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"Wenn Frau Merkel glaubt, sie kann die abgeschalteten Kernkraftwerke einfach wieder einschalten lassen und einfach 110 anrufen, wenn es Protest gibt, ist sie bei uns falsch verbunden", sagte Rainer Wendt, Verbandschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, dem Handelsblatt Online.

(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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Archiv für die Kategorie „Holgers Welt“

Des armen (Raub)Ritters neue Ideen

Wie die Presse aktuell berichtet hat sich der Arbeitsmarktreformer und ex-VW-Vorstand Peter Hartz (s. hier) wieder zu Wort gemeldet. Mit neuen, seiner Auffassung nach zeitgemäßen Ideen im Gepäck, möchte er wieder Einfluss auf die Gestaltung zukünftiger Arbeitsmarktpolitik nehmen (s. Bericht JUNGE WELT) und (im SPIEGEL). Das klingt übel und läßt schlimmes befürchten. Ist leider auch so.

Herr Hartz ist wahrlich ein Ritter von trauriger Gestalt. Keiner liebt ihn. Wenn man sich ungeliebt fühlt, dann kann man schon mal wütend werden und auf dumme Gedanken kommen. Leider wissen wir aus der jüngsten Geschichte, dass seine perfiden Ideen von anderen durchaus für bare Münze genommen und in praktische Politik und Gesetze umgewandelt wurden. Also ist dieser arme Ritter sozial gesehen keineswegs harmlos, sondern regelrecht gemeingefährlich.

Pressekonferenz mit Peter Hartz bei phoenix TV

Zumindest ist er mit verantwortlich für die Verelendung vieler Menschen. Jenen, die er hat schrittweise enteignen und ausbeuten lassen (Gegenrechnen von Vermögen und selbst prekärem Einkommen) und denen er mit seinen Ideen kostbare Lebensenergie, Lebenszeit und Nerven geraubt hat, z.B. durch Rechtsstreitigkeiten (100.000 offene Verfahren, weil die Gerichte völlig überlastet waren), alles Dinge, die sich aus der Logik des SGB/Hartz IV-Systems ergaben, möchte er nun auf neue Art den Seegen fremdbestimmter Erwerbsarbeit zuteil werden lassen. Ist das Mitgefühl? Oder doch eher aufindoktriniertes Mitleid(en) lassen? Sprich – er möchtest dass endlich alle darunter leiden dürfen? Oder ist er einfach nur sarkastisch, zynisch, sadomaso… Man weiß es nicht, man weiß es nicht…

O.K. Das war jetzt mal Polemik. Und satirisch. Aber immer noch besser, als die dummen Gedanken von Herrn Hartz. Warum eigentlich dumme Gedanken?

Nun – weil – wenn Herr Hartz aufgepasst hätte – in Betriebskunde und Wirtschaftslehre, dann wäre ihm nicht entgangen, dass jeder Unternehmer und Manager lernt, seine Produkte mit möglichst geringem Aufwand an Arbeitszeit herzustellen, also langfristig tendenziell menschliche Arbeit abzuschaffen und sie z.B. durch Maschinen, Computer, Software etc. zu ersetzen, was durch die Marktkonkurrenz noch befeuert wird. Das läßt sich überall beobachten und ist selbst unter normalen Ökonomen Stand der Erkenntnis. Sich gegen diesen Trend zu stellen, anstatt ihm konsequent mit einer entsprechenden Politik zu folgen, ist deshalb eine ausgemachte Dummheit. Produktive Arbeit (= generiert neuen Mehrwert) läßt sich dabei ebenso wenig wertmäßig und volkswirtschaftlich eins zu eins unbegrenzt durch Dienstleistungen (= unproduktive Arbeit/erzeugt keinen neuen Mehrwert, sondern verteilt nur vorhandenen um) ersetzen. Auch das kann man nachlesen und verstehen. Das nicht zur Kenntnis zu nehmen ist Ignoranz – ein typisches Charakteristikum des Neoliberalismus.

Klug und weitsichtig wäre es hingegen, den historisch sinkenden Rest an notwendiger, gesellschaftlicher Gesamtarbeit auf alle Schultern zu verteilen und die allgemeine Arbeitszeit und das Renteneintrittsalter dadurch stetig senken zu können! Dann müßte allerdings per Gesetzgebung dafür Sorge getragen werden, dass auch der Rest an Betriebsgewinnen ebenso breit und fair aufgeteilt wird, anstatt die Leute zu fragwürdigen Lakaiendiensten und in ein prekäres Elends-Kleinunternehmertum zu drängen und dafür nur einen jämmerlichen Bruchteil bis zum Mindestlohn aufstocken zu wollen, wie Herr Hartz es vorschlägt – um parallel Aktionären noch mehr in den Rachen werfen zu können.

Es wäre politisch also durchaus möglich richtige Vorschläge zu unterbreiten.

Doch solche Gedanken sind Herrn Hartz offensichtlich fremd, hat er doch nicht das Wohl der Menschen an sich, sondern jenes der Aktionäre im Auge. Sein Mitgefühl bezüglich der Gesundheit arbeitsloser Jugendlicher wirkt unehrlich. Das ist nur ein Vorwand. Ihm geht es in Wahrheit um etwas anderes. Er agiert immer noch im Sinne der großen Kapitaleigner, auf deren Gehaltslisten er bislang stand.

Verräterisch ist z.B. seine Aussage, dass die Agenda 2010 letztlich „ein Erfolg“ gewesen sei, wenn sie auch „ihren Preis“ gehabt hätte. Nun ja – diesen Preis hat er andere zahlen lassen, während Herr Hartz und seine Kollegen sich um das Managen von Korruptionsgeldern, Schmuck und „leichten Mädchen“ gekümmert haben. Dahinter stecken eine soziale Arroganz und Doppelmoral, die schwer zu überbieten ist. Aber mit Moral hat es Herr Hartz ja eh nicht so…Hauptsache das Business as usual läuft wie geschmiert.

Ebenso trügerisch sein Vorschlag, junge Leute mit wohl an Börsen handelbaren „Zeitwertpapieren“ quasi zu kleinen Volksaktionären zu machen…völlig verdrängend, dass schon die als vermeintliche „Volksaktie“ gepriesenen Wertpapiere der Deutschen Telekom ein ausgemachtes Desaster waren – Schrottpapiere, die viele Kleinanleger ruiniert und um ihre Lebensleistung gebracht haben.

Kurz gesagt – was er damit erreichen und einläuten würde, wäre nichts anderes, als die nächste Runde im sozialen Niedergang der Marktwirtschaft. Die bekannte „Schere zwischen Arm und Reich“ würde noch weiter auseinandergehen…und dafür sollen die Leute auch noch brav arbeiten dürfen. Ein altmodisch anmutender Begriff wie „Volksverblödung“ füllt sich mit solchen Vorschlägen wieder mit Inhalt.

Man darf den Mann also getrost auch beruflich als Raubritter bezeichnen. Das entspricht mehr dem, was als zukünftiges Ergebnis zu verzeichnen sein wird – leere Taschen bei seinen Opfern. Wenn wir scheitern, dann soll bitte die ganze Arbeiterklasse per Aktien und Betriebsbeteiligungen daran teilhaben…und Herr Hartz sagt uns, wie wir das am besten anstellen. Übrigens spricht das nicht gerade für den Geisteszustand derer, die bislang und zukünftig auf seine Vorschläge wohlwollend eingegangen sind. Wer der Dummheit Glauben schenkt, beweist damit nur seine eigene.

Das Interesse, abgeleitet von der Stellung innerhalb des Machtgefüges des Kapitals, verrät uns den eigentlichen Sinn, Zweck und Grund solcher Argumente. Das gilt für alle derartigen Ideologen, nicht nur für Peter Hartz. Auch Dummheit hat Gründe, wenn auch selten gute.

Holger Roloff, 10.Mai 2017


Hartz IV ist undemokratisch entstanden und wurde entgegen den Wählerstimmen durchgesetzt – daran erinnert Die Anstalt (Video)

Hartz IV bricht das Grundgesetz – der Bürgerrechtler Ralph Boes im Interview (Video)

Altersvorsorge – Regierungsvorstellung vs. Wirklichkeit als Karikatur (hier)

Sozialstaat statt Hartz IV – Sozialforscher und Politikwissenschaftler Christoph Butterwege beleuchtet nach 10 Jahren die Ergebnisse der Einführung des Hartz IV Systems und entdeckt wissenswerte historische Zusammenhänge (Video)

An der Einführung von Hartz IV verdienten auch andere kräftig mit (hier)

Mythos Fachkräftemangel (Video hier)

Die Bedeutung von Hartz IV erschließt sich Kontext der EU-Wirtschaftspolitik – hier dargestellt durch Politkabarett (hier) und (hier)

Die Riester-Rente ist auch so eine politische Idee bzw. Luftnummer, die in jeder Hinsicht als gescheitert betrachtet werden kann (hier) und (hier)

Hartz IV – psychologische Kriegsführung und die Folgen (Video)

Harald Lesch – Grundeinkommen schafft Sicherheit (hier)

Arm  trotz Arbeit – sie wird genauso produziert wie Waren und (extrem einseitiger) Reichtum – das ist seit langem bekannt (s. hier der SPIEGEL, 02.04.2007) und es hat sich bis heute nichts daran geändert (s. hier die BILD, 23.06.2017). Nur wenn man aus der Form „Arbeit“ an sich rauskommt, ließe sich daran nachhaltig etwas ändern. Auch das ist seit langem bekannt (s.hier das „Manifest gegen die Arbeit“, 1999).

Klare Worte auch von Günter Wallraff (hier)

Dieser Diskurs wird geführt angesichts einer völlig einseitigen Reichtumsanhäufung und absurden Steuerpolitik (hier) innerhalb eines fragwürdigen Wertesystems, indem durch reine Zirkulation von Anspruchstiteln im Handstreich Unsummen völlig ohne Arbeit verdient werden können (hier) und in dem manche Unsummen sinnlos verprassen (wie hier)

Politkabarettist Georg Schramm über die Zusammenhänge in der Politik, um das Verhältnis von Arm und Reich im Kapitalismus aufrecht zu erhalten (Video)

Falsche Vorstellungen von der Wirklichkeit gepaart mit Sozialchauvinismus offenbaren die dahinter liegenden Ideologien – hier am Beispiel von CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der im Juli 2017 nach einem Tweet in Erklärungsnot geraten war (hier). Doch auch auf manche Reaktion – z.B. von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil – trifft das zu, denn auch er verkennt die Ursachen der vermeintlich quasi „…nicht guten Arbeit!“, wenn er diese allein als Ergebnis einer falschen Politik angreift, zumal ja seine eigene Partei maßgeblich durch die Hartz IV Gesetzgebung die Prekarisierung der Arbeitswelt mitzuverantworten hat. Das eigene Handeln, die wegen Mitverantwortung werden kategorisch ausgeblendet.

Programm und Rede des SPD Kanzlerkandidaten 2017 Martin Schulz sind selbst in der Summe ein intellektuelles, geschichtliches und politisches Desaster, da sie keinerlei Lösungsansätze für die Fragen der Zukunft bereit halten (Bericht hier)

Prekäres Jobwender – zweifelhafter, rein formaler Beschäftigungszuwachs Dank Lohneinbußen (hier)

Wahrheit und Zynismus des deutschen Jobwunders durch Hartz IV (hier)

Auch Olaf Scholz (SPD/Hamburg) blamiert sich mit seiner Vorstellung von Arbeit und dem Verdrängen der eigenen Mitverantwortung und der Fakten der eigenen Parteigeschichte (hier)

Spiritualität bedeutet Zusammenhänge zu erkennen – Max Uphoff zur Lage der Nation (Video)

Das BGE ist ein Schlüssel für die Zukunft – gefunden bei Xing mit Videointerview von Albert Wenger (Video)

Interview mit der Forscherin Silke von Dyk zur Debatte einer Postwachstumsökonomie im FREITAG (hier) und (PDF)

Warum die neoliberale Rot/Grüne-Koalition bei Hartz IV massiv Murks betrieben hat – ein Mitglied der Hartz-Kommision pack auch 10 Jahren aus (Video)

Mit welcher Einstellung und Energie die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgemacht wird zeigt das Politkabarett von Die Anstalt – „Die Kohle der Löwen“ vom 7. No. 2017 (Video)

Zitat des Tages: 

»Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt, alarmierte Anfang der Woche die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Im Vorjahr waren 860.000 Menschen betroffen. Im aktuellen Freitag ist das unser Schwerpunkt. Timo Reuter schreibt in seinem Report, entscheidende Ursachen für diese Art des sozialen Abstiegs seien eine immer größer werdende Armut und akute Wohnungsnot. Man könnte ergänzen, auch das Versagen der bisherigen Bundesregierung.« (Lutz Herden, Politredaktion DER FREITAG  am 15.11.2017)

Bitte Hassen Sie Jetzt – Adventsgruß 2017 – von Sibylle Berg im SPIEGEL online (hier)

Das Parlament der Wohnungslosen meldet sich zu Wort (hier)

Hartz IV muss weg – doch die SPD stellt sich genauso taub wie die BfA (hier)

CDU-Politiker Jens Spahn tut sich im März 2018 durch zweifelhafte Äußerungen zum Hartz IV-Satz hervor und rückt sich damit selbst in den Fokus der Satire z.B. (hier), (hier) und (hier). Dabei attestieren ihm andere Politiker nicht nur fehlende Sachkenntnis (hier)

Arm und reich – Das Monopoly-Experiment 2018 entlarvt die falsche Selbstwahrnehmung erfolgreicher Marktteilnehmer und somit auch die eigenen, völlig überschätzenden Fähigkeiten und alle daraus abgeleitete Argumente und Ideologien – berichtet Der Spiegel (Video)

Selbst der gesetzliche Mindestlohn reicht vielerorts nichtmal zum Überleben (hier)

Bedingtes Grundeinkommen – ein Mogelpackungs-Vorschlag der FDP – nächste Stufe abwärts im Sozialsystem – Bericht in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier)

Der Hartz IV Satz wird künstlich klein gerechnet – aller Vernunft zum trotz – und erreicht damit nicht das Existenzminimum, während man den Reichsten der Reichen politisch stets Steuererleichterungen zugebilligt hat – Bericht bei MONITOR / Das Erste / WDR (Video).

Und wie es mit der Struktur des Reichtums aussieht, erfährt man im Politischen Kabarett (Video)

Stellschrauben im SGB 2/Hartz IV System u.a. Irrsinn (Audio)

„Gutes Geld für gute Arbeit“ oder doch eher „Irre viel für zweifelhaft wenig“ (hier)

Hallo Andrea Nahles… ein Kommentar von Susan Bonath bei KenFM bringt Wesen und Charakter der kapitalistischen Arbeitsontologie ans Licht (hier)

Wesen und Charakter des Hartz IV-Systems am konkreten Bsp. (hier)

Wie Denkformen, Ideologien und Wertvorstellungen weiter gegeben werden (hier)

Spirale der Gewalt und ihre Ursachen in den Basisstrukturen der warenförmigen Gesellschaft samt Hartz IV – ein Kommentar von Susan Bonath für Tagesdosis 03.09.2018 bei KenFM (hier)

Imperialismus ist ein Entwicklungsstadium des Kapitalismus – ein Kommentar von Susan Bonath  am 01-10-2018 Tagesdosis bei KenFM (hier)

 

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Licht und Schatten zum Thema Asyl

Heute gibt es ein Beispiel dafür, wie kontrovers in der Partei DIE VIOLETTEN Diskurse geführt werden. Das gehört gewissermaßen zur violetten Methodik. Die Wahrheit zu erkennen ist nie leicht. Alle Mitglieder bemühen sich bekanntermaßen, offen dafür zu sein, sehr unterschiedliche Argumente und Sichtweisen zu hören, um sich kreativ zu streiten und so unterbeleuchtete Schattenfelder letztendlich zu erkennen und doch noch mit einem Stück Mehr an Wahrheit auszuleuchten. Erst dann fließen  Erkenntnisse in Konzepte ein. Redaktionelle Textbeiträge geben daher nicht die Sicht der Partei, sondern jeweils nur temporäre Meinungsäußerungen der Autoren im Sinne gedanklicher Anregungen wieder.

Der folgende Text „Licht und Schatten zum Thema Asyl“ (Holger Roloff) ist so verfasst, dass er sich auf einen redaktionellen Beitrag auf der Bundesseite  der Partei DIE VIOLETTEN bezieht. Dieser Ausgangsbeitrag von Autor Jochem Kalmbacher trägt den Titel „Verbesserung der Asylsituation“ und zeigt eine Sichtweise, wie man an das Thema heran gehen kann und welche Schlussfolgerungen bezüglich einer möglichen violetten Politik daraus gezogen werden können ( siehe hier)

Da dem Autor Holger Roloff die darin vorgestellte Analyse jedoch deutlich unzureichend und einseitig erschien, versucht er sich im Folgenden an einer erweiterten Sicht bzw. anderen Haltung.

Das Thema ist sicher alles andere als einfach und wirft die generelle Frage auf, ob es im Rahmen der Kategorie „bürgerlicher Politik“ überhaupt eine zufrieden stellende Lösung geben kann. Es liegt die Einsicht nahe, dass Politik schon (seiner Form nach) Bestandteil des Problems ist und stets ein Gefühl von Unzufriedenheit hinterläßt, egal wie sehr man sich bemüht, dem Thema gerecht zu werden.

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Lieber Jochem,

Du hast es bestimmt gut damit gemeint, mal ein Statement zu aktuellen Thema „Asyl“ abzugeben. Leider ist der Text entweder sehr unglücklich formuliert oder entspringt einer viel zu engen Sichtweise oder einer Haltung, die dem Thema (im violetten Sinne) nicht gerecht zu werden vermag.

Eine Frage der Perspektive in einer 4D Welt

Die in dem Text aufgemachte Perspektive ignoriert völlig die (4.) historische Dimension des gesamten Flüchtlingsthemas. Sie argumentiert allein aus der Sichtweise eines europäischen, gut situierten Wohlstandsbürgers, der sich durch die juristischen Gesetze beschützt wähnt und dessen heile Welt, Ruhe, Ordnung und Wohlbefinden durch die unzureichende Anwendung und Umsetzung der Gesetze gestört wird. Es liest sich, als wenn es hier nur um einen Mangel an preußischer  Korrektheit in deutschen Amtsstuben und in der Politik ginge, was kritisiert werden müsste. Das mag manchen durchaus aus der Seele sprechen, wäre dann aber nichts als eine Anbiederung an die Vertreter des post-faktischen, ignoranten Teils im Bürgertum. Solche Darstellungen erfreuen bestenfalls PEGIDA-Anhänger, CDU/CSU- und AfD-Wähler, aber nicht jemanden, der eine violette Antwort sucht.

Das strahlt dieser Text summa summarum leider aus…auch wenn es vielleicht nicht so gemeint war. Vielleicht kannst Du ja ggf. nochmal selbst ein paar korrigierende Anmerkungen dazu machen…?!

Dabei ist es ganz einfach, die Sachlage richtig zu sehen:

https://youtu.be/jyD0Anyn4hs

So bezieht sich die Darstellung leider ausschließlich positiv auf Kategorien wie „Politik“ und das „bürgerlich-staatliche Gewaltmonopol“ sowie die Existenz von Abgrenzungen der Menschen durch die Form von „Nationalstaat“ und Hoheitsgebieten wie der „EU“, ohne zu reflektieren, wie deren kausale Verstrickungen und Mitschuld an den Fluchtursachen aussieht und wie an deren Süd-Grenzen mit Zäunen und Gewalt gegen Menschen vorgegangen wird, was eine Verletzung der Menschenwürde nach unserer Verfassung darstellt (da steht ja die Würde des Menschen(!) ist unantastbar…nicht des Bürgers(!), der zwingend irgendwelche Papiere haben muß, um überhaupt Mensch zu sein). Von direkten und indirekten Verbindungen und finanzieller Unterstützung der ISIS durch den europäischen Kapitalismus und dessen internationaler Partner ganz zu schweigen. Hinzu kommen die damit induzierten Parolen, die die Lage zusetzlich ideologisch anheizen:

https://youtu.be/vN6GRuB2L4Y

 

Eine Frage der Haltung

Schon mal darüber nachgedacht, dass das ganze Asylrecht vielleicht nur ein moralisches Feigenblatt des Westens darstellen könnte? So gesehen würde das ganze Bild samt Frontex und Bekämpfen von Schleusern nämlich Sinn ergeben. Leider. Das war keine Asylpolitik, sondern eine Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge. Es ist Angela Merkels einziges Verdienst ihrer gesamten Amtszeit, das mit ihrer gescholtenen „Wir schaffen das!“-Mentalität wenigstens etwas abgemildert zu haben, wofür sie aus eigenen Reihen aber sofort massiv Kritik einstecken mußte (was übrigens auch nicht heißt, dass ihre Asylpolitik richtig gewesen wäre – dazu unten mehr).

Die Verlogenheit und Heuchelei des Westens ist kaum zu übersehen. Der Diskurs um das Asylrecht ist nichts weiter als eine Maske, die man der Fratze der herrschenden Gesellschaftsform aufsetzt, um deren wahren Charakter nicht ins Gesicht schauen zu müssen. So gewann man 2015/2016 wunderbar Zeit für weitere Waffengeschäfte mit dem arabischen Raum. Immer getreu dem Motto: Geschäft ist Geschäft. Macht ist Macht. Recht bleibt Recht. Siehe („Koalition der Heuchler“ hier ) und („Waffenminister Gabriel“ hier)

Spirituell gesehen wäre meiner Auffassung nach genau das Gegenteil richtig. Es bedarf langfristig eines entschlossenen Bruches mit den gesellschaftlichen Konventionen sowie – bis dahin – wenigstens eines politischen Grundtenors, der es wagt, ungewöhnliche Schritte zu gehen, auch wenn man dann vielleicht nicht wieder gewählt wird. Oder vielleicht doch? Gerade deshalb?

https://youtu.be/VUIFgJHLBTw

Ehrlichkeit bedeutet: man muss sich entscheiden – Wahrheit oder Lüge. Die besagten Konventionen basieren auf Angst und Gewalt. Deshalb brauchen sie diese Lügen, für ihren eigenen Fortbestand. Deshalb fürchten alle Nationalstaaten seit jeher die Wahrheit – manche stärker (z.B. derzeit Türkei), manche etwas weniger… Die Unterschiede sind durchaus im Alltag spürbar aber ihrem inneren Wesen nach identisch.

 

Violettes Handeln und die Abgrenzung zum Pseudo-Bunt der FDP

Dem Aspekt der Verbundenheit aus der „Violetten Präambel“ kommt im Ausgangstext somit zu wenig Aufmerksamkeit zu, was man allein schon sprachlich daran erkennt, dass in dem Text nicht einmal der Begriff „Solidarität“ vorkommt.

Christian Lindner (FDP) ist in diesem Sinne übrigens auch keine gute Referenz, auf die man positiv verweisen kann. Sein Verständnis von „Freiheit“ schließt die oben beschriebene, auf struktureller Gewalt basierende Herrschaftsform vollständig ein. Schließlich ist er Vertreter genau jenes Neoliberalismus, den seine Partei maßgeblich in Deutschland etabliert hat, (man erinnere sich an das berühmte Lambsdorff Papier 1982 hier) – „FDP und die Krise des Liberalismus – Wer braucht noch die FDP?“ (siehe hier)…was im weiteren Verlauf maßgeblich zu der heutigen internationalen Krisensituation geführt hat. Und selbst heute, wo die bürgerliche Presse dieser gescheiterten Politikrichtung längst ein Betten zur letzten Ruhe zugesteht – „Der Tod des Neoliberalismus“ (siehe hier), setzt die FDP weiter auf den alten Kurs. Dabei verstehen immer mehr Ökonomen ihr eigenes System nicht mehr und wundern sich, warum es nicht mehr funktioniert („IWF-Ökonomen rechnen mit dem Neoliberalismus ab“ hier).

Dieses Scheitern ist Bestandteil der Fluchtursachen

Jenseits dieser Einsichten versucht Herr Linder – uneinsichtig wie eh und je – im Gemisch bunter Farbgebung – per „Marketing“ –  den Leichnam Neoliberalismus via FDP wieder zu beleben. Da darf man sich durch das Violett-nahe Magenta nicht täuschen lassen. Die Bemalung der Maske ist Bestandteil der Farce, die sich dahinter verbirgt.

 

Was wäre die echte Alternative in Sachen Asyl gewesen?

Wenn die bürgerliche Politik wirklich an ehrlicher Solidarität und dem unkomplizierten, schnellen Schutz durch Asyl interessiert gewesen wäre, dann hätte man das, anstatt das Feld Schleusern zu überlassen oder gar auf deren Boote zu schießen, diplomatisch und organisatorisch sehr leicht in geordnete Bahnen und Fluchtwege lenken können, indem die Bundesregierung und die ganze EU offizielle Einreisewege für alle Flüchtlinge angeboten hätte.

Anstatt sich nur unsichere Fluchtrouten samt tödlicher Katastrophen im Mittelmeer anzuschauen, hätte Europa mit Flugzeugen gezielt und sicher Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten abholen können. Dann hätte auch niemand seine Papiere weggeworfen, denn man will ja die Chance haben, sicher an Bord so einer Maschine zu kommen, wozu Dokumente dienen.

Das wäre eine sinnvolle Rettungs-Politik für diese Menschen gewesen – mit lauter positiven Folgen. Ebenso unkompliziert konnte man straffällig gewordene Personen auch wieder leicht mit diesen Flugzeugen zurückfliegen, wenn diese durch ihr Verhalten den Transportservice und das Gastrecht meinen mißbrauchen zu können und so quasi darum bitten, zurück zu wollen. Dieser Art von Bitte kann man dann – soweit möglich – entsprechen. Das ist nachvollziehbar oder zumindest diskutierbar. Gilt für ISIS-Anhänger ebenso. Alle heutigen „Abschiebeprobleme“ sind also hausgemacht.

https://youtu.be/zeT_5VvGNlM

 

Spirituelle Bedeutung und EU-Politik

In der ganzen Flüchtlingssituation steckte spirituell gesehen eine riesige, einmalig-historische Chance, nämlich eine große Verbundenheit zu Ländern wie Syrien, Tunesien, Marokko usw. aufzubauen. Das zu erkennen und strukturelle Antworten zu geben, wäre eine kluge, weitsichtige (violette) Sicherheits- und Außenpolitik gewesen!

So verbindet man Völker auf positivem Wege, durch bewußte, bedingungslose Hilfe, wenn sie gebraucht wird. Das merken sich Menschen über viele Generationen und kolportieren solche Erfahrungen, denn die meisten wollen eh in ihre Heimat zurückkehren. Negative Erfahrungen werden natürlich ebenso im kollektiven Gedächtnis gespeichert. Insofern ist der Teil der im Ausgangstext geübten Kritik an der Asylpolitik natürlich auch völlig richtig. Man muss sie jedoch völlig anders denken und argumentativ aufziehen. Ganzheitlich.

Zu letzterem gehört natürlich auch die EU-Außen- und Wirtschafts-Politik, die neoliberal darauf ausgerichtet war, die Wirtschaft vieler heutiger Fluchtländer systematisch auszubeuten, den Menschen die Lebensgrundlagen zu rauben und eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung zu verwehren (was als Argument für sich allein gilt und nicht etwa zu verstehen wäre als Positivierung des Kapitalismus).

Dafür stärkte die EU stets die Position der Konzerne des Westens, damit die Geldströme überwiegend immer in unsere Richtung fließen. Die Flüchtlinge folgen diesen Strömen nur.

Das ist das, was mit den Lügen kaschiert werden soll. Schon Ende der 90er Jahre war vereinzelt zu erfahren, dass für jeden Dollar Entwicklungshilfe für Afrika durch den Westen 150 Dollar aus dem Kontinent wieder herausgeholt wurden. Das verschweigt Herr Lindner natürlich. Wie gesagt – ein guter Bezugspunkt würde anders aussehen.

Holger Roloff

Die Violetten, Hamburg, 21.01.2017

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Weitere Artikel-Links zum Thema vom Januar 2017:

„Wir schaffen das!“ – Mit Ausgrenzungsimperialismus und Ausnahmezustand gegen Flüchtlinge (hier)

Erpressung lohnt sich – deutsche Aufrüstung in der Türkei (PDF hier)

Hochrüsten statt helfen – deutsche Aufrüstung und die Vorgaben durch die NATO-Strategie – die andere Seite der Flüchtlingskrise   (PDF hier)

Ausbau des Überwachungsstaates – Aufrüstung im Inneren (PDF hier)

Pamela Anderson stellt sich der Realität und besucht ein Flüchtlingslager (hier)

Der humanistische Kapitalismus Europas – Die Anstalt (hier)

Nachtrag vom 03.04.2017 gefunden bei JUNGE WELT online:

Zitat des Tages 

“Das Programm von Martin Schulz könnte tödlich für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit sein und individuelle Aufstiegschancen in der Mitte der Gesellschaft kosten.” (FDP-Chef Christian Lindner im Tagesspiegel am Sonntag über Verlautbarungen des SPD-Kanzlerkandidaten)

eigene Anmerkung: …nicht dass Herr Schulz tatsächlich der soziale Held wäre, der er vorgibt zu sein (das müßte er erst noch durch Taten beweisen) – oder dass das Argument von Herrn Lindner – soweit sie die Wettbewerbsfähigkeit betrifft, immanent nicht richtig wäre, …darum geht es nicht. Sondern  dieses Zitat entlarvt vielmehr dessen Art zu denken (vgl. auch oben) und die damit verbundenen, systembedingten Ängste. Es zeigt, welche Prioritäten er setzt. Humanismus und sozialer Fortschritt stehen bei ihm als FDP-Mann eben hinten an. Das Diktat des Marktes kommt bei ihm vor allem anderen, getreu dem alt bekannten Motto „Sozial ist, was Arbeit schafft.“…und das stellt das Verhältnis Mensch-Natur auf den Kopf.

Kategorial ausgedrückt gilt vielmehr, dass alle, die stoffliche Natur verändernden Tätigkeiten (=“konkrete Arbeit“) den notwendigen gesellschaftlichen Aufwand darstellen. Notwendig war dieser Aufwand aber nur, solange die stoffliche Seite noch unterentwickelt war, also vor vielleicht 200 Jahren bzw. erneut nach den Zerstörungen des 2.Weltkrieges. Warum aber sollte man den heute, in einer ausgesprochenen Überflussgesellschaft, erhöhen, in der wir an diesem Überfluss leiden???

Genau wegen solcher Widersprüche ist die dahinter stehende Haltung und Denkform eine Ideologie. Wer mehr dazu wissen möchte, vor allem, wie solche Gedanken zustande kommen, seien alle Artikel hier zum Themenkomplex Ideologie empfohlen.

Abschiebung in den Terror – Bericht in JUNGE WELT (hier)

Entlarvende Satire zum Thema „sicheres Herkunftsland“ (hier) und (hier)

Zusammenhänge satirisch entlarvt – „Unser Wohlstand steht auf Leichenbergen“ mit und von Hagen Rether  (Video)

03.01.2018 – gefunden bei JUNGE WELT online:

Zitat des Tages

“Wer meint, ein Leben am Rande des Existenzminimums sei ein Anreiz für eine lebensgefährliche Flucht, nimmt die tatsächlichen Fluchtursachen nicht zur Kenntnis.”

Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der Bundespolizei, am Dienstag über Fluchtgründe und deutsche Sozialleistungen

Die für die Flüchtlinge zustände BAMF erhielt Beratungsleistungen von der berüchtigten Firma McKinsey, die schon die Verschärfung der Hartz IV Gesetzgebung (SBG II) bewirkt hatte. Nun wurde ihre Beratung mal von einem unabhängigen Juristen geprüft – mit verheerendem Ergebnis – Bericht in der WirtschaftsWoche (hier) und als (PDF)

Dieser Vortrag von Gregor Gysi an der Uni Witten/Herdecke (2018) deckt zahlreiche, irrationale Widersprüche bürgerlicher Politik auf inkl. der Zusammenhänge mit dem Flüchtlingsphänomen (Video)

Der BAMF-Skandal löst als halb inszeniert fast in Luft auf (hier)

Asylstreit in der SPD und wie jemand intern reagiert (hier)

Schatten in der Asylpolitik auch schon 1938 – gefunden beim SPIEGEL (hier)

Flucht, Asyl und Arbeitskräfte (hier)

„Absaufen!“ – Pro und Contra bei TELEPOLIS (hier)

EU und Libyen – „Europa schickt Menschen in die Hölle“ – Bericht im Spiegel  (hier)

Wie die EU-Wirtschaftspolitik aktiv Fluchtursachen erzeugt – Karikatur (hier)

TV-Magazin Kontraste zeigt Einblicke in die Strukturen arabischer Familien-Clans in Deutschlandn (Video)

Widerspruch zur Asylpolitik auf Demo in München 22.07.2018 (Video1) und (Video2)

Mega-Demo am 2. September 2018 in Hamburg für Seenot-Rettung von Flüchtlingen – die MOPO berichtet

Frontex in Aktion erhöht seine Abwehrkraft mit neuem Argument (Karikatur hier)

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Der Teufel und die Horrormärchen

 

In der morgigen Ausgabe der bundesweiten Tageszeitung JUNGE WELT gibt es ein aufschlussreiches Gespräch, welches der Redakteur Markus Bernhardt mit Christian Woltering vom Paritätischen Wohlfahrtsverband geführt hat. In der JW-Online-Ausgabe ist es heute schon zu lesen (hier) und als (PDF). Darin gibt es Aufschluss über die aktuellen Entwicklungen in Sachen Hartz IV, Armut und wie die Schere zwischen zwischen Arm und Reich in unserem Land immer weiter auseinandergeht.

Als Ursachen werden verschiedene Dinge angesprochen. Es sei vor allem ein Ergebnis falscher Sozial- und Steuerpolitik in Deutschland. Das wird auch tatsächlich einen großen Einfluss haben. Ebenso wie der industrielle Strukturwandel weg von der Kohle, was besonders im Ruhrgebiet starke Konsequenzen hat. Als alleinige Erklärung dürfte dies jedoch kaum ausreichen. Steckt der Teufel im Detail? Oder fehlt da etwas in der Betrachtung?

Es ist meines Erachtens viel mehr die dritte industrielle Revolution, die Digitalisierung, die seit vier Jahrzehnten massiv die Verwertungspotenziale abschmelzen lässt und somit für eine Entwertung aller Kapitalbestandteile sorgt, einschließlich menschlicher Arbeitskraft. Somit fehlt nicht nur zunehmend Einkommen in den Familien, sondern es sind auch immer mehr hoch qualifizierte Fachkräfte und studierte Akademiker und Führungskräfte davon betroffen. Darüber wird nur ungern öffentlich gesprochen.

Die Mainstream-Medien, allen voran die Springer-Presse, führt stattdessen bekanntermaßen eine offene Kampagne gegen angeblichen „Sozialmissbrauch“ bei Hartz IV, der aber allein statistisch gesehen bei der Verteilung der Vermögen in Deutschland insgesamt überhaupt keine Rolle spielt – schon gar nicht gegenüber den Summen, die hier tagtäglich z.B. durch die Steuerpolitik zugunsten der großen Vermögen umverlagert werden, was die bürgerliche Statistik regelmäßig belegt.

Berücksichtigt man diese Umstände, wird vielleicht ein rundes Bild daraus, allerdings ein Bild des sozialen Schreckens. Das können doch wohl alles nur „Horrormärchen“ sein…

Dieser Schrecken fährt längst dem Bildungsbürgertum in die Knochen, was sich in dessen Reaktionen und Elitedenken z.B. in Fragen der Gestaltung des Bildungssystems ihrer Kinder zeigt, wo eine Gesamtschule abgelehnt, nach unten getreten wird und sich als Reaktion Rassismen und Ideologien sowie ein deutlich rechtspopulistischer Trend zeigen, was besonders an der AfD sichtbar wird.

Doch es regt sich etwas. Immer mehr Menschen fangen an, diese Trends der Prekarisierung nicht länger hinnehmen zu wollen. Wie gesagt…ein sehr lesenswerter Artikel, über den sich jeder aufgerufen fühlen darf, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Holger Roloff, 05. Juni 2015

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JUNGE WELT Artikel: „Das sind keine Horrormärchen“ (hier) und als (PDF)

JUNGE WELT Artikel: „Neoliberale Legenden – Minierhöhung bei Hartz IV“ (hier)

JUNGE WELT Artikel: „Neofeudalismus im Finanzmarktkapitalismus“ (hier)

JUNGE WELT ARTIKEL: „Kein Herz für Kinder“ (hier) und als (PDF)

JUNGE WELT ARTIKEL: so sieht es z.B. in Argentinien aus (hier) und als (PDF)

JUNGE WELT ARTIKEL: Sanktionen gegen Minderjährige (hier) und als (PDF)

SPIEGEL Bericht: Soziale Kluft vergrößert sich in Europa (hier)

TAZ Bericht: Jeder Fünfte in Deutschland ist arm (hier)

DER FREITAG Artikel: Auf dem Weg ins Mittelalter (hier)

Mindestlohn-Spott beim POSTILLON: Neureiche Friseurin (hier)

Der Charakter des Hart IV-Systems offenbart sich auch in der Art und Weise, wie juristisch darin mit Widersprüchen umgegangen wird. Es geht offenkundig nicht um das Wohl von Menschen, wie dieser Artikel beweist:  (hier)

Nachtrag vom 27.04.2016: Gauck sagt sorry…könnte er jedenfalls… eigentlich… eventuell… oder doch nicht??? (Aktions-Video hier) …(leider nur) eine Satire zur Hartz IV-Reform: (Infos hier)

Hartz IV – psychologische Kriegsführung und die Folgen (Video)

Nachtrag vom 06.05.2016 – DIW stellt fest: auch die deutsche Mittelschicht schrumpft: (hier)

Erfahrungsbericht und erhellende Kommentare beim FREITAG (hier)

Kunstaktion „Deutschland sagt Sorry!“ – was eigentlich überfällig wäre (Video hier)

Das Märchen vom Fachkräftemangel (Video hier)

Der Irrsinn von Hartz IV und Bewerbungsmarathon in Fakten (hier)

Was das kapitalistische Wertesystem für erstrebenswert und somit berechtigt hält, zeigt diese Meldung aus dem MANAGER MAGAZIN 2016 – nur mal als kleiner Vergleich zur realen Armut (hier)

Luxus für alle. Eine Kritik des Arbeitsfetischs – Vortrag von Stephan Grigat (hier)

Flaschensammeln für die Rente – ZDF-Doku Jan. 2017 – Altersarmut in Deutschland (hier)

Immer mehr Obdachlose in Hamburg – Der Kampf um die Straße (hier)

Nach Pleite eines Gier-Bankers – Villen-Ausverkauf an an der Elbchaussee in Hamburg – die MoPo berichtet (hier)

Was passiert, wenn jemand auf einem von Ideologie getragener Posten in der Politik mit der Realität konfrontiert wird? Aktuelles Beispiel: Arbeitsministerin Andrea Nahles, deren bekanntermaßen sehr ignorantes Weltbild (besonders hinsichtlich der von ihr vertretenden Arbeitsontologie) gerade einen Schock erleben musste (hier) und (als PDF)

Mythos Fachkräftemangel (Video hier)

Armuts- und Reichtumsbericht 2017 – So verharmlost die Bundesregierung die Kinderarmut (hier) sowie die Ursachen (hier)

Die Wahrheit ist schon lange bekannt – die Armut ist hausgemacht, wirtschaftlich und politisch gewollt (hier)

Die Bedeutung von Hartz IV erschließt sich Kontext der EU-Wirtschaftspolitik – hier dargestellt durch Politkabarett (hier)

Überleben auf Pump – wie armselig das Jobcenter über Menschen entscheidet und wer das mal maßgeblich mit inszeniert hat (hier)

Warum die neoliberale Rot/Grüne-Koalition bei Hartz IV massiv Murks betrieben hat – ein Mitglied der Hartz-Kommision pack auch 10 Jahren aus (Video)

Zitat des Tages: 

»Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt, alarmierte Anfang der Woche die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Im Vorjahr waren 860.000 Menschen betroffen. Im aktuellen Freitag ist das unser Schwerpunkt. Timo Reuter schreibt in seinem Report, entscheidende Ursachen für diese Art des sozialen Abstiegs seien eine immer größer werdende Armut und akute Wohnungsnot. Man könnte ergänzen, auch das Versagen der bisherigen Bundesregierung.« (Lutz Herden, Politredaktion DER FREITAG  am 15.11.2017)

Das Parlament der Wohnungslosen meldet sich zu Wort (hier)

CDU-Politiker Jens Spahn tut sich im März 2018 durch zweifelhafte Äußerungen zum Hartz IV-Satz hervor und rückt sich damit selbst in den Fokus der Satire z.B. (hier), (hier) und (hier). Dabei attestieren ihm andere Politiker nicht nur fehlende Sachkenntnis (hier)

Warum man stets nur Sündenböcke sucht, anstatt die Ursachen in den Strukturen des kapitalistischen  Systems selbst zu suchen – ein analytischer Wortbeitrag bei KenFM deckt die dahinter liegende ideologische Denkform auf (Audio hier)

Selbst der gesetzliche Mindestlohn reicht vielerorts nichtmal zum Überleben (hier)

Bedingtes Grundeinkommen – ein Mogelpackungs-Vorschlag der FDP – nächste Stufe abwärts im Sozialsystem – Bericht in der Tageszeitung JUNGE WELT (hier)

Der Hartz IV Satz wird künstlich klein gerechnet – aller Vernunft zum trotz – und erreicht damit nicht das Existenzminimum, während man den Reichsten der Reichen politisch stets Steuererleichterungen zugebilligt hat – Bericht bei MONITOR / Das Erste / WDR (Video)

Und wie es mit der Struktur des Reichtums aussieht, erfährt man im Politischen Kabarett (Video)

Hartz IV ist undemokratisch entstanden und wurde entgegen den Wählerstimmen durchgesetzt – daran erinnert Die Anstalt (Video)

Altersvorsorge – Regierungsvorstellung vs. Wirklichkeit als Karikatur (hier)

Kapitalismus ist ein totalitäres System. Es bedeutet stets Ausbeutung, Zwang und systematische Verarmungslogik – z.B. innerhalb des Hartz IV-Systems. Der Mythos von der friedlichen Koexistenz (= soziale Marktwirtschaft) ist eine Illusion. Der Klassenkampf wird nicht nur von Firmen und Konzernen, sondern auch vom Staat aus gegen die Menschen geführt (Audio)

Stellschrauben im SGB 2/Hartz IV System u.a. Irrsinn (Audio)

„Gutes Geld für gute Arbeit“ oder doch eher „Irre viel für zweifelhaft wenig“ (hier)

Hallo Andrea Nahles… ein Kommentar von Susan Bonath bei KenFM bringt Wesen und Charakter der kapitalistischen Arbeitsontologie ans Licht (hier)

Wesen und Charakter des Hartz IV-Systems am konkreten Bsp. (hier)

Immer mehr Kinder in Deutschland leben 2018 in Armut (hier)

Spirale der Gewalt und ihre Ursachen in den Basisstrukturen der warenförmigen Gesellschaft samt Hartz IV – ein Kommentar von Susan Bonath für Tagesdosis 03.09.2018 bei KenFM (hier)

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1.Mai 2015 – Warum ich nicht zur Demo gehe…

Heute haben wir den 1.Mai 2015 – den internationalen Tag der Arbeit – der Kampftag der Arbeiterklasse. Die Gewerkschaften rufen wie gewohnt dazu auf, sich ihren Forderungen in Bezug auf Arbeit anzuschließen usw. Nur ich bleib lieber zu Hause. Aber nicht aus Faulheit, sondern ganz bewusst, weil ich mit diesem Anliegen der traditionellen Gewerkschaften in keiner Weise konform gehe. Warum?

Symbolik

Arbeit bedeutet Zwang. Arbeit bedeutet Existenzangst. Arbeit bedeutet Tagelohn und moderne Sklaverei. Lohnarbeit ist Entfremdung und Fremdbestimmung. Andere bestimmen Sinn, Zweck und Ziele der Arbeit. Arbeit bedeutet heute neoliberale Kolonialisierung und soziale Spaltung – selbst  im eigenen Land. Arbeit ist eine kapitalistische Basiskategorie. Kapitalismus ist in vielerlei Hinsicht ein System der Zumutungen. Am deutlichsten zeigt sich das an der Verherrlichung und der fetischistischen Kultur der Arbeit. Was gibt es da zu feiern?

Auch der historische Hintergrund der Arbeit ist sehr aufschlussreich. Der folgende Mitschnitt eines Audio-Vortrages gibt darüber detailliert Aufschluss: Nieder mit der Arbeit! Audiovortrag …ich denke darin wird noch deutlicher, was ich meine und was Arbeit eigentlich geschichtlich bedeutet hat. Mit diesem Inhalt gehe ich 100%ig konform!

Arbeit ist Ausdruck davon, dass wir in einer Diktatur der Märkte leben, in einer Diktatur der Geld- und Warenströme, die Arbeit zwingend als Bestandteil benötigen – aber nicht etwa um ein schönes Leben zu erreichen – das wäre ja ein lohnendes Ziel – sondern um den abstrakten Selbstzweck der Wertverwertung aufrecht zu erhalten. Dabei ist es egal wie es den Menschen ergeht oder ob die Arbeitsergebnisse der Sache nach überhaupt sinnvoll sind. Der Markt regelt das alles…

warum für Arbeit?

Warum eigentlich „Agentur für Arbeit?“…herrscht denn Mangel an etwas??? „Arbeit macht frei“ – tatsächlich? Wo? Die Jagd nach Besitz macht doch ebenso unfrei…klagen selbst die Besitzer… Nirgends wird so viel gejammert wie auf Eigentümerversammlungen…

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Würde endlich die Abschaffung der Arbeit gefordert werden, dann wäre ich mit Begeisterung beim 1. Mai dabei, egal welches Wetter draußen wäre!!!

Oder würde wenigstens die Einführung eines ersten Schrittes in diese Richtung zum Thema werden, z.B. in Form der Forderung eines BGE – Bedingungslosen Grundeinkommens – auch dann würde ich mich motiviert auf den Weg machen. Doch die klassischen Gewerkschaften sind selbst Bestandteil des Problems. Sie fordern „gute Arbeit“ ein! Sie fordern „Jobsicherheit“ oder gar ein „Recht auf Arbeit“. Sie stehen damit dem Kapital näher als sie denken. Ja mehr noch – sie denken in den gleichen Gedankenformen, wie die, gegen die sie demonstrieren müssen, um einen Tag Urlaub rauszuholen, mickrige Lohnerhöhungen durchzusetzen und die Zumutungen so wenigstens etwas zu lindern. Diese Geisteshaltung ist ein Widerspruch und wird nie zur Befreiung von diesem Irrsinn führen. Das belegt auch die Geschichte der Arbeiterklasse sehr deutlich.

In Wahrheit würden 5 Stunden sinnvoll aufgeteilter Tätigkeiten für ein mehr als gutes Leben für alle ausreichen ( s. Darwin Dante 5 Stunden sind genug). Das ist seit langem bekannt (s. auch  diese 20 Jahre alte Internet-Seite – www.5-Stunden-Woche.de). Arbeiten müssen wir nur, damit einige Superreiche noch mehr abstrakten Reichtum anhäufen können, der ihnen in Bezug auf das Leben an sich rein gar nichts nützt, während z.B. manche Rentner selbst in Deutschland ihren Lebensabend unter unwürdigen Bedingungen fristen müssen. Ich hatte gestern gerade ein Gespräch mit einer Bekannten, die mir das am Beispiel ihrer Mutter deutlich beschrieb. „Arm durch Arbeit“ nennen Soziologen diesen Zustand – und das nach 70 Jahren Arbeitsgesellschaft und Aufbau nach dem Krieg. Sieht so Erfolg aus? Hätte man das einst Konrad Adenauer und Ludwig Erhard als Zukunft der Marktwirtschaft in Deutschland beschrieben – sie hätten diese Prophezeiung sicher für Unsinn gehalten…

Heute feiern? Sorry…ich wüsste nicht was. Und Demonstrieren hat auch nur Sinn, wenn es um echte Alternativen zu diesem Irrsinn namens „Arbeit“ gehen würde…

Holger Roloff, 1.Mai 2015

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Dieser Text als PDF: hier

Link zum genannten Hörvortrag: hier

Link zum genannten Buchtext Darwin Dante: hier

Sinnlose Jobs – wie Arbeit die Gesellschaft krank macht (hier)

Arbeitsunrecht in Deutschland (hier)

Mehr Faulheit wagen! (hier)

Manifest gegen die Arbeit: PDF hier

Nachtrag vom 27.06.2015: Finnland testet das Bedingungslose Grundeinkommen

Nachtrag vom 12.09.2015: Diskussion um die Länge des Arbeitstages: „Stress auf der Baustelle“

Infoseite ARBEITSUNRECHT IN DEUTSCHLAND: (hier)

Zum kulturellen Wandel in der Wirtschaft: „Die Stille Revolution“ (hier)

Sehnsucht nach einer anderen Arbeit (hier)

Hörbuchbeitrag zur neuen Arbeit und zum BGE von Timothy Speed: (hier)

Über den Ursprung der Arbeit als Tätigkeitsform der Sklaven hin zum Lohnsklaven (hier)

Kunstaktion „Deutschland sagt Sorry!“ – was eigentlich überfällig wäre (Video hier)

Arbeit tötet – hier am Beispiel Frankreich – Bericht in JUNGE WELT (hier)

Nieder mit dem Lohnsystem – Interview mit Lothar Galopp-Bergmann (hier)

Luxus für alle. Eine Kritik des Arbeitsfetischs – Vortrag von Stephan Grigat (hier)

Die Aufhebung der Arbeit – Ein anderer Blick in das Jenseits des Kapitalismus (hier)

Irrsinn des Pro-Arbeitsplatz-Argumentes – witzig erklärt per Kabarett (Video hier)

Fetisch Arbeit – eine Reflexion der gesellschaftlichen Arbeitsform von Maria Wölfingseder (hier)

Auf dem Weg zur Arbeit wird die Charaktermaske schnell noch aufpoliert (hier)

Ausbeutung 1.0 als Trickfilm (Video) Und im zweiten Trickfilm wird noch der Unterschied wird absolutem und relativem Mehrwert erklärt (Video). Dazu passt diese satirische Meldung des POSTILLON (hier)

Ausbeutung 2.0 am Bsp., wie selbst beim Mindestlohn betrogen wird (Video)

Hallo Andrea Nahles… ein Kommentar von Susan Bonath bei KenFM bringt Wesen und Charakter der kapitalistischen Arbeitsontologie ans Licht (hier)

Wesen und Charakter des Hartz IV-Systems am konkreten Bsp. (hier)

Imperialismus ist ein Entwicklungsstadium des Kapitalismus – ein Kommentar von Susan Bonath  am 01-10-2018 Tagesdosis bei KenFM (hier)

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