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"Wenn Frau Merkel glaubt, sie kann die abgeschalteten Kernkraftwerke einfach wieder einschalten lassen und einfach 110 anrufen, wenn es Protest gibt, ist sie bei uns falsch verbunden", sagte Rainer Wendt, Verbandschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, dem Handelsblatt Online.

(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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Die Sichtweise bestimmt das Konzept der Arbeit

radio stimem russlands logo

Heute möchten wir auf einen Artikel des Autors Olivier Renault mit dem Titel „Arbeitsagentur hat Arbeitslagerkonzept“ auf den Seiten von RADIO STIMME RUSSLANDS hinweisen (hier).

Diese Momentaufnahme gibt eine offen-ungeschönte Einschätzung bezüglich der Lage und den jüngsten Entwicklungen um den Fall der deutschen Arbeitsvermittlerin Inge Hannemann wieder (wir berichteten darüber – mehr) und erscheint uns deshalb sehr lesenswert.

Die Idee aus Deutschland ein einziges, großes Arbeitslager (durch offene Einführung von Zwangsarbeit für alle Hartz IV Bezieher) zu machen, stammt noch aus der Zeit als Michael Glos (CDU) Wirtschaftsminister war (2005 – 2009). Damals gab es aber seitens der SPD einen großen Aufschrei und dann verschwand das Konzeptpapier erstmal wieder in der Schublade. Dort liegt es bis heute, um irgendwann wieder hervorgekramt zu werden. Wann, das ist nur eine Frage der Zeit, genauer des Krisenstandes und seiner ideologisch-affirmativen Verarbeitung seitens der bürgerlichen Herrschaftseliten.

Die Sichtweise jedoch, ganz Deutschland quasi wie ein solches Arbeitslager und somit „abstrakte (Lohn-)Arbeit“ als (Natur-)Grundlage des menschlichen Daseins überhaupt zu betrachten, in welchem wir als Schäfchen der Kapitalverwertungs- und Arbeitsmaschinerie zwangsverwaltet werden müssen, ist ohnehin bis heute die gängige Praxis. Dass die dieser Praxis zugrunde liegende Auffassung bei geschichtlicher Betrachtung der Entstehung der kapitalistischen Arbeitswelt nicht haltbar ist, sollte jedem halbwegs gebildeten Mitteleuropäer eigentlich klar sein. Dennoch fügen sich viele als Mitläufer immer noch in diese Denkweise und Praxis nahtlos ein. Diese Nahtstelle hat im Falle von Frau Hannemann nun erste Risse bekommen. Ihr gilt deshalb unsere volle inhaltliche und moralische Unterstützung. Wir sollten uns  dafür einsetzen, diese Naht weiter aufzutrennen, indem dieser Diskurs öffentlich weiter geführt wird.

 Illubalken

An der genannten Sichtweise inhaltlich zu rütteln, dürfte deshalb nicht nur speziell für Die Violetten, sondern für jeden Menschen in diesem Land eine notwendige, weil sinnvolle Aufgabe sein. Übrigens ein weiterer, guter Grund sich bei uns zu engagieren, denn zusammen fällt das deutlich leichter.

Eine fundamentale Kritik und Auseinandersetzung mit der Kategorie „Arbeit“ wird deshalb an dieser Stelle zu ggb. Zeitpunkt folgen.

Zum Artikel bei Radio Stimme Russland (hier)

Autor: Holger Roloff, 8. Mai 2013

Nachtrag vom 20. Mai 2013: Hier noch weitere Hintergrundinformationen aus erster Hand in einem Videoclip von PRETTY NEWS mit dem Titel „Inge Hannemann über Sanktionen und Praktiken im Jobcenter“: (Video hier)

Die Wahrheit ist im Grunde ganz einfach – wird so nur nie ausgesprochen (Video hier)

Mythos Fachkräftemangel (Video hier)

Wer tiefer in die theoretischen Hintergründe zum Thema Arbeit einsteigen möchte, dem seien folgende Artikel empfohlen:

Arbeit und Wahn I vom Autor Gaston Valdivia (hier)

Arbeit und Wahn II vom Autor Gaston Valdivia (hier)

Kritik der Arbeit und der abstrakten Zeit – verschiedene Beiträge bei exit (hier)

»Zeit« ist Geld und Geld ist »Zeit« – Von der Produktion der »Zeit« zu ihrer marktwirtschaftlichen Rekonstruktion vom Autor Gaston Valdivia (hier)

Zeit für Utopie – über die Ergebnisse der Utopieworkshops an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg 1994 vom Autor Gaston Valdivia (hier)

Die Kategorie der abstrakten Arbeit und ihre historische Entfaltung vom Autor Ernst Lohoff (hier)

Die Krise des Tauschwertes vom Autor Robert Kurz (hier) und (hier)

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1 Kommentar to “Die Sichtweise bestimmt das Konzept der Arbeit”

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    Wir sind Sozial Arbeitende. Wir wollen helfen, das ist unser Beruf, o.k. deshalb sind wir auch so lange still gewesen haben immer versucht, das Bester aus der Situation für unsere Klienten zu machen. Helfer kämpfen für ihre Klienten, reden nicht groß darüber. Wenn wir die Lage aber mal wirklich kritisch betrachten, dann müssen wir hier und heute feststellen: Aber es ist jetzt an der Zeit, dass wir nicht länger den Mund halten und schweigen. Es ist vielmehr unsere Pflicht und unsere Verantwortung, nach draußen, an die Öffentlichkeit zu treten und klar zu sagen, was los ist bei uns. Denn wir haben schon lange nicht mehr die Bedingungen in unserer Arbeit, die wir brauchen, um auch gut und nachhaltig helfen und unterstützen zu können. Und wir haben schon lange große Sorge, dass es in unserer Arbeit und überhaupt in dieser Gesellschaft nicht mehr um die Chancen und das Glück von Menschen geht, sondern nur noch darum, dass diese Menschen sich mit all ihrer Kraft für das Funktionieren und das Florieren der Wirtschaft geht und um deren Gewinne, die dann aber nur bei wenigen ankommen.

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