Archiv für die Kategorie „Natur und Umwelt“
Noch können wir den Regenwald retten…
…zumindest den Teil, der davon noch übrig ist. Jeden Tag gehen Quadratkilometer davon verloren, werden abgeholzt oder brangerodet, entweder für Mastvieh, um die Burger-Brutzel-Buden-Konzerne zu versorgen…oder er landet als “Biosprit”-Zusatz in unseren Tanks. Damit rauben wir unter selbsttrügerischem Vorwand nicht nur Millionen kostbarer Arten und einem der bedeutendsten Genpools des Planeten die Grundlage, sondern uns selbst auch die GRÜNE LUNGE, die gegenwärtig noch unsere “Verkehrs- und Industriesünden” kompensiert. Die Betonung liegt auch NOCH. Leider. Wie man aktiv werden kann, erfährt man hier. (mehr)

Marktwirtschaft schön grün lackiert?
Ich möchte heute auf einen Artikel des Wirtschaftsautors Tomasz Konicz zur Frage der Verbindung von Ökologie und Marktwirtschaft verweisen. Kann es sowas wie eine “Grüne Marktwirtschaft” geben, also eine ökologisch-kapitalistische Produktionsweise? Oder ist diese allseits beliebte Vorstellung nur eine ideologische Variante des “Greenwashing”, also quasi so eine Art “Marktwirtschaft schön grün lackiert”?

Der Autor beantwortet diese Frage in besagtem Artikel “Die ökologischen Grenzen des Kapitals” sehr anschaulich und zeigt, dass ihm bewusst ist, dass eine Postwachstumswirtschaft keine Postwachstumsökonomie mehr sein kann, sprich der kaufmännische Teil ist das zu lösende bzw. in den Grenzen seiner Eigenlogik unlösbare, gesellschaftliche Problem. Demnach lassen sich in der Form des Kapitals die heutigen hohen Standards der Produktivkräfte nicht dauerhaft mit dem Anspruch von schonendem, geringerem Ressourcenverbrauch in Einklang bringen…von der Frage der Finanzierbarkeit mal ganz abgesehen.
Anmerken möchte ich dazu folgendes: Selbst geschlossene Stoff- und Energie-Kreisläufe, so richtig diese sachlich ohne den geringsten Zweifel sind, können die damit verbundenen Fragestellungen auf der Wertebene (also genau jener kaufmännische Teil) nicht beantworten. Sie könnten zwar fossile Quellen (anfangs) gut ersetzen, müssten sich dann aber langfristig ebenso den Steigerungen der Kapitalverwertung anpassen, also in ihrer Anzahl und ihrem Umschlag an stofflicher Masse bzw. Energie exponentiell steigern. Dieser sehr entscheidende Aspekt wird bislang von den Befürwortern dieser Idee komplett ignoriert. Diese Feststellung – um das zu betonen – spricht keineswegs gegen besagte Stoff- und Energie-Kreisläufe, sehr wohl jedoch gegen die gesellschaftliche Form der Ware-Geld-Beziehung, in der sich die bürgerliche Ökologiebewegung (allen voran der Partei DIE GRÜNEN) bislang der Illusion hingeben, dies dauerhaft betreiben zu können. Genau das, was eigentlich die alltägliche Basis unserer gesellschaftlichen Reproduktion bildet, die kaufmännische Begleitung aller Prozesse, bleibt in der Diskussion völlig unreflektiert und wird als Argument gar nicht mit einbezogen (höchsten in Form der Höhe von Kosten und Investitionsvolumen). Ganz anders dagegen der genannte Artikel von Tomasz Konicz, auf den ich deshalb an dieser Stelle aufmerksam machen möchte, da er sich diese systemimmanente Betriebsblindheit nicht zu Eigen macht.
An diesem Stand der Erkenntnisse dürfte nur wenig zu rütteln sein, denn der bisherige Verlauf der Marktwirtschaftsgeschichte bestätigt diese kritischen Argumente ebenso, wie wirtschaftstheoretisch-wertkritische Überlegungen. Technische Innovationen, die gedanklich oft ebenso als die vermeintliche Lösung für das Problem propagiert werden, bieten übrigens auch keinen Ausweg, da sie ja auf die gleiche Art und Weise produziert und eingesetzt werden. Sie “verschlimmbessern” das Problem sozusagen. Das heißt allerdings nur, dass man eben radikaler Umdenken muss. Dann lassen sich auch neue, innovative Lösungen jenseits von Marktwirtschaft und Kapital, also jenseits der Warenform, finden. Wetten dass???
Man darf die Frage also nicht etwa mit der Fragestellung nach “Ökologischer Reproduktion” an sich verwechseln! Dass das zu funktionieren vermag, daran besteht auf der Sachebene kein Zweifel. Auf dieser Ebene steuern wir aber unsere Wirtschaft nicht. Oder sollte ich vielmehr sagen – noch nicht…?
Autor: Holger Roloff








