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(Quelle: Handelsblatt Online, 18.05.11)

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COMMONS – „Ökonomie des Gemeinsamen“

 

Bericht Commons-Sommerschule 2013

(29.06. – 06.07.2013 in Bechstedt, Thüringen)  

von Stefanie Haupt

 

Die Kraft des ‚WIR‘

Commons-Sommer-Schule

 

 

Hinweis: Ich bin zwar Autor des Textes, habe aber (im Sinne des Allmende-/Commons-Gedankens) teilweise Passagen der Referenten eingefügt, um den Bericht zu bereichern. Denn Ideen und Gedanken sind keine Mangel-Ressource, sondern vermehren sich, wenn man sie teilt !!!      S. Haupt

 

Eine Definition der Commons:

Gemeinschaftliche Organisation und Nutzung von Gemeingütern und Ressourcen.

 

Sich der Gemeingüter besinnen erfordert, über die Verfasstheit der Gesellschaft nachzudenken. Es heißt, in Freiheit und selbstbestimmt unseren Reichtum nutzen, teilen und mehren. Unsere Gesellschaft braucht eine Debatte über, eine Bewegung für Gemeingüter. Jetzt!

 

 

Die Sommerschule war eine ganze Woche vollgepackt mit Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden in wunderschöner ländlicher Umgebung. Im Folgenden gebe ich einen Überblick über die Themen im Einzelnen.

 

 

 

 

Vorträge:

 

Zum Thema: HISTORIE:

1) ‚Management von Ressourcen in der alten Eidgenossenschaft‘ (Daniel Schläppi)

In einem Abriss der schweizer Geschichte wurde aufgezeigt, wie sich quasi von unten ein Verwaltungswesen in kooperativer Form entwickelte, welches von außen geforderten Reformen, sowie der versuchten Vereinheitlichung und Systematisierung der Bürokratie widerstand.

Weitere Infos hier und hier.

 

Generelle Commons-Thesen siehe hier.

 

Zum Thema: INSTITUTIONEN NEU DENKEN:

2) ‚Freie Lizenzen für Saatgut‘ (Gregor Kaiser)

Um den Verlust der (pflanzen-)genetischen Vielfalt durch die immer größeren Hürden der Lizenzierung von Saatgut zu verhindern, wird die Möglichkeit einer Gemeingut-Lizenz für Saatgut angedacht:

 

4 Freiheiten und eine Bedingung:

 

Freiheiten:

a) Das Saatgut darf für jeden Zweck genutzt werden.

b) Der Nutzer darf es für seine Zwecke züchterisch bearbeiten.

c) Der Nutzer darf das Saatgut an andere weitergeben.

d) Der Nutzer darf das Saatgut züchterisch bearbeiten und an andere weitergeben.

 

Bedingung:

Alle Änderungen werden unter den gleichen Lizenz-Bedingungen weitergegeben, wie den des Originals.

 

Ein erster Schritt hierzu wäre die Gründung einer neuen Institution:

Zielsetzung: Saatgut als Gemeingut (protected commons)

Rechtsform: Gemeinnützig (Stiftung/Verein)

Räumliches Mandat: Deutschland oder Europa ?

Mitglieder: Züchtungsfirmen & -initiativen, Landwirte, Commons-Organistionen, gesellschaftliche Gruppen

 

Weitere Infos hier.

 

 

3) ‚Culture Commons Collecting Society‘ (Meik Michalke)

C3S. Caring for free culture.

Die C3S ist eine gemeinschaftliche Initiative mit KünstlerInnen und für KünstlerInnen, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen. Eine nicht-exklusive Verwertungsgesellschaft, die es MusikerInnen ermöglicht, ihre unter nicht-kommerziellen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Werke außerhalb traditioneller Schemata kommerziell verwerten zu lassen. Mehr als das, die C3S wird auch offen sein für die kommerzielle Verwertung von Werken unter anderen freien Lizenzen einschließlich der Werke, die ohne explizit definierte Lizenz veröffentlicht werden.

Weitere Infos hier.

 

 

4) ‚Copyfarleft-Prinzip‘  (Silke Helfrich)

Eine mögliche Alternative zum ‚copyright-Prinzip’….

 

Lizenzierung bedeutet:

Anderen folgende Nutzungsrechte und Freiheiten einzuräumen:

0)    Für jeden Zweck nutzen

1)    Analysieren, verändern, anpassen

2)    (Ver-) teilen

0+1+2=3

3)    Freiheiten 0-3 auch für abgeleitete Werke

 

Um die Ausbeutung freier Lizenzen durch rein am kapitalistischen Prinzip orientierter Personen, Unternehmen und Behörden zu unterbinden, gilt beim ‚Copyfarleft-Prinzp:

Nur andere Commoners, Kooperativen und nicht gewinnorientierte Organisationen dürfen das Material/Produkt teilen und weiternutzen. Gewinnorientierte Einheiten und Institutionen, die versuchen mit Commons Profit zu machen, ohne explizite Gegenseitigkeit im Austausch, dürfen das nicht.

Dadurch erhalten die Commons den nötigen Schutz vor dem Zugriff von Markt und Staat.

Weitere Infos hier.

 

Und um aus der Sommerwoche selbst ein Commons zu machen, fanden sich immer wieder neue Gruppen zusammen, die sich gemeinschaftlich, selbstbestimmt und eigenverantwortlich u.a. mit dem Folgenden einbrachten:

 

Open-Space-Themen:

–     Konzepte für die ideale Stadt der Commoners

–     StadtDorf-Vernetzung

–     Grenzen in Commons

–     Spiritualität als Werteraum für Commons

–     Werte und Prinzipien

–     Art of Hosting

–     Diskursiver Vergleich zwischen Commons und Wachstumskritik

 

Selbstorganisierte Gestaltungselemente:

 

–    Schenk-, Leih- und Tausch-Tisch

–    Gemeinschaftlich organisiertes Fest

–    Die individuellen Beiträge zum Eranos-Dialog

 

Alle weiterführenden Informationen zu den einzelnen Themen sind (dank der gemeinschaftlichen Dokumentation) auf dem Wiki der Sommerschule zu finden.

weitere Infos hier.

 

Die Verbindung zwischen Commons und violetter Politik:

In der Sommerschule wurden verschiedenste Bereiche besprochen, vom historischen Hintergrund über Institutionen und städtischer Aufbau, bis hin zu individuellen Beiträgen Einzelner zur Gemeinschaft.

Wenn wir nun Politik in ihrem ursprünglichen Wortsinn als  ‚Kunst des sozialen Zusammenlebens‘ interpretieren, dann wird die Verbindung zur violetten Arbeit sehr schnell deutlich:

Commons sind in alten Strukturen vorhanden, bilden sich in Neuen und sind (trotz aller Versuche des kapitalistischen Systems) auf der ganzen Welt nicht ‚tot zu kriegen‘. Commons (die Ressourcen) und Commoning (die sozialen Beziehungen dort) sind vom Grundsatz her basisdemokratisch organisiert und binden jeden Menschen mit ein, der sich wiederum dadurch seiner Verantwortung und Aufgabe in der Gesellschaft / Gemeinschaft bewusst wird. JEDE(R) hat dort eine Stimme UND eine Aufgabe. JEDE(R) wird wertgeschätzt und wertschätzt Andere (Menschen, Tiere, Umwelt – kurz: Lebewesen jeder Art).

Das ist grundlegendste Art, ein Leben zum Wohle Aller – ein gutes Leben also – zu gestalten.

Als eine politische Partei (allerdings im Sinne der ursprünglichen Bedeutung), befassen wir uns mehr mit der systemischen Umsetzung und den Erfordernissen dieses Ziels, als mit konkreten einzelnen Projekten. Daher haben wir als ersten Ansatz im Mai diesen Jahres ein vom Arbeitskreis Wirtschaft HH erstelltes Konzept veröffentlicht, siehe hier.

Dieses neue Konzept beinhaltet im Kern den Aufbruch hin zu einer Post-Wachstumswirtschaft. Es ist somit der theoretische und konzeptionelle Teil eines Transformationsprozesses, der schon in vollem Gang ist, aber noch inhaltlichen Input im Sinne einer kritischen Selbstreflexion und kategorialen Neuausrichtung benötigt.

Um als nächsten Schritt mehr in Details zu gehen, steht die Idee im Raum, eine ‚Stadt der Commons‘  konzeptionell als Blaupause zu entwerfen, welche man dann als Vorlage nutzen könnte, um sie auf konkrete Orte situativ anzuwenden bzw. anzupassen.

An dieser Stelle sei schon mal auf eine Vision von Hamburg als ‚Stadt der Commons‘ hingewiesen, die bereits jemand zu Papier gebracht hat.

 

Wer bisher immer noch glaubt, Commons wären nur eine nette Spielart, die man im Kapitalismus ’nebenher‘ laufen lassen kann, nicht ernst zu nehmen braucht oder (im schlimmsten Fall) als weitere ‚Weide‘ für kapitalistische Erträge heranziehen möchte, der sei auf diesen Artikel verwiesen, der ausführlich und gut verständlich erklärt, wieso unser kapitalistisches Gesellschaftssystem an Grenzen gelangt ist, die nicht überwindbar sind. Dieses Problem ist nicht mehr innerhalb unseres bestehenden Systems zu lösen. Dafür braucht es einen Paradigmenwechsel.

Die Welt ist keine Ware !

 

Die Commons sind ein großer Schritt hin zum Aufbau eines neuen Gesellschaftssystems in dem die aktuellen und akuten Probleme des jetzigen Systems gelöst werden.

 

Ausblick: Ein gutes Leben für Alle und Alles ist möglich !

 

 

 

Weiterführende Infos zum Thema Commons:

Commons und solidarische Ökonomie

Böll Stiftung

Vergleich Marktwirtschaft und Commons (englisch)

Das zweite COMMONS Buch ist erschienen

Aufruf zur OPEN SOURCE ÖKOLOGIE (Video hier)

Gesellschaftliche Vermittlung jenseits von Geld und Tausch – ein Vortrag von Stefan Meretz (Video hier)

Von der Wertkritik zur Aufhebung des Kapitalismus – ein Vortrag von Stefan Meretz (Video hier)

Reformation und Ökonomie – „Gottes Güter umsonst“ – von den religiösen Ursprüngen der heutigen Commons-Idee (mit Audiobeitrag der Sendung bei Deutschlandradio Kultur hier)

Grundrisse einer freien Gesellschaft – Artikel in Streifzüge von Stefan Meretz (hier) und im Kurzinterview (hier)

Wie durch eine Produktidee ein Commons entstand (hier)

Solidarische Ökonomie & Commons – einführendes Buch zum Thema (hier)

Das Modell der Zukunft heißt Ressourcenwirtschaft basierend u.a. auf Commons als zentraler Kernbaustein einer neuen Ökonomie (hier)

Gemeingütertag 2018 in Dortmund – Leben ist für alle da! Commons, Nachhaltigkeit und Klima – Freie Lebensgüter für alle! (Flyer) Webseite (hier)

Wirtschaften in stofflichen Kreisläufen lautet eine der alternativen Ansätze wie das Craddle To Craddle Prinzip (hier)

Neue, kooperative Ansätze von Wirtschaft findet man z.B. bei unbuntu.earth siehe (hier) und (hier)

„Frei, Fair und lebendig – die Macht der Commons“ – so lautet der Titel eines Buches von Commons-Aktivistin Silke Helfrich – dieses und anderes an tiefer gehender Literatur der Gesellschaftstheorie findet die interessierte Leserschaft (hier)

Blog zum Thema Commons in Hamburg (hier)

Die Fantasie der Leute anregen – Interview mit Commons-Publizist Holger Roloff im Magazin ÖkologiePolitik Online (hier) und in der Printausgabe (PDF)

Friederike Habermann – „Wir werden nicht als Egoisten geboren“ (hier) und (als PDF)

Blog Postwachstum von Friederike Habermann (hier)

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