energetisch zu erhöhen, wird das den gesellschaftlichen Wandel beflügeln. Ein Wandel braucht tragfähige Argumente. Jeder hat Möglichkeiten sich eigene zu überlegen. Ich hoffe, der Hinweis auf dieses Videogespräch ist dabei eine Anregung und Herausforderung.

 

Holger Roloff, 20. Mai 2017


Weitere Beiträge zu diesem Themenkomplex:

Interview mit Richard David Precht (Mai 2017) zur Digitalisierung, zur Arbeit, zum BGE, zur aktuellen politischen Zukunfts-Blindheit u.a. (hier)

Marktwirtschaft schön grün lackiert (hier)

Die Geldmaschine der Windräder (hier)

Vermisst: Ein Konzept für Gerechtigkeit 4.0 – selbst normale Ökonomen merken inzwischen, dass die herkömmliche Logik des Arbeitsmarktes nicht mehr funktioniert und die Politik zeitgemäße Antworten schuldig bleibt (hier)

Im Dialog: Michael Hirz im Gespräch mit Richard David Precht (19. Mai 2017) zur Zukunft der Gesellschaft – Precht fordert zu Recht die Antworten, die man bei den etablierten Parteien nicht findet (hier)

Das Venus Projekt – Wie die friedliche Weltfamilie neuartigen Wohlstand erschaffen könnte – TV-Bericht im ORF (hier)

Als wäre sie eine Naturgewalt – Bericht bei JUNGE WELT über eine Studie zur Reflexion des Themas Digitalisierung in den Mainstreammedien, die fehlende Fragen und Lösungen offenbart (hier) (und als PDF hier)

Längst werkeln Menschen an derartigen Alternativen und es finden Veranstaltungen statt, die das notwendige Bewusstsein fördern – hier z.B. das Programm von MOVE UTOPIA 2017 (hier)

Das Modell der Zukunft heißt Ressourcenwirtschaft basierend u.a. auf COMMONS als zentraler Kernbaustein einer neuen Ökonomie (hier)

Potentiale der Emanzipation – Digitalisierung und Commons in der Diskussion  auch bei der LINK`s Partei – Bericht und Interview in der Tageszeitung NEUES DEUTSCHLAND (Teil 1) und (Teil2)

Die Freie Welt Charta – hier kann man sie kennenlernen und unterzeichnen (hier)

Irrationale Visionen der Transhumanisten verdeutlichen, warum Maschinen allein für sich genommen keine Lösung sind und auch keinen gesellschaftlichen und humanistischen Fortschritt bedeuten. Da Kapitalismus stets die nächste Hoffnung auf Profit bedeutet, kann er auch keine sinnvollen politischen Utopien und Vorstellungen entwickeln. Letztlich landet er immer nur bei neuen Marktvisionen – Bericht bei JUNGE WELT online (hier)

Am 02. August 2017 sind die gesamten Ressourcen des Jahres – nachhaltig betrachtet – bereits verbraucht. Der Rest des Jahres basiert auf Raubbau an der Natur (hier)

Uns geht es gut – weil andere die Kosten tragen (hier)

Warum sich gute Ideen und Konzepte nicht mit Kapitalinteressen vertragen – Jutta Ditfurth bringt es auf den Punkt (hier)

Diese Erfindung macht Erdöl überflüssig (hier) Das Bemerkenswerte daran ist vor allem, dass man so ein einfaches Prinzip erst jetzt entwickelt und getestet hat, obwohl es quasi auf der Hand liegt, dass man Energie so ausgezeichnet speichern kann. Das fehlende Interesse an anderen Lösungen dürfte wohl das Hauptproblem sein. Dieser Mangel resultiert aus der Profit-Interessenslage der großen Kapitaleigner. So bleibt auch offen, ob die Industrie tatsächlich mitzieht. Bei einem Gemeinwohl-/Commons-basierten Wirtschaftssystem wäre das anders.

Die Zeit des Wachstums ist vorbei und wird zur neuen Normalität – muss selbst die WIRTSCHAFTSWOCHE eingestehen (hier) Damit entfällt eine Grundbedingung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Doch was kommt dann?

Erich Fromm – Liebe ohne Zweck – ein Plädoyer für das SEIN als Ausdruck von Lebensqualität (hier)

Viele Initiativen werkeln inzwischen an echten Alternativen des Wirtschaftens und bündeln sich in Netzwerken wie dem konzeptwerk neue ökonomie (hier)

Interview mit der Forscherin Silke von Dyk zur Debatte einer Postwachstumsökonomie im FREITAG (hier) und (PDF)

Zusammenhänge satirisch entlarvt – „Unser Wohlstand steht auf Leichenbergen“ mit und von Hagen Rether  (Video)

Zu all dem oben Genannten kommt eine schwer wiegende Strukturfrage insbesondere der deutschen Industrie hinzu – „Mr. Dax“ Dirk Müller erzählt im Interview in Seelenruhe, auf uns zukommt (Video)

Warum die kapitalistische Produktionsweise die Mitwelt langfristig durch Verstoffwechseln von Materie zerstören muss, wird hier nochmal vom Autor Tomasz Konicz anschaulich gemacht (hier)

Auch dieses Zitat des Tages drückt den Widerspruch sehr deutlich aus:

»Die Ziele von 2020 kann niemand erreichen, ohne dass wir derartig massiv Betriebe in Deutschland stilllegen, …dass das das einem industriellen Selbstmord gleichkäme.« (Alexander Graf Lambsdorf am 5.11.2017 im Deutschlandfunk) (s. auch hier)

Hinzu kommt die extrem ungleiche Verteilung von Einkommen: „Das verhöhnt die Chancengleichheit“ berichtet der SPIEGEL online (hier)

Jeder vierte Deutsche hat keine Ersparnisse berichtet die FAZ (hier)

Die geistigen Hintergründe des gesellschaftlichen Wandels – im Vortrag dargestellt vom Gehirnforscher Gerald Hüther (Video)

Arm und reich – Das Monopoly-Experiment 2018 entlarvt die falsche Selbstwahrnehmung erfolgreicher Marktteilnehmer und somit auch die eigenen, völlig überschätzenden Fähigkeiten und alle daraus abgeleitete Argumente und Ideologien – berichtet Der Spiegel (Video)

Gemeingütertag 2018 in Dortmund – Leben ist für alle da! Commons, Nachhaltigkeit und Klima – Freie Lebensgüter für alle! (Flyer) Webseite (hier)

Es ist leichter sozial-ökonomische Formen jenseits des Kapitalismus denken zu können, wenn man zuvor die wahre Natur des Universums wissenschaftlich und philosophisch verstanden hat – wie diese nach neuestem Stand aussieht stellt diese Doku dar (Video)

Mensch im Anthropozän – zum heutigen Umgang mit der Natur und der Notwendigkeit eines strikt ökologisch ausgerichteten Wandels – ein Artikel von John Bellamy Foster in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier)

Buchcover "Kapitalismus aufheben"

US-Philosoph Immanuel Wallerstein im Interview zur globalen Entwicklung und Zukunftsperspektiven bei KontextTV (Video)

Warum ganzheitliches Denken die Lösung ist – der Beitrag bei KenFM „Masterplan Menschheitsfamilie“ von Rüdiger Lenz stellt nachvollziehbare Zusammenhänge her und macht plausibel, dass und wie es anders geht (Audio)

Übersicht zu Ideen und Alternativen zur heutigen Gesellschaftsordnung (hier)

Die Systemfrage als Überlebensfrage von Thomas Konicz bei Streifzüge (hier)

„Kapitalismus aufheben – Eine Einladung über Utopie und Transformation neu nachzudenken“ – das Buch (VÖ: 1. Juni 2018) von Stefan Mertz und Simon Sutterlütti (beide vom Commons-Institut) stellt auf Basis eines kategorialen Ansatzes neue Denkansätze zur Diskussion, was man online öffentlich mitverfolgen kann (hier).

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Des armen (Raub)Ritters neue Ideen

Wie die Presse aktuell berichtet hat sich der Arbeitsmarktreformer und ex-VW-Vorstand Peter Hartz (s. hier) wieder zu Wort gemeldet. Mit neuen, seiner Auffassung nach zeitgemäßen Ideen im Gepäck, möchte er wieder Einfluss auf die Gestaltung zukünftiger Arbeitsmarktpolitik nehmen (s. Bericht JUNGE WELT) und (im SPIEGEL). Das klingt übel und läßt schlimmes befürchten. Ist leider auch so.

Herr Hartz ist wahrlich ein Ritter von trauriger Gestalt. Keiner liebt ihn. Wenn man sich ungeliebt fühlt, dann kann man schon mal wütend werden und auf dumme Gedanken kommen. Leider wissen wir aus der jüngsten Geschichte, dass seine perfiden Ideen von anderen durchaus für bare Münze genommen und in praktische Politik und Gesetze umgewandelt wurden. Also ist dieser arme Ritter sozial gesehen keineswegs harmlos, sondern regelrecht gemeingefährlich.

Pressekonferenz mit Peter Hartz bei phoenix TV

Zumindest ist er mit verantwortlich für die Verelendung vieler Menschen. Jenen, die er hat schrittweise enteignen und ausbeuten lassen (Gegenrechnen von Vermögen und selbst prekärem Einkommen) und denen er mit seinen Ideen kostbare Lebensenergie, Lebenszeit und Nerven geraubt hat, z.B. durch Rechtsstreitigkeiten (100.000 offene Verfahren, weil die Gerichte völlig überlastet waren), alles Dinge, die sich aus der Logik des SGB/Hartz IV-Systems ergaben, möchte er nun auf neue Art den Seegen fremdbestimmter Erwerbsarbeit zuteil werden lassen. Ist das Mitgefühl? Oder doch eher aufindoktriniertes Mitleid(en) lassen? Sprich – er möchtest dass endlich alle darunter leiden dürfen? Oder ist er einfach nur sarkastisch, zynisch, sadomaso… Man weiß es nicht, man weiß es nicht…

O.K. Das war jetzt mal Polemik. Und satirisch. Aber immer noch besser, als die dummen Gedanken von Herrn Hartz. Warum eigentlich dumme Gedanken?

Nun – weil – wenn Herr Hartz aufgepasst hätte – in Betriebskunde und Wirtschaftslehre, dann wäre ihm nicht entgangen, dass jeder Unternehmer und Manager lernt, seine Produkte mit möglichst geringem Aufwand an Arbeitszeit herzustellen, also langfristig tendenziell menschliche Arbeit abzuschaffen und sie z.B. durch Maschinen, Computer, Software etc. zu ersetzen, was durch die Marktkonkurrenz noch befeuert wird. Das läßt sich überall beobachten und ist selbst unter normalen Ökonomen Stand der Erkenntnis. Sich gegen diesen Trend zu stellen, anstatt ihm konsequent mit einer entsprechenden Politik zu folgen, ist deshalb eine ausgemachte Dummheit. Produktive Arbeit (= generiert neuen Mehrwert) läßt sich dabei ebenso wenig wertmäßig und volkswirtschaftlich eins zu eins unbegrenzt durch Dienstleistungen (= unproduktive Arbeit/erzeugt keinen neuen Mehrwert, sondern verteilt nur vorhandenen um) ersetzen. Auch das kann man nachlesen und verstehen. Das nicht zur Kenntnis zu nehmen ist Ignoranz – ein typisches Charakteristikum des Neoliberalismus.

Klug und weitsichtig wäre es hingegen, den historisch sinkenden Rest an notwendiger, gesellschaftlicher Gesamtarbeit auf alle Schultern zu verteilen und die allgemeine Arbeitszeit und das Renteneintrittsalter dadurch stetig senken zu können! Dann müßte allerdings per Gesetzgebung dafür Sorge getragen werden, dass auch der Rest an Betriebsgewinnen ebenso breit und fair aufgeteilt wird, anstatt die Leute zu fragwürdigen Lakaiendiensten und in ein prekäres Elends-Kleinunternehmertum zu drängen und dafür nur einen jämmerlichen Bruchteil bis zum Mindestlohn aufstocken zu wollen, wie Herr Hartz es vorschlägt – um parallel Aktionären noch mehr in den Rachen werfen zu können.

Es wäre politisch also durchaus möglich richtige Vorschläge zu unterbreiten.

Doch solche Gedanken sind Herrn Hartz offensichtlich fremd, hat er doch nicht das Wohl der Menschen an sich, sondern jenes der Aktionäre im Auge. Sein Mitgefühl bezüglich der Gesundheit arbeitsloser Jugendlicher wirkt unehrlich. Das ist nur ein Vorwand. Ihm geht es in Wahrheit um etwas anderes. Er agiert immer noch im Sinne der großen Kapitaleigner, auf deren Gehaltslisten er bislang stand.

Verräterisch ist z.B. seine Aussage, dass die Agenda 2010 letztlich „ein Erfolg“ gewesen sei, wenn sie auch „ihren Preis“ gehabt hätte. Nun ja – diesen Preis hat er andere zahlen lassen, während Herr Hartz und seine Kollegen sich um das Managen von Korruptionsgeldern, Schmuck und „leichten Mädchen“ gekümmert haben. Dahinter stecken eine soziale Arroganz und Doppelmoral, die schwer zu überbieten ist. Aber mit Moral hat es Herr Hartz ja eh nicht so…Hauptsache das Business as usual läuft wie geschmiert.

Ebenso trügerisch sein Vorschlag, junge Leute mit wohl an Börsen handelbaren „Zeitwertpapieren“ quasi zu kleinen Volksaktionären zu machen…völlig verdrängend, dass schon die als vermeintliche „Volksaktie“ gepriesenen Wertpapiere der Deutschen Telekom ein ausgemachtes Desaster waren – Schrottpapiere, die viele Kleinanleger ruiniert und um ihre Lebensleistung gebracht haben.

Kurz gesagt – was er damit erreichen und einläuten würde, wäre nichts anderes, als die nächste Runde im sozialen Niedergang der Marktwirtschaft. Die bekannte „Schere zwischen Arm und Reich“ würde noch weiter auseinandergehen…und dafür sollen die Leute auch noch brav arbeiten dürfen. Ein altmodisch anmutender Begriff wie „Volksverblödung“ füllt sich mit solchen Vorschlägen wieder mit Inhalt.

Man darf den Mann also getrost auch beruflich als Raubritter bezeichnen. Das entspricht mehr dem, was als zukünftiges Ergebnis zu verzeichnen sein wird – leere Taschen bei seinen Opfern. Wenn wir scheitern, dann soll bitte die ganze Arbeiterklasse per Aktien und Betriebsbeteiligungen daran teilhaben…und Herr Hartz sagt uns, wie wir das am besten anstellen. Übrigens spricht das nicht gerade für den Geisteszustand derer, die bislang und zukünftig auf seine Vorschläge wohlwollend eingegangen sind. Wer der Dummheit Glauben schenkt, beweist damit nur seine eigene.

Das Interesse, abgeleitet von der Stellung innerhalb des Machtgefüges des Kapitals, verrät uns den eigentlichen Sinn, Zweck und Grund solcher Argumente. Das gilt für alle derartigen Ideologen, nicht nur für Peter Hartz. Auch Dummheit hat Gründe, wenn auch selten gute.

Holger Roloff, 10.Mai 2017


Hartz IV ist undemokratisch entstanden und wurde entgegen den Wählerstimmen durchgesetzt – daran erinnert Die Anstalt (Video)

Hartz IV bricht das Grundgesetz – der Bürgerrechtler Ralph Boes im Interview (Video)

Altersvorsorge – Regierungsvorstellung vs. Wirklichkeit als Karikatur (hier)

Sozialstaat statt Hartz IV – Sozialforscher und Politikwissenschaftler Christoph Butterwege beleuchtet nach 10 Jahren die Ergebnisse der Einführung des Hartz IV Systems und entdeckt wissenswerte historische Zusammenhänge (Video)

An der Einführung von Hartz IV verdienten auch andere kräftig mit (hier)

Mythos Fachkräftemangel (Video hier)

Die Bedeutung von Hartz IV erschließt sich Kontext der EU-Wirtschaftspolitik – hier dargestellt durch Politkabarett (hier) und (hier)

Die Riester-Rente ist auch so eine politische Idee bzw. Luftnummer, die in jeder Hinsicht als gescheitert betrachtet werden kann (hier) und (hier)

Hartz IV – psychologische Kriegsführung und die Folgen (Video)

Harald Lesch – Grundeinkommen schafft Sicherheit (hier)

Arm  trotz Arbeit – sie wird genauso produziert wie Waren und (extrem einseitiger) Reichtum – das ist seit langem bekannt (s. hier der SPIEGEL, 02.04.2007) und es hat sich bis heute nichts daran geändert (s. hier die BILD, 23.06.2017). Nur wenn man aus der Form „Arbeit“ an sich rauskommt, ließe sich daran nachhaltig etwas ändern. Auch das ist seit langem bekannt (s.hier das „Manifest gegen die Arbeit“, 1999).

Klare Worte auch von Günter Wallraff (hier)

Dieser Diskurs wird geführt angesichts einer völlig einseitigen Reichtumsanhäufung und absurden Steuerpolitik (hier) innerhalb eines fragwürdigen Wertesystems, indem durch reine Zirkulation von Anspruchstiteln im Handstreich Unsummen völlig ohne Arbeit verdient werden können (hier) und in dem manche Unsummen sinnlos verprassen (wie hier)

Politkabarettist Georg Schramm über die Zusammenhänge in der Politik, um das Verhältnis von Arm und Reich im Kapitalismus aufrecht zu erhalten (Video)

Falsche Vorstellungen von der Wirklichkeit gepaart mit Sozialchauvinismus offenbaren die dahinter liegenden Ideologien – hier am Beispiel von CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der im Juli 2017 nach einem Tweet in Erklärungsnot geraten war (hier). Doch auch auf manche Reaktion – z.B. von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil – trifft das zu, denn auch er verkennt die Ursachen der vermeintlich quasi „…nicht guten Arbeit!“, wenn er diese allein als Ergebnis einer falschen Politik angreift, zumal ja seine eigene Partei maßgeblich durch die Hartz IV Gesetzgebung die Prekarisierung der Arbeitswelt mitzuverantworten hat. Das eigene Handeln, die wegen Mitverantwortung werden kategorisch ausgeblendet.

Programm und Rede des SPD Kanzlerkandidaten 2017 Martin Schulz sind selbst in der Summe ein intellektuelles, geschichtliches und politisches Desaster, da sie keinerlei Lösungsansätze für die Fragen der Zukunft bereit halten (Bericht hier)

Prekäres Jobwender – zweifelhafter, rein formaler Beschäftigungszuwachs Dank Lohneinbußen (hier)

Wahrheit und Zynismus des deutschen Jobwunders durch Hartz IV (hier)

Auch Olaf Scholz (SPD/Hamburg) blamiert sich mit seiner Vorstellung von Arbeit und dem Verdrängen der eigenen Mitverantwortung und der Fakten der eigenen Parteigeschichte (hier)

Spiritualität bedeutet Zusammenhänge zu erkennen – Max Uphoff zur Lage der Nation (Video)

Das BGE ist ein Schlüssel für die Zukunft – gefunden bei Xing mit Videointerview von Albert Wenger (Video)

Interview mit der Forscherin Silke von Dyk zur Debatte einer Postwachstumsökonomie im FREITAG (hier) und (PDF)

Warum die neoliberale Rot/Grüne-Koalition bei Hartz IV massiv Murks betrieben hat – ein Mitglied der Hartz-Kommision pack auch 10 Jahren aus (Video)

Zitat des Tages: 

»Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt, alarmierte Anfang der Woche die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Im Vorjahr waren 860.000 Menschen betroffen. Im aktuellen Freitag ist das unser Schwerpunkt. Timo Reuter schreibt in seinem Report, entscheidende Ursachen für diese Art des sozialen Abstiegs seien eine immer größer werdende Armut und akute Wohnungsnot. Man könnte ergänzen, auch das Versagen der bisherigen Bundesregierung.« (Lutz Herden, Politredaktion DER FREITAG  am 15.11.2017)

Bitte Hassen Sie Jetzt – Adventsgruß 2017 – von Sibylle Berg im SPIEGEL online (hier)

Das Parlament der Wohnungslosen meldet sich zu Wort (hier)

Hartz IV muss weg – doch die SPD stellt sich genauso taub wie die BfA (hier)

CDU-Politiker Jens Spahn tut sich im März 2018 durch zweifelhafte Äußerungen zum Hartz IV-Satz hervor und rückt sich damit selbst in den Fokus der Satire z.B. (hier), (hier) und (hier). Dabei attestieren ihm andere Politiker nicht nur fehlende Sachkenntnis (hier)

Arm und reich – Das Monopoly-Experiment 2018 entlarvt die falsche Selbstwahrnehmung erfolgreicher Marktteilnehmer und somit auch die eigenen, völlig überschätzenden Fähigkeiten und alle daraus abgeleitete Argumente und Ideologien – berichtet Der Spiegel (Video)

Selbst der gesetzliche Mindestlohn reicht vielerorts nichtmal zum Überleben (hier)

Bedingtes Grundeinkommen – ein Mogelpackungs-Vorschlag der FDP – nächste Stufe abwärts im Sozialsystem – Bericht in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier)

Der Hartz IV Satz wird künstlich klein gerechnet – aller Vernunft zum trotz – und erreicht damit nicht das Existenzminimum, während man den Reichsten der Reichen politisch stets Steuererleichterungen zugebilligt hat – Bericht bei MONITOR / Das Erste / WDR (Video).

Und wie es mit der Struktur des Reichtums aussieht, erfährt man im Politischen Kabarett (Video)

Stellschrauben im SGB 2/Hartz IV System u.a. Irrsinn (Audio)

„Gutes Geld für gute Arbeit“ oder doch eher „Irre viel für zweifelhaft wenig“ (hier)

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